Brautmodengeschäft
Die Jagd nach dem perfekten Kleid
Anke Sittmann in ihrem Laden in der Tübinger Altstadt.
Foto: PRMomentan ist für Anke Sittmann Hauptsaison. Von September bis März reihen sich die Termine mit Bräuten eng aneinander. Für jede Kundin, oft begleitet von Freunden und Familie, nimmt sich die gelernte Modedesignerin anderthalb bis zwei Stunden Zeit, um das passende Kleid auszuwählen. Während die einen schon beim ersten Versuch einen Volltreffer landen, probieren andere Frauen sieben oder acht Modelle an, bis das perfekte Hochzeitskleid gefunden ist. „Wenn wir genau das richtige Kleid entdeckt haben, bekomme ich auch nach all den Jahren immer noch Gänsehaut“, sagt Anke Sittmann. In der Zeit zwischen April und August widmet sich die gebürtige Hessin verstärkt dem Design und der Anfertigung eigener Schnitte und Modelle, die sie neben Kleidern vieler internationaler Hersteller in ihrer Boutique verkauft.
Der Weg zum eigenen Laden
Als Tochter eines Architekten und einer Schneiderin kam Anke Sittmann schon früh mit kreativen Berufen in Kontakt, weshalb sie zunächst Innenarchitektin werden wollte. Als sie dann mit 17 Jahren begann, von ihrer alten und kaputten Lieblingskleidung Schnittmuster zu erstellen, um sie aus neuem Stoff nachzunähen, stand für sie aber fest, dass sie Mode machen möchte. So entschied sie sich nach dem Abitur für ein Modedesignstudium.
Ihre Leidenschaft für Brautmoden und die Beratung von Bräuten entdeckte sie, als sie in einer Brautmodenboutique jobbte. Denn obwohl sie dort eigentlich als Schneiderin tätig sein sollte, wurde sie im Verkauf eingesetzt. „Die Jagd nach dem passenden Kleid für jede Braut war sofort genau mein Ding“, erzählt sie.
Arbeit mit Gefühl
Nach dem Studium verkaufte Anke Sittmann ihre eigenen Designs zunächst an Brautmodengeschäfte, wollte jedoch schnell mehr. 1999 erfüllte sie sich schließlich ihren Traum und eröffnete in der Tübinger Neckarhalde ihren eigenen Laden. Seit 2020 findet man ihn in der Langen Gasse. „Brautmode verbindet Design ganz stark mit Gefühl und ist deshalb die Königsdisziplin im Modedesign“, sagt Anke Sittmann. „Genau deshalb macht mir mein Beruf so großen Spaß.“ Wenn sie ein individuelles Hochzeitskleid designt, müsse sie die Braut zuerst gut kennenlernen und eine präzise Vorstellung entwickeln, was sich diese wünscht. „Ich muss die Braut verstehen, ihr ins Herz gucken können.“ Erst dann könne sie mit der Arbeit loslegen. /
(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 10+11/2025.)
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