Einpersonen- und Kleinunternehmen - Mehr Rücksicht auf die Kleinen

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Den Einpersonen- und Kleinunternehmen in der Region Neckar-Alb ist vor allem die Bürokratie ein Dorn im Auge. Dabei machen sie mit einer Anzahl von 25.000 in der Region Neckar - Alb fast zwei Drittel der IHK-Mitgliedsunternehmen aus. In Baden-Württemberg sind es sogar 350.000 Betriebe. Im politischen Tagesgeschäft werden ihre Stimmen dennoch oft überhört.

Manches Gesetz ist, so der Tenor, zwar sicher gut gemeint, geht aber an der Realität kleiner Firmen vorbei. Kleinunternehmerinnen und -unternehmer sind ohnehin schon als Allrounder unterwegs. Da kann es nicht sein, dass Regelungen für alle Unternehmensgrößen gleicher-maßen gelten. Vieles muss daher „kleinunternehmerfreundlich“ gestaltet werden.

1. Bürokratie kleinstunternehmerfreundlich abbauen

Im Netzwerk für Einpersonen- und Kleinunternehmen (EKU) der IHK Reutlingen lassen die Unternehmer immer wieder verlauten, dass die Vielzahl an Auflagen und bürokratischen Hürden das Vorwärtskommen zum Teil erheblich erschweren. Man könne sich dadurch we-niger auf sein Hauptgeschäft konzentrieren. Die EKUs der Region Neckar-Alb begrüßten daher die im Koalitionsvertrag vereinbarte Einrichtung eines Normenkontrollrates, der die Belastungen durch überbordende Regelungen für die Wirtschaft in Baden-Württemberg be-grenzen sollte. Dass die Landesregierung dann aus Kostengründen und mit Verweis auf die Verwaltungsvorschrift der Landesregierung und der Ministerien zur Erarbeitung von Rege-lungen (VwV-Regelungen) darauf verzichtet hat, zeigt, dass sie diesem wichtigen Thema noch nicht genug Bedeutung beimisst. Deshalb fordert die Wirtschaft von der Politik, den Bürokratieabbau im Allgemeinen und für EKUs im Besonderen endlich anzupacken. Es ist an der Zeit, bei bestehenden Gesetzen und bei der Einführung von neuen Regelungen die Auswirkungen auf Kleinstunternehmen zu prüfen und entsprechend zu berücksichtigen.

2. Bürgschaftsbanken, Mittelständische Beteiligungsbanken und Finanzierungsalternativen stärken

Entgegen ihrer Versprechungen im Koalitionsvertrag hat sich die Landesregierung nicht „für eine Stärkung der erfolgreich tätigen Bürgschaftsbank und Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft“ eingesetzt. Das bekommen vor allem die kleinen Unternehmen der Region Neckar-Alb zu spüren, profitieren sie doch in besonderer Weise von Bürgschaften und Beteiligungen. Gerade bei Investitionen, die risikoreich sind, spielen diese Instrumente eine wesentliche Rolle. Daher sollte die Rolle von Bürgschaftsbanken und mittelständischen Beteiligungsbanken, aber auch die Stellung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten, gestärkt werden.

3. Anhebung der Bürgschaftsquote bei reinen Betriebsmittelkrediten

Sowohl die Landesregierung als auch die Bundesregierung haben sich in ihren Koalitionsverträgen für eine Stärkung der Bürgschaftsbanken ausgesprochen. Die Absenkung der Bürgschaftsquote bei reinen Betriebsmittelkrediten auf 50 Prozent im Land Baden-Württemberg ist allerdings ein klarer Widerspruch hierzu. Die Finanzierung der Betriebsmittel ist bei jeder Gründungs- und Wachstumsentscheidung von Kleinunternehmen in der Region Neckar-Alb außerordentlich wichtig. Da insbesondere bei EKUs eine ausreichende Besicherung der Be-triebsmittel gegenüber den Hausbanken kaum möglich ist, sollte die Landesregierung die Bürgschaftsquote für Betriebsmittelkredite wieder auf mindestens 70 Prozent anheben. Dies erhöht die Attraktivität einer Betriebsmittelfinanzierung bei den Hausbanken und verschafft den EKUs der Region Neckar-Alb Kostenersparnisse durch niedrigere Sollzinsen.

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