Standortqualität verbessern

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Die Region Neckar-Alb befindet sich längst im globalen Standortwettbewerb. Im Kampf um die Ansiedlung und den Erhalt von Unternehmen in der Region, die wachsen und florieren sollen, konkurriert man nicht nur mit anderen Regionen in Deutschland, sondern mit Standorten weltweit. Deshalb ist es Aufgabe der Politik, für die geeigneten Rahmenbedingungen und eine belastbare Infrastruktur zu sorgen. Die Region Neckar-Alb steht in diesem Wettbewerb nicht schlecht da. Der Prognos Zukunftsatlas verspricht der Region gute bis sehr gute Zukunftschancen. Dennoch gilt beim internationalen Standortwettbewerb die Devise: Wer stehen bleibt, fällt zurück.

Die Wirtschaft der Region Neckar-Alb fordert deshalb von den Abgeordneten im Bundestag: 

Belastbare Verkehrsinfrastruktur

Eine funktionierende und belastbare Infrastruktur ist die Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Die Region Neckar-Alb wird fast ausschließlich durch Bundesstraßen erschlossen und nach außen angebunden. Diese Bundesstraßen sind in ihrem derzeitigen Zustand hoffnungslos überlastet. Die Wirtschaft erwartet von der Politik, die politischen und finanziellen Voraussetzungen für den Ausbau der Verkehrsadern der Region zu schaffen und insbesondere die Finanzierung der im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich gekennzeichneten Infrastrukturprojekte sicher zu stellen. Das sind

  • der durchgängige vierspurige Ausbau der B 27 zwischen Tübingen und Bodelshausen, insbesondere die zügige Realisierung des Schindhaubasistunnels,
  • der dreispurige Ausbau der B 27 mit wechselseitiger Überholspur zwischen Balingen und Schömberg, 
  • der Ausbau der Achse B 312/B 313/B 464 mit dem Albaufstieg bei Lichtenstein und der Ostumfahrung Orschel-Hagen, 
  • die Ortsumfahrung Lautlingen auf der B 463 und 
  • die Ortsumfahrung Unterjesingen auf der B 28.

Elektrifizierung der Bahnstrecken

Eine schnelle Bahnverbindung nach Stuttgart ist für die Wirtschaft der Region Neckar-Alb besonders wichtig. Ohne die Elektrifizierung aller Bahnstrecken ist eine umsteigefreie Schienenanbindung mit der Realisierung von Stuttgart 21 nicht mehr möglich. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass im Rahmen des Projektes „Regionalstadtbahn Neckar-Alb“ die zeitnahe Elektrifizierung aller Bestandsstrecken der Bahn in der Region Neckar-Alb gewährleistet wird. Nach der Realisierung des Modul 1 muss dringend die Elektrifizierung der Strecken im Zollernalbkreis folgen. 

Wendlinger Kurve zweigleisig ausbauen

Die regionale Wirtschaft hat sich schon vor Jahren im Zusammenhang mit Stuttgart 21 klar für den zweispurigen Ausbau der Wendlinger Kurve ausgesprochen. Wir brauchen insgesamt eine bessere Anbindung der Region über die Bahn und an den Fernreiseverkehr. Die Wendlinger Kurve ist zweigleisig auszubauen, um einen schnellen Personen- und Güterverkehr von Tübingen in die Landeshauptstadt sicherzustellen. Sonst wird dort ein Flaschenhals geschaffen.

Schneller Breitbandausbau

Eine leistungsfähige Versorgung mit breitbandigen Internetdiensten stellt bei der Standortwahl ein bedeutendes Kriterium dar. Eine unzureichende Breitbandanbindung hat vielschichtige Konsequenzen, unter anderem leiden die allgemeine Produktivität sowie der Aufbau und die Pflege von Kundenbeziehungen. Sie ist Grundlage der Digitalisierung und damit Grundlage moderner Geschäftsmodelle. Vor allem die ländlichen Räume unserer Region haben bei der Breitbandanbindung noch Nachholbedarf. Die Breitbandversorgung mit glasfaserbasierten Hochgeschwindigkeitsnetzen muss deshalb auch im ländlichen Raum vorangetrieben werden. Daneben muss sichergestellt werden, dass mit dem Einsatz alternativer Versorgungsmethoden (Microtrenching, Versorgung über die Wasserleitung) kostengünstig und schnell Lücken im Bestandsnetz geschlossen werden können. Hierzu ist eine ergebnisoffene Überprüfung dieser Methoden auf ihre Einsatzmöglichkeiten nötig. Die Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch Land, Bund und EU ist dafür essentiell.

Sichere Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen

Energiepolitik nimmt wesentlichen Einfluss auf die Standortbedingungen. Energiekosten und Versorgungssicherheit haben im Zuge der Energiewende an Bedeutung gewonnen. Sie spielen besonders für das energie-intensive, produzierende Gewerbe eine gewichtige Rolle für die unternehmerische Entwicklung. Die Region Neckar-Alb ist, wie ganz Baden-Württemberg, nach wie vor ein Industriestandort. Gerade Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf müssen sich auf ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit verlassen können. Fünf Jahre nach dem Beschluss, aus der Kernenergie auszusteigen, müssen die Erneuerbaren konsequent weiter an den Markt herangeführt werden. Es braucht ein abgestimmtes und nachhaltiges Gesamtkonzept für den Ausbau von Netzen, Speichern und Kraftwerken. Dabei muss die der Anstieg der Strompreise nachhaltig gebremst werden, damit die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Ziel muss es sein, die Energiewende unter angemessener Beteiligung aller Sektoren (Strom, Wärme, Verkehr) kosteneffizienter und marktnäher umzusetzen.

Keine Steuererhöhungen

Mittelständische Unternehmen sind Basis und Rückgrat unserer Wirtschaft. Eine Steuerpolitik, die diese Unternehmen stärker belastet, gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Angesichts von Steuereinnahmen auf Rekordniveau sind Steuererhöhungen das falsche Signal an den Mittelstand. Sie belasten die Liquidität der Unternehmen, verhindern Investitionen und damit den Erhalt bzw. die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Die Wirtschaft der Region Neckar-Alb spricht sich deshalb gegen die Einführung einer Vermögenssteuer oder die Erhöhung der Einkommenssteuer aus. Leitbild des Steuerrechts muss ein praktikables Unternehmenssteuerrecht sein, das Leistung fördert und die Wirtschaft in ihrer Innovations- und Investitionskraft unterstützt. Neben Rechtssicherheit und Planbarkeit brauchen die Unternehmen nachvollziehbare und einfache steuerliche Regeln, die sie in ihrem operativen Geschäft möglichst wenig behindern. Deshalb spricht sich die Wirtschaft der Region Neckar-Alb für Nachbesserungen bei der Erbschaftssteuer aus. Die steuerliche Entlastung des Mittelstands muss daher auf der Agenda von Politik und Gesetzgebung bleiben.

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