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08.02.2018

„Deutsch als Muttersprache“

Diskriminierung bei Bewerbersuche

Wird im Profil einer Stellenausschreibung ein Bewerber mit Deutsch als Muttersprache gesucht, liegt darin eine mittelbare Benachteiligung wegen der ethnischen Herkunft gegenüber Personen mit nichtdeutscher Muttersprache.

Foto: Sebastian Duda/shutterstock.com

Das hat das Bundesarbeitsgericht im Fall eines in der Ukraine geborenen Bewerbers mit deutscher Staatsangehörigkeit entschieden, der sich auf eine Tätigkeit bei der Unterstützung eines Redakteurs beim Verfassen eines Buches beworben hatte und eine Absage erhielt. In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass die Stellenausschreibung mit der Anforderung „Deutsch als Muttersprache“ Personen wegen ihrer ethnischen Herkunft in besonderer Weise benachteiligen könne und daher eine mittelbare Diskriminierung beinhalte. Damit werde ausgedrückt, dass lediglich Personen angesprochen würden, die im deutschen Sprachraum aufgewachsen seien. Es bestehe daher die Vermutung, dass der Bewerber aufgrund seiner ethnischen Herkunft eine ungünstigere Behandlung erfahren habe. Diese Vermutung habe der Arbeitgeber vorliegend nicht widerlegt. Dem Bewerber stehe daher eine Entschädigung in Höhe von drei Monatsgehältern zu, hier insgesamt 3.200 Euro. (Urteil des Bundesarbeitsgerichts – BAG – vom 29. Juni 2017; Az.: 8 AZR 402/15)

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