Innovationskraft fördern

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Innovationen sind der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Region Neckar-Alb ist mit der Universität Tübingen, den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Albstadt-Sigmaringen, Reutlingen und Rottenburg, die Max-Planck-Institute, das Naturwissenschaftlich und Medizinische Institut (NMI) sowie die zahlreichen innovativen Unternehmen und Start-ups eine echt Zukunftsregion. Im Vergleich zu anderen Regionen Baden-Württembergs hat sich die Region Neckar-Alb in den letzten zwei Jahren verbessern können. Beim Innovationsindex des Statistischen Landesamtes belegt die Region nun den fünften Platz belegt. Ziel muss es sein, dieses Potenzial noch weiter zu fördern und das Profil der Region im Bereich Bildung und Forschung zu schärfen.

Die Wirtschaft der Region Neckar-Alb fordert deshalb von den Abgeordneten im Bundestag: 

Spitzenstellung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten

Bildung und Wissen sind herausragende Produktionsfaktoren und somit eine fundamentale Grundlage für Innovationen. Die Qualität von Ausbildung und Studium ist damit die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Die Region Neckar-Alb verfügt über sechs Hochschulen mit zusammen mehr als 39.000 Studenten. In diese Bildungseinrichtungen muss weiter investiert werden, sowohl in Forschungsprojekte als auch in die Gebäude. Dabei muss ein besonderes Augenmerk auf den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gelegt werden.

Das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen fördert mit zahlreichen Veranstaltungs- und Beratungsformaten den Dialog und Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, z.B. mit den Innovationstagen, der baden-württembergischen Geschäftsstelle des European Satellite Navigation Competition (ESNC) und dem Netzwerk Virtuelle Kraftwerke. In Zukunft soll ein Business Incubation Center der europäischen Weltraumagentur ESA am Standort Reutlingen etabliert werden. Diese Projekte sorgen für Innovation im High-Tech Bereich und sollten deshalb von der Politik unterstützt und gefördert werden.

Förderung der Forschungsaktivitäten in Unternehmen

Bei der Forschungsintensität der Unternehmen bleibt die Region Neckar-Alb hinter anderen Regionen in Baden-Württemberg zurück. Nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg liegt der Anteil des Personals in Forschung und Entwicklung an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb müssen mehr Anreize für Unternehmen geschaffen werden, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Ein wichtiger Baustein kann eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung sein. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen braucht es dafür eine transparentere und schlankere Projektförderung, sowie mehr Möglichkeiten zur branchenweiten Vernetzung und zum unternehmensübergreifenden Dialog.

Mehr Technologieakzeptanz

Für die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in neue Produkte ist die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien notwendig. Die Förderung einer technologiefreundlichen Gesellschaft spielt daher für den Innovationsstandort, d.h. für den Einstieg und die Nutzung neuer Technologien, eine wichtige Rolle. Deshalb muss die Politik mithelfen, die Aufgeschlossenheit gegenüber technologischem Fortschritt (Technologieakzeptanz) in allen gesellschaftlichen Gruppen weiter zu fördern. Dazu sollten, zusammen mit Wirtschaft und Wissenschaft, Informationsbarrieren abgebaut und der offene Dialog mit Bürgern, Nutzern und Verbrauchern aufgenommen werden.

Attraktives Gründungsklima fördern

Die Unternehmensgründungen von heute sind der Mittelstand von morgen. Sie erhöhen die wirtschaftliche Dynamik und die Innovationskraft. Die Zahl der Neugründungen in der Region Neckar-Alb ist in den letzten Jahren rückläufig. Das liegt zum einen an der guten Konjunktur: In Zeiten, in denen die Wirtschaft rund läuft, geht das Interesse von Beschäftigten, sich selbstständig zu machen, zurück. Zum anderen ist auch die Politik gefordert, Selbstständigkeit und „Unternehmer sein“ als erfüllende Alternative zur abhängigen Beschäftigung in den Köpfen zu verankern. Ein Gründungsklima, das unternehmerisches Denken fördert und das Handwerkszeug für Selbstständigkeit vermittelt, ist hierfür essenziell. Dabei darf nicht vergessen werden, dass bürokratische Hürden und Schwierigkeiten bei der Finanzierung Gründungswillige bremsen und gründerfreundlicher werden müssen.

Die IHK unternimmt viel, um unternehmerisches Denken und Handeln in Hochschulen, Schulen und sogar Kindergärten zu verankern und wünscht sich hierbei Unterstützung vonseiten der Bundespolitik.

Unternehmensnachfolge sichern

Nicht nur Unternehmensneugründungen befördern den Innovationsgeist in der Region Neckar-Alb. Aber auch die Unternehmensnachfolge bietet einen guten Ansatzpunkt für Innovationen, kommt mit der Übernahme bestehender Betriebe doch auch immer frischer Wind in die Firmen. Umso wichtiger ist es, das Engagement bei Unternehmensnachfolgen zu verstärken. Schließlich werden laut IfM Bonn bundesweit mittlerweile nur noch rund 40 Prozent der Unternehmen innerhalb der Familie übergeben, auch in der Region Neckar-Alb nimmt diese Zahl weiter ab. Deshalb sollten die Sensibilisierungsmaßnahmen zur Unternehmensnachfolge bundesweit stärker ausgebaut werden, um potenzielle Nachfolger auf die Möglichkeiten einer Betriebsübernahme insbesondere in ländlicheren Regionen aufmerksam zu machen. Außerdem sollten die bestehenden Förderprogramme zur Unterstützung des ländlichen Raumes gestärkt werden und der Zugang zu Beteiligungskapital auch in weniger Technologieorientierten Branchen bei Betriebsübernahmen erleichtert werden.

Ihr Ansprechpartner

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IHK Reutlingen Bereich: Hauptgeschäftsführung
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