Frauen gründen

Frauen gründen anders. Die IHK Reutlingen liefert entsprechende Informationen.
Frauen gründen anders - und aus anderen Gründen als Männer. Speziellen Rat gibt die IHK Reutlingen.Foto: Franz Pfluegl - Fotolia.com

Zunehmend mehr Frauen entdecken die Selbstständigkeit als beruflichen Weg für sich. Die Beteiligung an Unternehmensgründungen ist seit 2013 auf einem Rekordniveau. Frauen von heute gehören zur bestausgebildeten Generation aller Zeiten. Das gilt auch für Gründerinnen. Unter ihnen gibt es heute mehr selbstständige Akademikerinnen als bei den Männern, so die "bundesweite gründerinnenagentur" (bga).

Allerdings zeigt der aktuelle KfW-Gründungsmonitor (2018) auch, dass nach Jahren der Spitzenbeteiligung an der Gründungstätigkeit Frauen wieder etwas weniger unter den Existenzgründern vertreten sind. Ihr Anteil fiel 2017 auf 37 Prozent. Vor allem bei Vollerwerbsgründungen ging ihr Anteil zurück, von 33 auf 29 Prozent. Bei Nebenerwerbsgründungen hat sich der Anteil von Frauen dagegen mit 43 Prozent kaum verändert (2016: 44 Prozent). Ein Blick in die Deutsche Start-up-Szene zeigt, dass bei den Gründungen von Start-ups der Frauenanteil noch geringer ausfällt. Nur in rund jedem vierten Start-up gehören Frauen zum Gründungsteam.

Auch bei der Betriebsübergabe treten nach wie vor weit weniger Frauen die Nachfolge in einem bestehenden Unternehmen an als Männer. Das Thema Unternehmensnachfolge hat zwar in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, doch Frauen als Nachfolgerinnen, sei es im Rahmen einer familieninternen Nachfolge oder beim Verkauf eines Unternehmens, spielen bis heute dabei eine eher untergeordnete Rolle. Je nach Studie schwanken die Übernahmen, die durch Frauen erfolgen, zwischen 10 und 25 Prozent.

Egal ob Existenzgründung oder Unternehmensnachfolge, beide Berufsoptionen bieten Frauen die Möglichkeit, eine berufliche Aufgabe mit ihrer persönlichen und privaten Entfaltung zu verbinden. Familie und Karriere sind möglich. Gründerinnen oder Unternehmerinnen finden in der Regel die Rahmenbedingungen vor, die Angestellten in einer Firma oft verwehrt bleiben: flexiblere Arbeitszeiten, größere Gestaltungsspielräume und vor allem mehr Verantwortung.

Frauen gründen anders

Die Motive und Ziele, aber vor allem auch die Herangehensweise an eine bevorstehende Gründung, unterscheidet Gründerinnen von ihren männlichen Kollegen. Sie planen sorgfältiger und versuchen das Risiko weitestgehend zu minimieren. Ihre Qualifikationen und ihr Fachwissen sind oft besser als sie denken und zu oft steht sich "Frau" selbst im Weg. Zudem starten Frauen eher mit weniger Kapital, bescheideneren Erwartungen und häufig einer anderen Motivation als Männer in die Selbstständigkeit.

Auch wenn es einige signifikante Unterschiede zwischen dem Vorgehen von Gründerinnen und Gründern gibt - für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist das Geschlecht letzten Endes nachrangig. Wichtig sind vielmehr die Qualifikation und das Fachwissen, und ganz besonders die passende Gründerpersönlichkeit.

Die Wissenschaft zeigt (DIW, 2011): Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer zeichnen sich aus durch eine größere Risikotoleranz, eine höhere Leistungsbereitschaft, eine größere Aufgeschlossenheit ihren Mitmenschen sowie gegenüber Veränderungen. Zudem verfügen sie über eine größere persönliche Souveränität und Durchsetzungsfähigkeit.

Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ihn erfolgreich gemeistert haben, äußern sich häufig wie nachfolgende Gründerin: "Auch ich habe lange überlegt, bis ich endlich all meinen Mut zusammennahm. Ich hatte Selbstzweifel und schrieb viel zu lang an meinem Business Plan. Ich zögerte, machte dann aber doch Nägel mit Köpfen, denn eine Festanstellung war eigentlich keine Alternative. Heute bin ich froh, den Schritt gegangen zu sein."

Internationaler Frauentag bei der IHK Reutlingen am 8. März 2019

Veranstaltung "Starke Gründerinnen im Portrait"
Hier können Gründerinnen und Unternehmensnachfolgerinnen von erfolgreichen Frauen erfahren, wie man gründet und ein eigenes Unternehmen aufbaut. Jedes Jahr am 8. März zum Internationalen Frauentag stellt die IHK Reutlingen eine erfolgreiche Unternehmerin aus der Region Neckar-Alb vor und informiert interessierte Frauen zum Thema Selbstständigkeit und Gründung eines Unternehmens. Zudem haben Frauen die Gelegenheit, sich zu vernetzen. Hier geht es zur Anmeldung.

Veranstaltungs-Flyer Internationaler Frauentag

Links    

Frauenwirtschaftstage Baden-Württemberg

Bundesweiter Aktionstag Nachfolge ist weiblich

Bundesweiter Gründerwettbewerb Darboven IDEE-Förderpreis für Gründerinnen 

Bundesweite Gründerinnenagentur

Verband deutscher Unternehmerinnen

Deutsches Gründerinnenforum e.V.

Frauen am Werk - Netzwerk von und für Frauen, das Lebens-Arbeits-Kultur-Raum schafft

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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IHK-Zentrale Tübingen
IHK Reutlingen Bereich: Existenzgründung und Unternehmensförderung
Position: Existenzgründungsberater
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