Flüchtlinge und Ausbildung

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Wenn Unternehmen einem Flüchtling eine Ausbildungs-, Praktikums- oder Qualifizierungsmöglichkeit anbieten wollen, ist zunächst zu klären, unter welchen Bedingungen dies möglich ist.

Ausbildung

Asylsuchende und Geduldete dürfen unter folgenden Voraussetzungen eine Ausbildung absolvieren:

  • Eine schulische Ausbildung ist immer ohne Genehmigung durch die Ausländerbehörde möglich.
  • Die betriebliche (duale) Berufsausbildung dürfen Asylsuchende ab dem vierten Monat und Geduldete bereits ab dem ersten Tag des Status als Geduldeter beginnen. Voraussetzung ist jedoch, dass zuvor für den konkreten Ausbildungsplatz eine Beschäftigungserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt wurde.

Geduldete Personen können nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung eine befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten, sofern sie eine ihrem Abschluss entsprechende und für ihren Lebensunterhalt ausreichend bezahlte Stelle finden.

Außerdem gilt seit der Verabschiedung des Integrationsgesetzes im Juli 2016 die "3+2"-Regel. Das heißt: Flüchtlinge sind für die Zeit einer Ausbildung (drei Jahre) sowie bei Weiterbeschäftigung (zwei Jahre) geduldet.

Bei Aufnahme einer Berufsausbildung kann je nach Ausbildungsart und persönlichen Umständen ein Anspruch auf Ausbildungsförderung bestehen. Dies führt zwar zum Wegfall des Anspruchs nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, es kann jedoch ein Anspruch auf Wohngeld bestehen. Weitere Auskünfte zur Berufsausbildung und -förderung erteilen die Berufsberatung der örtlichen Arbeitsagentur und zur sozialen Sicherung die städtischen Stellen, wie Wohngeldamt oder BAföG-Amt.

Die Berufsberatung der örtlichen Agenturen für Arbeit:   

Praktikum: Was ist zu beachten?

Zur Aufnahme eines Praktikums benötigen Asylsuchende und Geduldete grundsätzlich ebenfalls eine Erlaubnis der Ausländerbehörde. Die Bundesagentur für Arbeit muss zustimmen.

Mit einer am 29. Juli 2015 vom Bundeskabinett beschlossenen Änderung der Beschäftigungsverordnung soll Asylsuchenden und Geduldeten aber in Zukunft der Zugang zu bestimmten Praktika erleichtert werden. Zu diesen zählen:

  • Pflichtpraktika
  • Praktika zur Berufsorientierung,
  • ausbildungsbegleitende Praktika

Diese Übersicht der Arbeitsagentur sowie die Broschüre "Einen Flüchtling einstellen" der Arbeitsagentur Baden-Württemberg geben einen guten Überblick zur Beschäftigung von Flüchtlingen. Weitere Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere zum Thema Praktika, erhalten Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit. Hier geht es direkt zum Download eines Merkblatts zum Thema Flüchtlinge

Die Praktikumsbörse der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier.

Informationen zu Flüchtlingen und Schulen finden Sie auf der Webseite zur Flüchtlingsintegration des baden-württembergischen Kultusministeriums.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale
IHK Reutlingen Bereich: Ausbildung
Position: Bereichsleiterin Ausbildung
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss
Telefon: 07121 201-262
Fax: 07121 201-4262
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