Standortattraktivität - Den Standort für die Zukunft fit machen

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Standortqualität ist und bleibt wichtig, um die Attraktivität der Region Neckar-Alb für Unternehmen und ihre Beschäftigten aufrechtzuerhalten. Das Zusammenspiel vieler Faktoren ist dabei ausschlaggebend: günstige Gewerbeflächen, gute Infrastruktur, entwickelte Innenstädte, ein vielfältiges kulturelles Angebot, schöne Landschaften.

Die Region Neckar-Alb hat hier bereits einiges zu bieten. Rund 50 Gewerbegebiete mit optimaler Lage durch die Nähe zur Metropolregion Stuttgart, archäologische Funde aus einer über 40.000-jährigen Geschichte und die Schwäbische Alb erhöhen die Standort- und Lebensqualität. Diese Gegebenheiten gilt es auch in Zukunft optimal zu nutzen und weiter zu entwickeln. Denn die Region Neckar-Alb muss weiterhin für Unternehmer, Beschäftigte und Touristen attraktiv bleiben, auch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes.

1. Tourismus: national und international sichtbare Dachmarke fördern

Tourismus hat eine erhebliche Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung von Gemeinden. Die Förderung von Tourismus allein an den Übernachtungszahlen in den Kommunen abhängig zu machen, greift dabei aber viel zu kurz. Deshalb fordert die Wirtschaft, Tourismusfördermittel des Landes vermehrt an Kooperationsprojekte zu vergeben, die sich unter dem Dach touristischer Marken und Erlebniswelten organisieren. Im Rahmen der projektbezogenen Tourismusinfrastrukturförderung der Landesregierung erscheint es als elementar, Landesmittel für die Tourismusförderung umzulenken von einer reinen kommunalen Förderung hin zu innovativen „Public Private Partnership“-Projekten.

Unsere Forderung für die Region
Die Wirtschaft wünscht sich die Förderung einer touristischen Vermarktung über den Dachverband „Schwäbische Alb“. Laut einer Befragung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen im Auftrag der IHK Reutlingen, sind 70 Prozent der Gemeinderäte auf der Schwäbischen Alb für einen solchen Zusammenschluss. Dies ist ein Muss, wenn die Region neben dem Schwarzwald und dem Bodensee auf ähnlich hohem Niveau als attraktive Tourismus-Destination wahrgenommen werden will.

2. Handelsunternehmen in zentralen Lagen ansiedeln und für Onlinehandel fit machen

Online-Anbieter gewinnen kontinuierlich Marktanteile. Mit diesen muss der innerstädtische Handel der Region Neckar-Alb ebenso konkurrieren wie mit den Betriebsformen, die außerhalb der Innenstädte entstehen. Der Gefährdung und weiteren Ausdünnung des innerstädtischen Handels in der Region muss mittels geeigneter politischer Maßnahmen ein Riegel vorgeschoben werden. Es gilt vor allem, den Landesentwicklungsplan als zentrales Element hinsichtlich der Steuerung von großflächigen Einzelhandelsvorhaben zu überprüfen. Damit die aktuelle Rechtsprechung berücksichtigt werden kann, muss auch der veraltete Einzelhandelserlass des Landes als die zentrale Verwaltungsvorschrift überarbeitet werden. Weiter kann das Land die Einhaltung der landesplanerischen Grundsätze durch die Vergabe von Städtebauförderungsmitteln steuern. Die IHKs regen an, Vorhaben von Städten nicht zu fördern, wenn städtebauliche Fehlplanungen deutlich werden. Die Einführung einer Dialogplattform zur interkommunalen Abstimmung über Einzelhandelsstandorte ist hier ein wichtiges Instrument zur Beachtung der Ziele und Grundsätze des Landesentwicklungsplanes. Darüber hinaus sollte dem enormen Beratungsbedarf der Geschäfte beim Onlinehandel auch politisch, in Abstimmung mit den Kommunen, Rechnung getragen werden. So sind die Vorteile des Onlinehandels zwar zu nutzen, aber nur für Geschäfte einer bestimmten Größe macht es auch Sinn, einen eigenen Onlinehandel aufzubauen.

3. Ja zu Quartiersentwicklung durch Privatinitiativen

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, die Innenstädte der Region Neckar-Alb auch mit Blick auf die wachsende Konkurrenz attraktiv zu halten. Eine davon ist die Quartiersentwicklung durch Privatinitiativen. Entsprechend begrüßt die Wirtschaft das am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Gesetz, das die Gründung von Quartiersgemeinschaften durch Private grundsätzlich möglich macht. Allerdings erlaubt dieses den Kommunen, solche Initiativen „nach pflichtgemäßem Ermessen“ abzulehnen. Dies ist auf Grund des steigenden Bedarfs, die Innenstädte an die Erfordernisse der Zeit anzupassen, für den Handel nicht nachvollziehbar. Deshalb fordert die Wirtschaft von der Politik, dass keine Kommune in der Region private Initiativen ablehnen darf, sofern diese die Voraussetzungen des Gesetzes zur Stärkung der Quartiersentwicklung (GQP) erfüllen. Weiterhin sollten nur investive Maßnahmen mit den städtebaulichen Zielen der Gemeinde abgestimmt werden müssen.

4. Gesundheit: Versorgung im ländlichen Raum

36.120 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren 2014 in der Region Neckar-Alb im Gesundheitssektor tätig. Das sind knapp 15 Prozent der SVB. In vielen städtischen Regionen liegt im ambulanten Bereich Überversorgung vor, dagegen ist die Versorgung auf dem Land im haus- und fachärztlichen Bereich oft schwierig. Weiterhin sollte die Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante fachärztliche Versorgung in unterversorgten Regionen ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Es hat sich aber gezeigt, dass große Krankenhäuser rentabler und qualitativ hochwertiger sind. Entsprechend sollten Krankenhausstandorte in ländlichen Regionen mit mehr Realismus beurteilt werden. Kompetenzen müssen gebündelt werden. Die wohnortnahe Versorgung muss dabei jedoch sichergestellt werden. Dafür muss das Land die erforderlichen Mittel bereitstellen. Weiterhin sollten neue Wege zur Sicherstellung der Versorgung, wie zum Beispiel über medizinische Versorgungszentren, gefunden werden. Dabei werden ambulante und stationäre Versorgung stärker verzahnt.

Unsere Forderung für die Region
Das Gesundheitszentrum in Hohenstein im Landkreis Reutlingen sollte über die Bereitstellung der Investitionskosten vermehrt gefördert werden. Darüber hinaus ist die Landesregierung gefordert, sich stärker für die Akzeptanz und Etablierung weiterer Zentren in der Region Neckar-Alb einzusetzen.

5. Mehr Zusammenarbeit beim Schutz vor Wirtschaftskriminalität

Immer wieder werden Strukturen und Methoden der Wirtschaft für rechtswidrige Aktivitäten bis hin zur organisierten Kriminalität missbraucht. Gleichzeitig werden die Unternehmen selbst zum Opfer verschiedenster Straftaten. Gerade mittelständische Betriebe sind oft anfällig für Angriffe – die vielfach sogar existenzbedrohend sein können. Das Spektrum der Delikte reicht von der betrügerischen Rechnung für Einträge in zweifelhafte Gewerbeverzeichnisse über die Erpressung von Unternehmen bis hin zur Kriminalität im Internet.

Unsere Forderung für die Region
Schutz vor Wirtschaftskriminalität ist gemeinsame Aufgabe von Unternehmen und Sicherheitsbehörden. Die IHK Reutlingen trägt bereits zur Sensibilisierung ihrer Mitgliedsunternehmen bei und informiert über aktuelle Risiken und Präventionsmöglichkeiten. Diese Aktivitäten sollte die Landesregierung unterstützen, indem sie die Sicherheitsbehörden zur Zusammenarbeit ermuntert.

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