Start-ups

Sie haben eine bahnbrechende Idee, die ihresgleichen sucht? Dann handelt es sich bei Ihrem zukünftigen Unternehmen möglicherweise um ein Start-up. Aber was macht ein Start-up eigentlich aus und wie gründet man ein Start-up?

Als Start-up werden Unternehmen bezeichnet, die (hoch)innovativ

  • in ihren Produkten, Dienstleistungen, Geschäftsmodellen und/oder Technologien sind,
  • die über ein skalierbares Geschäftsmodell verfügen
  • und nicht länger als in der Regel 5 Jahre am Markt aktiv sind.
     

Das typische Start-up-Team gibt es nicht. Aber an der Aussage, dass Investoren ihr Geld lieber in ein großartiges Team mit einer mittelmäßigen Idee stecken als andersherum, ist definitiv etwas dran. Vorteilhafte Gründereigenschaften und ein ausgewogenes Gründerteam können also Schlüsselfaktoren sein.

Auf dem Weg zum Start-up

Sicher stehen Sie mit Ihrer innovativen Geschäftsidee in den Startlöchern und wollten eigentlich bereits gestern loslegen. Nehmen Sie sich jedoch die Zeit für eine gute Vorbereitung Ihrer Geschäftstätigkeit, denn gerade (aber nicht nur) für ein Start-up bildet sie das Fundament für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg. Jedes Start-up durchläuft dieselben Entwicklungsphasen, die jeweils durch besondere Aufgaben sowie Risiken aber auch durch unterschiedliche Finanzierungszugänge gekennzeichnet sind.

1. Seed-Phase

Die Seed-Phase umfasst die Planung und Vorbereitung Ihrer Gründung. Hierbei geht es vor allem um die Geschäftsidee, das Geschäftsmodell sowie das Geschäftskonzept. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Strategien, die sich als nützliche Hilfestellung für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer etabliert: Design Thinking, Business Model Canvas und der Businessplan.

Grundlage für alle Überlegungen ist eine fundierten Marktanalyse mit Betrachtung des Marktpotenzials, der Kunden(bedürfnisse), des Wettbewerbs, usw.. Mit der Methode des Design Thinking erarbeiten Sie in iterativen Schritten Kundenlösungen (Produkt/)Service), die auch wirklich die Bedürfnisse der Kunden erfüllten. Danach gilt es, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Wenn klar ist, wie man mit der Idee sein Geld verdienen kann, hilft die Business-Model-Canvas dabei, das zukünftige Unternehmen zu strukturieren. Dabei müssen Geschäftsmodelle von Start-ups innovativ und skalierbar sein, das heißt, dass sich die Umsätze steigern lassen, ohne dass finanzieller und personeller Aufwand im gleichen Maße mitwachsen. Das macht Ihr Geschäftsmodell auch für Investoren von außen verlockend, wie Business Angels oder VC-Geber. Vor allem ist es wichtig, zu testen, ob die angedachte Kundenlösung wirklich am Markt Anklang findet (Proof of Concept).

Die Kür für die eigene Planung, aber auch die Pflicht bei der Suche nach Investoren und Kreditgebern, ist schließlich der Businessplan. Hier wird alles beschrieben, kalkuliert und schriftlich fixiert.

Die Gründer-Plattform von KfW und Bundeswirtschaftsministerium erklärt: Die meisten Start-ups finanzieren ihre Ausgaben, die in dieser Phase im Vergleich zu späteren noch recht überschaubar sind, aus eigenen Ersparnissen oder aus Darlehen von Freunden und Familie. Sollte der Kapitalbedarf für Produktentwicklung o.ä. doch schon höher ausfallen, können Investoren einbezogen werden, wie z.B. Business Angels. Um diese für sich zu gewinnen, müssen Start-ups in der Regel ihre Geschäftsidee pitchen, also in kürzester Zeit und prägnant präsentieren. Es gibt verschiedene Rahmen, bei denen Sie Ihre Geschäftsidee pitchen können. Ob bei institutionalisierten Veranstaltungen wie beispielsweise beim Start-up BW Elevator Pitch, sonstigen Start-up-Messen und Gründerevents oder direkt in Business-Angel-Netzwerken, eine gute Vorbereitung ist das A und O. Alternativ oder ergänzend ist auch eine Kampagne über eine der einschlägigen Crowdfunding-Plattformen denkbar. Darüber hinaus sollten Sie den Zugang zu geeigneter Seed-Förderung prüfen.

2. Start-up-Phase

In der Startup-Phase geht es um die Klärung formaler Aspekte der Unternehmensgründung und um praktische Schritte der Umsetzung. Dazu gehören die Anmeldung, die Wahl einer geeigneten Rechtsform, usw.. Darüber hinaus müssen geeignete Büro-und ggf. Produktionsräume gefunden, die Leistungserstellung sowie das Marketing gestartet und erste Pilotkunde akquiriert werden. Etwaige Anfangsinvestitionen sowie laufende betriebliche Ausgaben werden neben eigenen Mitteln auch über Beteiligungskapital von z.B. Venture-Capital-Gesellschaften (öffentliche oder private) finanziert. Darüber hinaus können auch öffentliche Förderdarlehen von Land und Bund in Frage kommen, die Sie über Ihre Hausbank beantragen können.

3. Aufbau-Phase

In der Aufbau-Phase stellt sich so langsam etwa wie Routine ein: Die Abläufe im Unternehmen werden optimiert, die gesamte Organisation professionalisiert und die Markteinführung gestartet. Häufig werden jetzt erste Mitarbeitende eingestellt. Der Finanzbedarf für den Organisationsaufbau kann vielleicht aus bereits generierten Einnahmen gedeckt werden oder mittels klassischer Finanzierungsgeber, wie Banken und Sparkassen, da deren Finanzierungsbereitschaft nun höher ist.

4. Wachstums-Phase

Nach Etablierung Ihres Start-ups am Markt geht es in die Expansions-Phase. Produkte und Services werden weiterentwickelt, der Markenaufbau und der Vertrieb ggf. verbunden mit einer Internationalisierung voran getrieben. Der Finanzierungsbedarf ist in dieser Phase am größten, dafür ist aber das Risiko deutlich geringer, da Ihr Geschäftsmodell sich bereits am Markt bewiesen hat. Je nach Unternehmensvision und -zielen kann nun über einen Börsengang nachgedacht werden oder eine weitere Nutzung von Beteiligungskapital (Gründerplattform), Darlehen und Förderprogrammen (Gründerplattform) erfolgen.

5. Stabilisierungs-Phase

Ihr Unternehmen gilt nun als etabliert. Sie haben sich erfolgreich gegen die Konkurrenz am Markt durchgesetzt und darauf können Sie stolz sein. Auch wenn sich nun in dieser Phase meist das Wachstum auf ein „normales“ Maß abschwächt und die Gewinne sich stabilisieren, sollten Sie sich den Spirit und die Innovationskraft eines Start-ups erhalten.

Investitionsbedarfe können ggf. finanziert werden mit dem erwirtschafteten Cash-Flow kombiniert mit klassischen Investitions- und Betriebsmittelkrediten, die auch Landes- und Bundesförderungen enthalten können.

Haben Sie weitere Fragen? Die IHK-Reutlingen unterstützt Sie gern bei Ihren Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit als High Potential-Unternehmer/in.

Jeannette Klein

Jeannette Klein

Existenzgründung und Unternehmensförderung
Position: Leiterin Gründung und Start-ups
Schwerpunkte: Existenzgründung, Unternehmensnachfolge, Jungunternehmen, Fördermittel und Finanzierung
Telefon: 07121 201-297
Fax: 07121 201-4297
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