Gründen im Team

Zusammen mit anderen ein Unternehmen zu gründen, hat durchaus viele Vorteile: Jeder bringt seine Stärken und Kompetenzen ein. Das finanzielles Risiko und die Verantwortung können Sie auf mehrere Schultern verteilen. Und ein Mehr an Gründungskapital und Kontakten sind ebenfalls hilfreich für einen gelungenen Start.

Laut KfW-Gründungsmonitor 2016 ist die Anzahl an Teamgründungen in Deutschland von 25 Prozent auf mittlerweile 37 Prozent gestiegen. Der Deutschem Startup Monitor 2017 weist sogar eine Teamquote von 72,5 Prozent an allen Startup-Gründungen in Deutschland aus.

Gemeinsam mehr erreichen
Die steigende Anzahl an Teamgründungen ist nicht verwunderlich, denn Teamgründungen haben für Gründerinnen und Gründer viele Vorteile:

  • Kombination unterschiedlicher Kompetenzen und damit umfassenderes Know-how
  • mehr Gründungskapital und eine größere Ressourcen-Nutzung
  • Verteilung des finanziellen Risikos und Ausgleich von Schwächen
  • größeres Netzwerk mit potenziellen Kunden und Investoren
  • bessere gegenseitige emotionale Unterstützung
  • Erfolg oder Scheitern des gesamten Unternehmens ist nicht nur von einer Person abhängig

Auf den ersten Blick bietet eine Teamgründung zahlreiche Vorteile. Doch bedeutet das Gründen in einer Gruppe stets auch Kompromisse. Folgende Aspekte sollten Sie in Ihrer Vorbereitung berücksichtigen:

  • Vielfalt im Team: Fachliche Expertise und Eigenschaften der Gründerinnen und Gründer sollten zueinander passen und sich ergänzen. Es empfiehlt sich, dass Grundwerte in der Arbeitsweise, Problemlösekompetenz sowie Entscheidungs- und Kommunikationsverhalten harmonieren, während Schwächen gegenseitig ausgeglichen werden können.
  • Gemeinsame Vision: Gibt es eine gemeinsame Vision? Es sollte Einigkeit über die Ausrichtung, die Ziele sowie das Geschäftsmodell im Team bestehen. Klären Sie Ihre Erwartungen an das unternehmerische Vorhaben sowie an die Rollen der Beteiligten ab.
  • Klare Zuständigkeiten: Ein Sprichwort sagt, viele Köche verderben den Brei und wenn stets alle mitreden wollen, brauchen Entscheidungen viel zu lange. Legen Sie frühzeitig fest, wie Entscheidungen getroffen werden und wer für welche Entscheidung zuständig ist: Wer übernimmt welche Verantwortung und welche Aufgaben? Bis zu welcher Stufe kann der/die Einzelne entscheiden und wann wird gemeinsam entschieden? 
  • Anteile leistungsgerecht verteilen: Es mag zunächst intuitiv fair erscheinen, wenn jeder den gleichen Anteil am Unternehmen erhält. Es kann jedoch langfristig zu erheblichen Problemen führen, insbesondere wenn die Leistungserbringung nicht den gehaltenen Anteilen entspricht. Legen Sie deshalb genaue Kriterien fest, die ausschlaggebend für die Verteilung und Leistungsbemessung sind. Eine Option ist es, die Anteilsvergabe an den jeweiligen Beitrag zu einzelnen Meilensteinen oder Zielen zu knüpfen.
  • Vertragliche Regelungen treffen: Es braucht Optimismus und Vertrauen einerseits, Vorsorge und Vereinbarungen andererseits. Sorgen Sie für Konfliktsituationen vor. Im Gesellschaftsvertrag sollten die wesentlichen Punkte wie Aufgaben und Zuständigkeiten, Beteiligungsverhältnisse und das Ausscheiden von Gesellschaftern geregelt werden.   

Geeignete Rechtsform
Für Ihre Teamgründung kommen verschiedene Rechtsformen in Frage. Diskutieren Sie Vor- und Nachteile verschiedener Varianten, bevor Sie sich entscheiden. Wenn man sich selbstständig macht, braucht es eine Rechtsform. Es muss entschieden werden, ob man Sie sich in einer Personengesellschaft oder in einer Kapitalgesellschaft zusammenschließen wollen. Dabei spielen vor allem Fragen der Haftung und der Vertretung eine Rolle.

  • Die GbR ist die einfachste Rechtsform, um im Team zusammen zu arbeiten. Sie entsteht durch den Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes. Ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag wird empfohlen. Jeder Gesellschafter hat ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeiten, allerdings haftet auch jeder Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.
  • Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine Rechtsform, die nur von Teammitgliedern, die Angehörige der Freien Berufe sind, gegründet werden kann. Angehörige Freier Berufe können sich zur Ausübung ihrer Berufe zusammenschließen. Partner können nur natürliche Personen sein. Zur Gründung ist keine Mindestkapital erforderlich. Der Partnerschaftsvertrag bedarf der Schriftform. Die Partnerschaftsgesellschaft wird ins Partnerschaftsregister eingetragen. Für Verbindlichkeiten der Partnerschaft haften die Partner neben dem Vermögen der Partnerschaft als Gesamtschuldner mit ihrem Privatvermögen.
  • Für eine GmbH als Kapitalgesellschaft bestehen aufwendigere Gründungsformalitäten und höhere Gründungskosten. Die GmbH erfordert ein Stammkapital von 25.000 €. Sie kann mit einem oder mehreren Gesellschaftern gegründet werden. Es bedarf eines schriftlichen Gesellschaftsvertrages. Eine Eintragung ins Handelsregister ist erforderlich. Die GmbH ist bilanzierungspflichtig. Die Haftung der GmbH ist regelmäßig auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale Tübingen
IHK Reutlingen Bereich: Existenzgründung und Unternehmensförderung
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