Hier wird Deutsch gelernt

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Für Flüchtlinge gibt es unterschiedliche Modelle, Deutsch zu lernen. Es kommt dabei aber auf die Bleibeperspektive und die Vorkenntnisse an. Einige Kursangebote ermöglichen gleichzeitig eine berufliche Orientierung in einem Betrieb.

„Welcher Deutschkurs für den einzelnen in Frage kommt, hängt mit dessen Bleibeperspektive zusammen“, sagt Nikolai Worms vom Integrationsministerium in Stuttgart. Erste Anlaufstelle sind häufig die Integrationskurse. Jeder Migrant, der dauerhaft in Deutschland bleiben will, ist verpflichtet, solch einen Integrationskurs zu besuchen. Dieser beinhaltet 600 Stunden Deutschunterricht.

Integrationskurse

Integrationskurse werden in der Region vor allem von den Volkshochschulen angeboten, aber auch von anderen Bildungsträgern wie dem Internationalen Bund, der in Tübingen und Reutlingen Sprachschulen unterhält. Der entsprechende Antrag kann bei diesen Bildungsträgern oder aber beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt werden.

Nicht vom BAMF, sondern von den Landratsämtern werden Deutschkurse getragen, die sich an Flüchtlinge richten, die keine gute Bleibeperspektive haben. „Wir starten jeden Monat zwei solcher Kurse mit je 20 Teilnehmern“, sagt Lena Ohr von der Volkshochschule Tübingen. Neben den Volkshochschulen bietet beispielsweise auch die Reutlinger Initiative deutsche und ausländische Familien gGmbH (ridaf) Kurse dieser Art an. Sie umfassen jeweils 100 Unterrichtsstunden.

Sprachliche und berufliche Qualifikation kombinieren

Für Migranten, die bereits ausreichende Deutschkenntnisse besitzen und eine Stelle in der Region finden wollen, gibt es eine ganze Reihe von Angeboten, die sprachliche und berufliche Qualifizierung kombinieren. Hier ist vor allem das gemeinsame Programm von Europäischem Sozialfonds und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (ESF-BAMF) zu nennen. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Programm ist, dass man bei einer Arbeitsagentur oder einem Job-Center gemeldet ist. Von dort aus wird der Teilnehmer an einen Bildungsträger vermittelt, der ESF-BAMF-Kurse anbietet. Diese umfassen dann jeweils bis zu 730 Unterrichtsstunden. Darin eingeschlossen ist auch ein vierwöchiges Praktikum in einem Betrieb.

Programm „LAurA“

Weniger umfangreich ist das Programm „LAurA“ (Landesprogramm Arbeitsmarkt und regionale Integration für Asylsuchende und Flüchtlinge). Auch dieses kombiniert Deutschkurse und Praktika. In der Region Neckar-Alb wird es allerdings nur im Zollernalbkreis angeboten. Und zwar von der Berufliche Bildung gGmbH in Albstadt und Balingen.

Programm „Perspektiven für Flüchtlinge“

Bei der Vermittlung von berufsbezogenem Deutsch setzt das Programm „Perspektiven für Flüchtlinge“ an, das ebenfalls von den Arbeitsagenturen organisiert wird. „Denn wer allgemeine Sprachkenntnisse hat, weiß ja noch nicht automatisch, was zum Beispiel Gabelstapler oder ähnliches heißt“, erklärt Annette Gerz von der Arbeitsagentur Reutlingen. Gleichzeitig ermöglicht „Perspektiven für Flüchtlinge“ den Teilnehmern auch eine erste berufliche Orientierung.

Auf Ausbildung vorbereiten

Dies ist auch das Ziel eines Projekts der Arbeitsagentur Balingen. Dabei können Migranten ab Herbst 2016 zunächst acht Wochen lang verschiedenen Branchen kennenlernen, bevor sie dann in einer dieser Branchen eine sechsmonatige so genannte Grundqualifizierung erhalten. Diese soll auf eine Ausbildung vorbereiten.

Programm „StellA“

An Migranten, die in ihrem Heimatland bereits einen akademischen Abschluss erworben haben, richtet sich das Programm „StellA“ (Schnelle Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in gemeinsamer Verantwortung). Es hat das Ziel, diese Akademiker möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hierzu vermittelt die Arbeitsagentur Reutlingen entsprechende Praktika. Zudem besuchen die Teilnehmer Sprachkurse an den Volkshochschulen in Tübingen, Reutlingen oder Rottenburg.

Weitere Sprachschulen im Überblick auf der Website des Welcome Centers Neckar-Alb:

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