Regionale Projekte im Bundesverkehrswegeplan

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Welche Straßen in der Region können in den kommenden Jahren mit einem Ausbau rechnen? Welche Trassen werden neu gebaut? Die Antworten gibt der neue Bundesverkehrswegeplan.

Bis 2030 will der Bund mehr als 260 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren – so viel wie noch nie. Die Hälfte davon wird in Straßenneubau, -ausbau und Erhalt fließen. Das Instrument dafür ist der neue Bundesverkehrswegeplan. In ihm steht drin, wofür Geld ausgegeben werden soll. Die wichtigsten Projekte werden als so genannter „Vordringlicher Bedarf“ bezeichnet.

Die Region Neckar-Alb und die direkten Nachbarbereiche sind mit zehn Straßenbauprojekten im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans vertreten. Alle Projekte aus der Region und der Nachbarschaft sind hier vorgestellt.

Die verarbeiteten Daten stammen aus dem Projektinformationssystem PRINS zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030. 

B 27 Bodelshausen - Nehren

Das ist geplant:  4-streifiger Neubau/Erweiterung auf vier Fahrstreifen
Länge: 6,9 km

Planungsstand: Vorentwurf in Bearbeitung seit 27.04.2012, das Landesverkehrsministerium hat im Juni 2016 den so genannten „Prüfvermerk“ erteilt

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014):  88,3 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 5,1
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: hoch

Warum die Strecke wichtig ist:
Das Projekt ist Bestandteil der 2-bahnigen (4streifigen) Ausbaukonzeption der B 27 von Stuttgart bis Balingen. Die B 27 führt als wichtige Nord-Süd-Verbindung vom Mittleren Neckarraum über Tübingen in den Zollernalbkreis. Der derzeitige zweistreifige Querschnitt mit der Verkehrsbelastung gemäß Straßenverkehrszählung 2010 von bis zu 29.658 Kfz/24h und einem Schwerverkehrsanteil von 2.146 SV/24h ist überlastet. Für das Prognosejahr 2025 ist beim Planungsnullfall eine Verkehrsstärke bis zu 30.200 Kfz/24h zu erwarten. Durch die Ortsumgehung kann die Gemeinde Ofterdingen (22.846 Kfz/24h inkl. 1.689 SV/24h gemäß SVZ 2010) und die Vielzahl der innerörtlichen plangleichen Knotenpunkte in Ofterdingen entlastet werden. Durch die geplante zweibahnige B 27neu mit ihren kreuzungsfreien Anschlüssen werden Unfallrisiken und Umweltbelastungen gemindert, die Verkehrssicherheit erhöht und Kapazitätsengpässe abgebaut. Gleichzeitig kann das überörtliche Verkehrsnetz durch eine stärkere Konzentration des Verkehrs auf die B 27 entlastet werden.

B 27 Tübingen (Bläsibad) - B 28 (Schindhaubasistunnel)

Das ist geplant: 4-streifiger Neubau
Länge: 3,5 km

Planungsstand: Vorentwurf in Bearbeitung seit 31.07.2013

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014):  217,1 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 4,8
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: unbedeutend

Warum die Strecke wichtig ist:
Das Projekt ist Bestandteil der 2-bahnigen (4streifigen) Ausbaukonzeption der B 27 von Stuttgart bis Balingen. Die B 27 führt als wichtige Nord-Süd-Verbindung vom Mittleren Neckarraum über Tübingen in den Zollernalbkreis. Die OD und die Vielzahl der innerörtlichen plangleichen Knotenpunkte sind mit einer Verkehrsbelastung gemäß Straßenverkehrszählung 2010 von bis zu 40.393 Kfz/24h und einem Schwerverkehrsanteil von 2.423 SV/24h überlastet. Die hohe Verkehrsbelastung der B 27 zwischen dem Tübinger Kreuz und dem Bläsibad beeinträchtigt die städtebaulichen und umweltbezogenen Qualitäten im Bereich der Südstadt und der Gartenstadt erheblich. Durch die Ortsumgehung Tübingen sollen die Umweltbelastungen und Unfallrisiken gemindert und die städtebaulichen Qualitäten und Entwicklungsmöglichkeiten verbessert werden. Durch den Abbau von Kapazitätsengpässen wird die Verkehrssicherheit erhöht. Durch die Maßnahme soll nicht nur die verkehrliche (und städtebauliche) Situation im Bereich der Stadt Tübingen, sondern insbesondere auch die infrastrukturelle Anbindung der Region Zollernalb an den Großraum Stuttgart verbessert werden.

B 27 AS Leinfelden-Echterdingen-Nord - AS Aich

Das ist geplant: Erweiterung auf 6 Fahrstreifen
Länge: 8,7 km

Planungsstand: Vorplanung läuft seit 01.03.2009

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014):  59,4 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: >10
Umweltbetroffenheit: gering
Städtebauliche Bedeutung: unbedeutend

Warum die Strecke wichtig ist:
Die B 27 zwischen dem Echterdinger Ei und der Einmündung der B 312 bei Aichtal liegt mit einer Verkehrsbelastung von bis zu über 80.000 Kfz/d deutlich über dem Einsatzbereich einer 4-streifigen Bundesstraße. Ein 6-streifiger Ausbau erwies sich im Rahmen einer Verkehrsbedarfsermittlung für den Raum östlich von Stuttgart aus dem Jahr 2008 als besonders dringlich. Durch die Bündelung der Verkehre werden zudem die Ortsdurchfahrten von Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen entlastet, da ein Ausweichen in das nachgeordnete Straßennetz bei häufigen Staus vermieden wird.

B 27 Ortsumfahrung Schömberg

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 3,8 km

Planungsstand: Linie bestimmt/Trassenführung festgelegt am 07.08.2006

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB) als Teil des Gesamtprojekts Neukirch-Balingen

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014): 38,7 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 3,9 (als Teil des Gesamtprojekts Neukirch-Balingen)
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: mittel

Warum die Strecke wichtig ist:
Die Ortsumgehung Schömberg ist ein wichtig Bestandteil des Ausbaukonzepts der B27, dieses stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im südwestdeutschen Raum dar. Sie dient hauptsächlich dem starken regionalen Durchgangsverkehr und dem Ziel-Quellverkehr der wirtschaftlich bedeutenden Räume Stuttgart - Tübingen/Reutlingen - Balingen - Rottweil. Im Gesamtkonzept ist die B 27 als zweibahnige, kreuzungsfreie Verbindung zwischen Stuttgart und Balingen geplant. Für die Weiterführung bis Rottweil ist eine einbahnige Lösung vorgesehen. Der Streckenabschnitt ist mit der aktuellen Verkehrsbelastung von 16.200 Kfz/24h mit rd. 11% Schwerverkehrsanteil (SVZ 2010) und der Vielzahl der innerörtlichen plangleichen Knotenpunkte überlastet. Mit den Ortsumgehungen soll einerseits die Verkehrsachse B27 verbessert und eine erhebliche Verkehrsentlastung in der Ortsdurchfahrt erzielt werden. Einher geht damit eine spürbare Verringerung der starken und unzumutbaren Lärm- und Abgasimmissionen für die Anwohner an der bestehenden B27.

B 27 Ortsumfahrung Neukirch

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 10,7 km

Planungsstand: Linie bestimmt/Trassenführung festgelegt am 07.08.2006. Vorplanung läuft seit 15.07.2013

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB) als Teil des Gesamtprojekts Neukirch-Balingen

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014): 97,2 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 3,9 (als Teil des Gesamtprojekts Neukirch-Balingen)
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: hoch

Warum die Strecke wichtig ist:
Enge Ortsdurchfahrt auf wichtiger Hauptverkehrsachse, Verkehrssicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer nur noch grenzwertig.

B 28 Ortsumfahrung Unterjesingen

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 2,6 km

Planungsstand: ohne Planungsbeginn seit 17.03.2015

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014): 86,3 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 2,8
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: hoch

Warum die Strecke wichtig ist:
Die Ortsdurchfahrt Unterjesingen kann erheblich vom Verkehr entlastet werden. Die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss auf der B 28 können erheblich verbessert werden. Die Straßenverkehrszählung 2010 ergab 20.694 Kfz/Tag und 583 SV/Tag auf der B 28.Beeinträchtigungen ergeben sich auch durch die Schadstoffimmissionen. An der Messstelle der LUBW in Unterjesingen werden die Stickstoffdioxidjahresmittelwerte seit Jahren überschritten. Die PM10-Feinstaubwerte konnten aufgrund verkehrslenkender Maßnahmen (Pförtnerampel am Ortseingang) in den letzten vier Jahren eingehalten werden, wobei der Verkehrsfluss durch die Pförtnerampel allerdings beeinträchtigt wurde.

B 312 Verlegung bei Lichtenstein (Albaufstieg)

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 5,7 km

Planungsstand: Vorplanung läuft seit 28.10.2011 

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB) als Teil des Hauptprojektes B 312 Lichtenstein-Engstingen

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014): 124,3 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 6,0 (gilt für das Hauptprojekt)
Umweltbetroffenheit: hoch
Städtebauliche Bedeutung: gering  

Warum die Strecke wichtig ist:
Die B 312 stellt eine wichtige überregionale Nord-Süd Verbindung zwischen dem Verdichtungsraum Mittlerer Neckar mit dem Oberzentrum Reutlingen/Tübingen und Mittelzentrum Biberach dar. Um den Anforderungen des heutigen Verkehrsaufkommens (DTV = 19 306 Kfz/24h, amtliche Straßenverkehrszählung 2010 für die B312 innerhalb der OD Lichtenstein-Unterhausen) zu entsprechen und eine Entlastung der betroffenen Ortslagen erreichen zu können, ist ein Neu-/Ausbau der B 312 (Längsneigungen von bis zu 8,2%) im Bereich Lichtenstein als leistungsfähige und verkehrssichere überregionale Verbindung erforderlich. Die Lärm- und Abgassituation in Honau und Unterhausen wird verbessert und die Unfallrisiken und Umweltbelastungen gemindert.

B 312 Ortsumfahrung Engstingen

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 3,0 km

Planungsstand: ohne Planungsbeginn seit 30.07.2013

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB) als Teil des Hauptprojektes B 312 Lichtenstein-Engstingen

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014):  14,6 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 6,0 (gilt für das Hauptprojekt)
Umweltbetroffenheit: gering
Städtebauliche Bedeutung: gering

Warum die Strecke wichtig ist:
Die B 312 im betrachteten Streckenabschnitt ist mit 5.979 Kfz/24h und einem Schwerverkehrsanteil von 543 Fz/24h (Verkehrszählung 2010) belastet. In der Netzkonzeption des Landes BW stellt die B 312 eine wichtige überregionale Nord-Süd Verbindung (großräumige Verbindungsfunktion) zwischen dem Verdichtungsraum Mittlerer Neckar mit dem Oberzentrum Reutlingen/Tübingen und Mittelzentrum Biberach dar. Die nördlich von Engstingen an die B 312 anschließende B 313 hat in der Landeskonzeption eine untergeordnetere Funktion. Um die Verkehrsqualität, die Verbindungsfunktion der B 312 zu verbessern und die Ortsdurchfahrt von Kleinengstingen vom Verkehr, Schadstoffen und Lärm zu entlasten, ist eine Ortsumfahrung erforderlich. Diese erhöht die Verkehrsicherheit in der eng bebauten und kurvigen Ortsdurchfahrt erheblich und erleichtert die Erschließungsfunktion.

B 463 Ortsumfahrung Lautlingen

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau/3-streifiger Neubau
Länge: 4,4 km

Planungsstand: Vorentwurf beim BMVBW vorgelegt am 10.07.2013

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014): 43,2 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: 9,7
Umweltbetroffenheit: mittel
Städtebauliche Bedeutung: mittel

Warum die Strecke wichtig ist:
Die B 463 stellt eine wichtige Verkehrsachse zwischen dem östlichen Bodenseegebiet und dem mittleren Schwarzwald dar. Sie verbindet den Raum Balingen (BAB 81, B 27) über Sigmaringen mit der Region Oberschwaben / Bodensee. Durch die Baumaßnahme soll der starke Durchgangsverkehr aus der vorhandenen Ortsdurchfahrt in Albstadt - Lautlingen herausgenommen werden. Somit wird die Ortsdurchfahrt entlastet, das Unfallrisiko und die Umweltbelastungen gemindert. Die Straßenverkehrszählung 2010 ergab für die B 463 eine Verkehrsbelastung von 19.284 Kfz/24h mit einem Schwerverkehrsanteil von 1.188 SV/24h. Nach der Prognose wird die Belastung bis zum Jahr 2020 nochmals um 1.900 bis 2.400 Kfz/24h zunehmen. Derzeit ist der Bestand zweistreifig ausgebaut, in der Ortsdurchfahrt kommt es durch den Querschnitt und der Vielzahl der Anschlüsse zu Staus, vor allem zu den Stoßzeiten. Der Anschluss nach Meßstetten stellt einen Engpass dar, außerdem kommt es dort vermehrt zu Unfällen.

B 464 Ortsumfahrung Reutlingen

Das ist geplant: 2-streifiger Neubau
Länge: 2,5 km

Planungsstand: Linienbestimmung in Vorbereitung seit 27.11.2006

Dringlichkeitseinstufung: Vordringlicher Bedarf (VB)

Gesamtprojektkosten (Bruttokosten ohne Planungskosten, Preisstand 2014):  46,9 Millionen Euro

Nutzen-Kosten-Verhältnis: >10
Umweltbetroffenheit: gering
Städtebauliche Bedeutung: gering

Warum die Strecke wichtig ist:
Die Dietwegtrasse ist eine notwendige Netzergänzung zum Scheibengipfeltunnel und Bestandteil der Ortsumfahrung Reutlingen. Im Anschluss an die bestehende B 464 am Knoten Rommelsbacher Straße, bildet sie das Verbindungsstück zum Scheibengipfeltunnel und sichert somit die Möglichkeit einer weiträumigen Umfahrung der Innenstadt. Sie trägt insoweit entscheidend zur Entlastung der derzeit stark befahrenen innerstädtischen Straße Rommelsbacher-, Karl-, Eberhard-, Konrad-Adenauer- und Lederstraße und auch der Oststadt bei. Die Verkehrsbelastung weist gemäß der Bundesweiten Straßenverkehrszählung 2010 einen DTV von rd. 19.226 Kfz/24h und einen Schwerlastverkehrsanteil von 1.037 Fz/24h. Durch die Ortsumfahrung werden Unfallrisiken und Umweltbelastungen gemindert und Kapazitätsengpässe abgebaut.

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