Existenzgründung in der Gesundheitswirtschaft

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Die Gesundheitsbranche

Die Märkte der Gesundheitswirtschaft sind attraktiv und zukunftsfähig. Demografischer Wandel, technischer Fortschritt und steigendes Gesundheitsbewusstsein haben die Umsätze in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Vor allem der Dienstleistungssektor wächst rasant. Hierin liegt eine Chance für viele Gründerinnen und Gründer, denn der Kapitalaufwand für das eigene Unternehmen ist überschaubar.

Gesundheitswirtschaft heißt „Erstellung und Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit dienen“. Kernbereich ist der erste Gesundheitsmarkt. Dazu gehört die klassische Gesundheitsversorgung, die größtenteils über die gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegeversicherungen finanziert werden. Aber auch Arbeitgeber, der Staat und die Sozialversicherungsträger übernehmen zum Teil die Leistungen. Im zweiten Gesundheitsmarkt werden alle privat finanzierten Produkte und Dienstleistungen zusammengefasst. Dazu gehören vor allem die freiverkäuflichen Arzneimittel, individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness und Wellness, Gesundheitstourismus und zum Teil Sport, Freizeit, Ernährung und Wohnen.

Berufe, Zulassung und Berufsbezeichnungen
Gesundheitsberufe unterteilt man in geregelte und nicht geregelte Berufe. Zu den geregelten Berufen gehören Heilberufe, Heilhilfsberufe, Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz und Berufe nach der Handwerksordnung.

Heilberufe
Zu den Heilberufen zählen alle Berufe, deren Tätigkeit durch die Arbeit am und mit dem Patienten geprägt ist. Das Heilpraktikergesetz (HeilprG) definiert im § 1(2) HeilprG die Ausübung der Heilkunde als jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird. Dies betrifft die Berufe Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Apotheker. Diesen Berufen liegt ein Studium zugrunde. Die Erlaubnis zur Ausübung des Berufes heißt Approbation. Damit verbunden ist auch die Befugnis, die jeweilige Berufsbezeichnung zu führen. Organisiert sind diese Berufe in öffentlich-rechtlichen Berufsorganisationen, wie beispielsweise der Ärztekammer. Die Heilpraktiker nehmen allerdings eine Sonderstellung ein. Sie können nach Erhalt der Heilpraktiker-Erlaubnis nach § 1 HeilprG eigenverantwortlich, also ohne ärztliche Verordnung, die Heilkunde am Patienten ausüben.

Heilhilfsberufe
Heilhilfsberufe oder auch Gesundheitsberufe umfassen Tätigkeiten, die aufgrund einer ärztlichen Verordnung erfolgen. Die Ausbildung zu diesen Berufen findet nicht an einer Hochschule statt. Rechtsgrundlage sind die jeweiligen Berufsgesetze und die entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen. Erst der erfolgreiche Ausbildungsabschluss gestattet das Führen der Berufsbezeichnung. Die in Bundesgesetzen geregelten Gesundheitsfachberufe sind:

  • Altenpfleger/Altenpflegehelfer
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
  • Hebammen/Entbindungspfleger
  • Notfallsanitäter
  • Rettungsassistenten
  • Podologen
  • Ergotherapeuten
  • Logopäden
  • Physiotherapeuten
  • Diätassistenten
  • Orthoptisten
  • Masseure/medizinischer Bademeister
  • medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten
  • medizinisch-technische Radiologieassistenten
  • medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik
  • pharmazeutisch-technische Assistenten
  • veterinärmedizinisch-technische Assistenten

Berufe nach der Handwerksordnung
Die so genannten Gesundheitshandwerke unterliegen der Handwerksordnung. Zu ihnen zählen die Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädie-Schuhmacher, Orthopädie-Techniker sowie die Zahntechniker. Alle Berufe sind zulassungspflichtige Gewerke der Anlage A der Handwerksordnung.

Angebote für die Gründung 

Die IHK Reutlingen unterstützt Gründungsinteressierte in der Gesundheitswirtschaft mit speziell zugeschnittenen Angeboten. Hier geht es zu den Angeboten.

IHK-Netzwerke für die Gesundheitswirtschaft

Netzwerken gehört zum Unternehmenserfolg. Daher bietet die IHK Reutlingen rund 40 verschiedene Berufs-, Fach- und Branchen-Netzwerke an.

  • IHK-Netzwerk Gesundheit, Ernährung, Sport: Das IHK-Netzwerk vernetzt Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft in der Region Neckar-Alb mit einem Schwerpunkt auf dem Dienstleistungssektor. Das Netzwerk trifft sich mehrmals im Jahr zu Fachveranstaltungen. Ziel ist der Austausch und die Weiterentwicklung von Gesundheitsleistungen.
  • IHK-Netzwerk Einpersonen- und Kleinunternehmen: Das IHK-Netzwerk Einpersonen- und Kleinunternehmen bietet ein abwechslungsreiches Angebot für alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die als „Einzelkämpfer" am Austausch mit Gleichgesinnten interessiert sind.

Förderung und Finanzierung

  • Beratungsförderung:
    Das Beratungsprogramm "Förderung unternehmerischen Know-hows" des Bundes richtet sich an junge sowie bestehende Unternehmen und bezuschusst Beratungsleistungen, die in Anspruch genommen werden. Förderfähig sind Beratungsleistungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen sowie organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Die IHK Reutlingen ist regionaler Ansprechpartner und informiert über das Förderprogramm.
  • Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld:
    Gründerinnen und Gründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus sich selbstständig machen, können den so genannten Gründungszuschuss oder das Einstiegsgeld beantragen. Einen Rechtsanspruch gibt es auf die Förderung jedoch nicht. Die IHK Reutlingen berät zu diesen Förderungen und erstellt eine fachkundige Stellungnahme für die Agentur für Arbeit oder für das Jobcenter. 
  • Finanzierung mit der Bank oder der Crowd:
    Neben klassischen Finanzierungsmöglichkeiten des Landes und des Bundes gibt es auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten mit der Crowd. Gründerinnen und Gründer können sich bei der IHK Reutlingen ausführlich beraten lassen oder auch an den Banksprechtagen teilnehmen, wenn ein fertiges Finanzierungskonzept vorliegt. Das gibt Sicherheit, damit es dann im Bankgespräch passt.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale
IHK Reutlingen Bereich: Existenzgründung und Unternehmensförderung
Position: Existenzgründungsberaterin
Schwerpunkte: Existenzgründungsberatung
Telefon: 07121 201-297
Fax: 07121 201-4297
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