Dienstleister fordern politische Unterstützung

Der IHK-Dienstleistungsausschuss fordert in seinem ersten Grundsatzpapier mehr politische Unterstützung bei der Bewältigung des Fachkräftemangels, mehr Investitionen in Verkehr und Breitband sowie die Regeln zur Arbeitnehmerüberlassung nicht zu verschärfen.

Der Fachkräftemangel hat nach Auffassung der im Dienstleistungsausschuss organisierten Firmen die heimische Branche erreicht. Gerade der arbeitsintensive Dienstleistungssektor hat bereits große Probleme, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Studien bestätigen diese Wahrnehmung der Firmen. Der regionale Dienstleistungssektor steht für 60 Prozent der heimischen Arbeitsplätze. Der Fachkräftemangel wird die Betriebe der Branche besonders treffen.

Die Fachkräfteproblematik muss auf mehreren Ebenen gelöst werden. Ein regionaler Ansatzpunkt stellt aus Sicht des Ausschusses eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei den Öffnungszeiten der Kitas. Sie müssen sich stärker an den Arbeitszeiten der Eltern orientieren. Außerdem registrieren die Unternehmen immer häufiger, dass die Beschäftigten beim Übergang der Kinder vom Kindergarten in die Grundschule vor großen Herausforderungen stehen. Hier kann aus Sicht der Betriebe letztlich nur der Ausbau von Ganztagesschulen und die Bereitschaft in Unternehmen zu mehr Flexibilität bei Einsatzplanung und bei Arbeitszeitmodellen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirksam verbessern. Mit zur Fachkräftesicherung gehört auch, die Region für den Zuzug von in- und ausländischen Fachkräften attraktiver zu machen.

Schnelle Anbindung

Mehr Investitionen erhoffen sich die Dienstleistungsunternehmen auch bei Verkehrs- und Breitbandausbau. In beiden Bereichen sehen die Betriebe Nachholbedarf. Auch Dienstleister jenseits der großen Städte benötigen eine schnelle Breitband-Anbindung von 25 Mbit/s und mehr, um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Bedarf an Geschwindigkeit wird in wenigen Jahren deutlich zunehmen. Dieses Problem können nur Bund, Land, Kommunen und Telekommunikationswirtschaft gemeinsam lösen, so die Position im Ausschuss.

Flexible Reaktion nötig

Deutlich spricht sich der Dienstleistungsausschuss gegen eine Verschärfung der Regeln zur Arbeitnehmerüberlassung aus. Es muss den Firmen möglich sein, flexibel zu reagieren, um die Anforderungen der Kunden erfüllen zu können. "Wir müssen Leistungen immer kurzfristiger erbringen. Deswegen darf die Arbeitsmarkt-Flexibilität nicht eingeschränkt werden", meint Dörr. Der Ausschuss fordert, dass es keine über die EU-Vorgaben hinausgehenden Begrenzungen der Arbeitnehmerüberlassung geben darf.

Diese Grundforderungen hat der IHK-Dienstleistungsausschuss erarbeitet:

  • Fachkräftesicherung vorantreiben
  • Bestehende Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt nicht beschränken
  • Willkommenskultur verbessern
  • Flächendeckenden Breitbandausbau vorantreiben
  • Verkehrsinfrastruktur ausbauen
  • Keine Ausweitung der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen
  • Stellung der dualen Berufsausbildung stärken
  • Möglichkeiten der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen besser kommunizieren
  • Dienstleistungsunternehmen nicht unnötig regulieren

Das Gesamtpapier steht hier als Download zur Verfügung.

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