Gründer von Ridi Leuchten verstorben

Ein Leben für das Licht

Am 16. Juli 2025 ist Richard Diez im Alter von 97 Jahren in seinem Heimatort Jungingen verstorben. Mit ihm verliert die Region eine prägende Unternehmerpersönlichkeit mit klaren Prinzipien, technischem Erfindergeist und tiefer Heimatverbundenheit.

Ein Leben für das LichtRichard Diez Foto: PR

Aus dem Nachruf des Unternehmens Ridi Leuchten in Jungingen:

"Geboren am 31. Mai 1928 als zweiter Sohn von Anna und Friedrich Diez, wächst Richard in Jungingen auf. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, er stirbt im Jahr nach seiner Geburt. Als Jugendlicher wird er noch zum Ende des Zweiten Weltkriegs eingezogen. Diese Erfahrung prägt ihn, ohne ihn zu verbittern. Nach dem Krieg wendet er sich entschieden dem Aufbau zu. Er wird Elektroinstallateur, bildet sich weiter zum Elektromeister und schließt 1952 seine Ausbildung ab. Drei Jahre später heiratet er seine Frau Anneliese, das Paar hat zwei Kinder und drei Enkel.

Am 1. August 1952 übernimmt er den kleinen Installationsbetrieb seines Stiefvaters. Bereits 1957 beginnt Richard Diez, eigene Leuchten zu entwickeln und zu fertigen. Die ersten Modelle entstehen in der Garage, bald darauf folgt der Bau einer eigenen Produktionshalle. Die Nachfrage steigt, und mit ihr wächst auch der Betrieb. Die Firma RIDI Leuchten, deren Grundstein er in diesen Jahren legt, entwickelt sich unter seiner Leitung zu einem führenden Hersteller technischer Innenbeleuchtung in Europa. Heute beschäftigt das Unternehmen über 600 Mitarbeitende, produziert an drei Standorten in Deutschland und Polen und unterhält Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern.

In der Anfangszeit übernimmt Richard Diez Planung, Fertigung und Verkauf persönlich. Auch später bleibt er am liebsten nah am Produkt, dort, wo gefertigt wird, entwickelt wird, gesprochen wird. Für ihn zählt, was entsteht, nicht wie es genannt wird. Technologie begreift er als Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Schon 1982 führt er den ersten Roboter in der Produktion ein. Seine Ideen zielen auf Funktionalität und Unabhängigkeit. Mit großer Konsequenz setzt er auf eigene Fertigungstiefe und Qualität.

Auch unternehmerisch denkt Richard Diez stets in größeren Zusammenhängen. Aus der Fertigung von Wohnraumleuchten entsteht ab 1975 eine neue Ausrichtung auf technische Beleuchtung. 1987 stellt das Unternehmen das erste eigene Schnellmontage-Lichtbandsystem vor, eine Innovation, die neue Fertigungsflächen erfordert. Da sich diese in Jungingen nicht realisieren lassen, gründet Richard Diez das Werk Ridi Nord in Rellingen bei Hamburg. 1989 wurde die Ridi Leuchten GmbH gegründet. Sein Sohn Manfred Diez wirkte nach seinem Studium der Elektrotechnik in Berlin an seiner Seite nun tatkräftig mit. 1991 folgt die Übernahme des ostdeutschen Leuchtenherstellers Berlux in Berlin. Mit Blick auf neue Märkte und den europäischen Binnenraum wird ab 1992 die Expansion ins Ausland vorangetrieben. Die erste Niederlassung entsteht in Wien. Ab 2014 legte Richard Diez die Geschäftsleitung in die Hände seines Sohnes, der auf dem Fundament, das sein Vater mit Sorgfalt, Mut und unternehmerischem Gespür gelegt hat, die Firma weiterführt.

Was Richard Diez auszeichnet, ist nicht allein die Neugier auf Technik, sondern die Nähe zu den Menschen. Der Umgang mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden ist geprägt von gegenseitigem Respekt. Sein Wort gilt. Viele schätzen seine Klarheit, seine Bodenständigkeit und seine Offenheit. Bis ins hohe Alter ist er täglich im Unternehmen präsent. In Jungingen gründet er 2010 zusammen mit Partnern die Bio Energie Killertal. Das Heizkraftwerk versorgt die Firma Ridi ebenso wie weitere Betriebe im Gewerbegebiet mit CO₂-neutraler Wärme.

Für seine Verdienste um die Wirtschaft des Landes wird er im November 1998 mit der Wirtschaftsmedaille Baden-Württembergs ausgezeichnet. Doch es sind andere Auszeichnungen, die ihm mehr bedeuten: das Vertrauen seiner Mitarbeitenden, die langjährige Treue seiner Geschäftspartner und der Umstand, dass sein Lebenswerk weitergetragen wird."


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