Internationalisierung - Unternehmer handeln global

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Stabilitätsanker der regionalen Wirtschaft war und ist der Außenhandel. Von den rund 10.200 im Handelsregister eingetragenen Firmen betreiben zirka 2.000 Unternehmen Import- und Exportgeschäfte. Jeder zweite Euro wird inzwischen im Export erwirtschaftet.

2014 erreichte der Außenhandel regional neue Rekordzahlen von sieben Milliarden Euro Umsatz wie das Statistische Landesamt mitteilte. Zudem erwarten laut IHK-Konjunkturumfrage rund 41 Prozent der Firmen, dass das Exportgeschäft 2015 noch einmal zulegt. Vor dem Hintergrund der großen Bedeutung des Exports für die Region Neckar-Alb muss die Landesregierung auch in Zukunft geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

1. Zugang zu Zukunftsmärkten für KMU

Gerade für die große Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Region Neckar-Alb ist der Weg ins Ausland schwieriger als für die Großen. Deshalb brauchen sie ver-mehrt Unterstützung bei der Erschließung von Zukunftsmärkten. So sind Sub-Sahara Afrika und die Textilregionen Bangladesch und Myanmar schwierige, aber zugleich vielversprechende Märkte. Hier ist auch die IHK Reutlingen mit dem bei ihr ansässigen EZ-Scout bereits sehr aktiv. Bei Förderprogrammen zur Internationalisierung von Branchen oder Clustern sollte entsprechend ein stärkerer Fokus auf eine KMU-gerechte Ausgestaltung gelegt werden.

Unsere Forderung für die Region
Diese Aktivitäten der IHK Reutlingen sollten auch auf Landesebene gefördert werden, um die Effekte von Förderprogrammen im Bereich der Ent-wicklungszusammenarbeit zu stärken.

2. Förderung von Auslandsmessen

Die Teilnahme an ausländischen Messen ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen der Region Neckar-Alb ein unerlässliches Instrument, um Geschäftschancen auszuloten und Kontakte zu knüpfen. Das Land Baden-Württemberg fördert solche Messebeteiligungen an jährlich zehn ausgesuchten Messen im Rahmen von Gemeinschaftsständen. Aus Sicht der IHK Reutlingen sollte die Landesregierung jedoch eine generelle Unterstützung beziehungs-weise Förderung von Gruppenbeteiligungen an Auslandsmessen wieder einführen. Voraussetzung muss sein, dass genügend Firmen eine gemeinsame Teilnahme wünschen. Um das Gesamtbudget nicht zu erhöhen, könnte durchaus über eine Umverteilung von bestehenden Budgets im Außenwirtschaftsförderungsbereich nachgedacht werden. Auf Grund ihrer hohen Bedeutung für KMU erwartet die regionale Wirtschaft zudem für die kommenden Jahre eine Förderung des wichtigsten deutschen Außenwirtschaftsforum „Global Connect“ in Stuttgart.

3. Außenhandelsbescheinigungen von Landesbehörden – zentrale Anlaufstelle

Allein im Jahr 2014 wurden bei der IHK Reutlingen für 433 Firmen aus der Region Neckar-Alb 24.778 Ursprungszeugnisse, Rechnungen und sonstige Dokumente bescheinigt sowie 435 Carnets ausgestellt. Diese Außenhandelsdokumente sind in einer international ausgerichteten Region wie Neckar-Alb von hoher Bedeutung für die schnelle Abwicklung von Exporten. Neben den Exportdokumenten, die durch die IHKs bescheinigt werden, gibt es eine Vielzahl von produkt- und marktabhängigen Bescheinigungen, die die Unternehmen im Ausland vorlegen müssen. Diese Bescheinigungen erhalten die Unternehmen nur von staatlichen Stellen. Mit Blick auf deren hohe Bedeutung ist es nicht wirtschaftsfreundlich, dass die Zuständigkeiten für die Ausstellung der Bescheinigungen im Einzelfall unübersichtlich, unklar und schwierig zu ermitteln sind.

Unsere Forderung für die Region
Es sollte eine zentrale Anlaufstelle für staatliche Außenhandelsbescheinigungen eingerichtet werden, welche die Zuständigkeiten klärt und als Ansprechpartner für Wirtschaft, IHKs und Verwaltungen fungiert.

4. Erhalt der Zollämter in der Fläche

Das Bundesfinanzministerium hat angekündigt, dass die Zollämter in Nürtingen und Reutlingen zusammengelegt werden sollen. So ist vorgesehen, das Zollamt an einem neuen Standort in Metzingen zu platzieren. Der geplante Zusammenschluss soll Kosten sparen. Gleichwohl sollten die heimischen Firmen auch künftig den Zoll in ihrer Nähe haben. Neben dem Zollamt in Reutlingen gibt es derzeit noch das Zollamt in Albstadt, das nach IHK-Informationen nicht zur Disposition steht.

Unsere Forderung für die Region
Die Landesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass die Zollämter in der Fläche erhalten bleiben. Die beiden Zollämter in der Region Neckar-Alb, Metzingen und Albstadt müssen bestehen bleiben.

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