Prüfer/in werden

Wer kann Prüferin oder Prüfer werden, was muss man mitbringen, wer das Ehrenamt ausfüllen will, und wie vereinbart es sich mit dem eigentlichen Beruf? Hier gibt es Antworten.

Wer kann Prüferin oder Prüfer sein?
Voraussetzung ist die fachliche und persönliche Eignung für die Tätigkeit als Prüferin oder Prüfer. Dazu müssen diese nicht zwingend als Ausbilder im Betrieb tätig sein, auch wenn dies durchaus hilfreich ist. Primär zählen die fachliche Kompetenz und das Einfühlungsvermögen in die Prüfungsteilnehmer. Eine gute Basis dafür ist gegeben, wenn man den zu prüfenden Beruf selbst einmal erlernt hat und seither einige Jahre darin tätig ist. Es sind aber durchaus auch Hochschulabsolventen oder Quereinsteiger – mit der fachlich passenden Berufspraxis – in Prüfungsausschüssen vertreten. Nicht zuletzt zählt auch das Interesse und die Freude am Umgang mit jungen Menschen.

Wie wird man Prüferin oder Prüfer?
Der Einstieg in die Prüfertätigkeit verläuft in der Regel über ein Erstgespräch mit der zuständigen IHK-Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter. Es folgt die Teilnahme an einer Prüfung als Gast, ein Einführungsworkshop, der sich um rechtliche und organisatorische Abläufe, den Prüfungsknigge und den Ablauf der mündlichen Prüfungen dreht, die tatsächliche Berufung in den Prüfungsausschuss sowie die Einführung in den jeweiligen Ausschuss. 

Vorteile für die Praxis
Die Mitglieder in den IHK-Prüfungsausschüssen erhalten durch ihre Tätigkeit als Prüferinnen und Prüfer wertvolle Hinweise zur kontinuierlichen inhaltlichen und organisatorischen Verbesserung der eigenen Ausbildungsarbeit sowie vielfältige Kontakte zu anderen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie zu Lehrkräften der berufsbildenden Schulen. Kurz gesagt: Man lernt vom Beispiel der anderen, bekommt frischen Input und kann Kontakte aufbauen.

Das macht der Prüfungsausschuss
Ein IHK-Prüfungsausschuss muss vor allem die schriftlichen Prüfungsleistungen der Prüfungsteilnehmer bewerten, praktische Prüfungen oder Präsentationen beobachten und bewerten, Prüfungsgespräche führen und abschließend feststellen, ob die Prüfungsteilnehmer die berufliche Handlungskompetenz erworben haben. Es gilt der Grundsatz „Wer lehrt, prüft nicht“, nach dem Ausbilder oder Dozenten in aller Regel nicht ihre eigenen Auszubildenden oder Weiterbildungsteilnehmer prüfen. Somit wird Objektivität gewährleistet. Der Prüfungsauschuss setzt sich aus einem Arbeitgebervertreter, einem Arbeitnehmervertreter sowie einer Lehrkraft zusammen.

Prüfer werden von Betrieben und Berufsschulen freigestellt
Das Prüferehrenamt lebt von der Bereitschaft der Unternehmen und Berufsschulen, Prüferinnen und Prüfer von ihrer Tätigkeit freizustellen. Der Freistellungsbedarf beträgt je nach Branche und Beruf zwischen vier und zehn Tagen pro Jahr. Die meisten Arbeitgeber stellen Mitarbeiter unter Fortzahlung der Bezüge für diese ehrenamtliche Tätigkeit frei. Von der IHK erhalten die Prüfer für die Dauer der Prüfung eine Aufwandsentschädigung, die sich am Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz orientiert. Fahrtkosten und weitere Auslagen werden erstattet.

Prüferinnen und Prüfer sichern Qualität 
Mit ihrem Einsatz stärken Prüfer die bundesweit vergleichbare, hohe Qualität in den Prüfungen, fördern den Nachwuchs an versierten Fach- und Führungskräften und sichern die berufliche Zukunft der jungen Generation über regionale Grenzen hinweg. Oder anders gesagt: Personalchefs aus ganz Deutschland können sich darauf verlassen: Wer ein gutes IHK-Prüfungszeugnis vorlegt, ist eine gut qualifizierte Fachkraft.

Prüferseminare
Die IHK-Prüfungen in der Berufsausbildung, in der Weiterbildung und im Bereich Verkehr werden von ehrenamtlichen, berufenen Prüfern durchgeführt. Für die Mitglieder der Prüfungsausschüsse organisiert die IHK Reutlingen Workshops und Seminare. So können die Prüfer ihr pädagogisches und rechtliches Wissen regelmäßig aktualisieren. Gleichzeitig werden sie auf neue Prüfungsinhalte und Prüfungsformen vorbereitet.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale Tübingen
IHK Reutlingen Bereich: Ausbildung
Position: Leiter Ausbildungsprüfungen
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Ausbildungsfragen
Telefon: 07121 201 - 143
Fax: 07121 201 - 4143
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