In London mit Erasmus+

Die drei IHK-Azubis Tanja Künstle, Jessica Felger und Josi Bender sind während ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement nach London gereist. Den Rahmen stellte das Programm Erasmus+. Sie berichten über das Programm, was sie erlebt haben und wie sie von der Reise profitieren.

Auslandsaufenthalte während der Ausbildung stellen eine gute Möglichkeit dar, internationale Berufserfahrung zu gewinnen. Die Theodor-Heuss-Schule Reutlingen bietet deshalb ein zweiwöchiges Auslandspraktikum im Rahmen des Erasmus+ Programmes an. Dies ist ein Förderprogramm der Europäischen Union und ermöglicht Schülern, ein Auslandspraktikum zu absolvieren, das von der Schule organisiert und vor Ort durch die Organisation TWIN Group betreut wird.

Wo sind die Teilnehmer während des Aufenthaltes untergebracht?
Alle Schüler, die am Programm teilnehmen, sind in Gastfamilien, die durch die TWIN Group vermittelt werden, untergebracht. Dort bekommt man nicht nur eine Unterkunft, sondern auch täglich Frühstück und Abendessen.

Wo absolvieren die Teilnehmer ihr Praktikum?

Die Teilnehmer schreiben im Vorfeld einen kurzen CV. Dort können sie angeben, in welcher Branche sie gerne arbeiten möchten. Letztendlich werden die Praktikumsplätze aber von der TWIN Group vergeben. Sie orientiert sich dabei an den im CV angegebenen Kenntnissen und Interessen.

Welche Praktikumsplätze gab es 2019?
Wir arbeiteten in einem italienischen Pizzarestaurant. Dort bestanden die Aufgaben vor allem aus dem Marketing über Instagram, aber auch aus der Buchhaltung. Außerdem arbeiteten wir bei einem Juwelier. Dort haben wir vor allem verschiedene Schmuckstücke fotografiert und bearbeitet. Außerdem haben wir bei der Inventur mitgeholfen. Außerdem gehörten Botengänge, bei denen Schmuckstücke abgeholt wurden, zu unseren Aufgaben.

Was haben wir in der Freizeit gemacht?

Am ersten Wochenende gab es einen gemeinsamen Stadtrundgang, am zweiten Wochenende besuchte die gesamte Gruppe den Ort Oxford. Ansonsten konnte die Zeit nach der Arbeit und an den Wochenenden frei genutzt werden.

Wie nützt den Teilnehmern das Praktikum?
Zum einen sammelt man internationale Berufserfahrung, die in Bewerbungen gerne gesehen wird. Zum anderen können die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse ausbauen, zum anderen entwickeln sie ihre Persönlichkeit weiter.

Selina Jautz in Irland

Neue Erfahrungen sammeln, sich von seinem gewohnten Umfeld trennen und sich mutig ins Unbekannte wagen, das konnte ich durch mein Auslandspraktikum verwirklichen.

Als Auszubildende der IHK Reutlingen bekam ich die Chance, mich bei einer der weltweit 140 Auslandshandelskammern (AHK) zu bewerben. Meine Entscheidung fiel auf die wunderschöne Insel Irland. Die dortige AHK, German-Irish Chamber of Industry and Commerce, hat ihren Sitz direkt in der Hauptstadt Dublin.

Nach ausgiebiger Planung und Vorbereitung war es vier Monate später endlich soweit. Ohne Schwierigkeiten kam ich in Dublin an. Das erste was ich tat, bevor ich mein Praktikum am Montag antrat: Ich nutzte den Sonntag und erkundete zu Fuß alle typischen Touristenziele, wie das Trinity College, das Dublin Castle und die St. Patrick Cathedral.

Montags um 9 Uhr begann mein Praktikum bei der AHK. Meine vorübergehenden Kollegen, bestehend aus 8 Festangestellten und 18 Praktikanten, hießen mich herzlich willkommen. Mehr als die Hälfte der Kollegen sind selbst aus Deutschland und die restlichen aus Irland. Somit war es nicht unüblich, dass immer wieder zwischen Deutsch und Englisch hin- und hergewechselt wurde. Statt Computern und Telefonen gibt es dort Laptops und Smartphones. So bleibt jeder mobil und kann schnell seinen Arbeitsplatz wechseln. Neu für mich war außerdem, dass jeder - egal ob Kollege oder Kunde - beim Vornamen genannt wird. Natürlich bleibt man im Deutschen weiterhin beim "Sie". Alle Mitarbeiter, die ich kennenlernen durfte, waren freundlich und hilfsbereit und freuten sich über die zusätzliche Unterstützung.

Die AHK bietet verschiedene Dienstleistungen an, beispielsweise zur Finanz-/Lohnbuchhaltung, der Markterschließung und zum Recruitment. Da aktuell der Brexit die Unternehmen sehr stark bewegt und viele Fragen aufwirft, berät die AHK kostenlos zu diesem, aber auch zu vielen anderen Themen. Während des Jahres bietet die AHK ihren 250 Mitgliedern viele Veranstaltungen. Die größte Veranstaltung - für alle Mitgliedsunternehmen - ist jedes Jahr das Oktoberfest, mit original deutschem Bier und typischem deutschem Essen.

Meine Aufgaben bestanden meist aus alltäglichen Bürotätigkeiten: Excel-Listen bearbeiten, nach fehlenden Unternehmenskontaktdaten recherchieren und AHK Newsletter an alle Mitglieder verschicken. Ich durfte aber auch an zwei besonderen Aktivitäten teilnehmen: eine Hotelbesichtigung für eine Veranstaltung im nächsten Jahr und die Teilnahme an einem Business Meeting mit einer Irischen Sprachschule. Ein Dienst an der "Reception" durfte auch nicht fehlen. Die "Reception" ist die erste Anlaufstelle für Kunden und Besucher. Für die "Reception" gibt es keinen festangestellten Mitarbeiter, sondern die Praktikanten wechseln sich schichtweise ab. Hauptsächlich werden dort eingehende E-Mails und Anrufe bearbeitet und an die entsprechenden Kollegen weitergeleitet. Eingangspost wird verteilt und Ausgangspost muss frankiert und zur Post gebracht werden.

Die eine Stunde Mittagspause verbrachte ich mit den anderen Praktikanten im nächstgelegenen Park. Nach Arbeitsende um 17 Uhr, gingen wir auch mal - typisch Irisch - auf einen Drink in den nächsten Pub. Die Pubs sind sehr zu empfehlen, besonders die, die Live-Musik anbieten. An den Wochenenden habe ich verschiedene Bustouren gebucht und so ein wenig die Insel erkundet. Die Touren führten mich zum einen über die Wicklow Mountains nach Glendalough und an der Küste entlang nach Nordirland zum Giants Causeway. Ein unglaubliches Naturspektakel! Zum Schluss ging es über wunderschöne grüne Wiesen nach Osten zu den bekannten Cliffs of Moher. Einfach traumhaft!

Mein Fazit: Es waren zwei wundervolle und interessante Wochen. Auch wenn ich in der kurzen Zeit noch nicht alles gesehen und erfahren habe, bekam ich einen guten ersten Einblick. Eine unvergessliche Erfahrung! bauen, zum anderen entwickeln sie ihre Persönlichkeit weiter.