Schritt für Schritt zur Lehrstelle

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Schritt 1: Welche Berufe passen zu mir? Teste dich selbst!

Eigene Fähigkeiten klar zu erkennen fällt oft schwer. Die Checkliste hilft dir, Interessen, Fähigkeiten und Qualifikationen herauszufinden. Frag am besten auch deine Eltern, Lehrer und Freunde nach ihrer Einschätzung.

Außerdem hilft der Berufswahltest der Agentur für Arbeit. Detailliert werden die Stärken in bestimmten Schulfächern analysiert und Vorlieben untersucht. Für den Test kannst du dich nach einem Gespräch mit einer Beratungsfachkraft im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit anmelden. Im BIZ findest du über die Berufe, die in die engere Auswahl gekommen sind, auch Filme, Info-Mappen und Broschüren.

Checkliste: Das erwarten die Ausbildungsbetriebe

Nicht nur die Schulnoten entscheiden über einen Ausbildungsplatz. Genauso wichtig sind all ge meine Fähigkeiten, die du mitbringen musst, um erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Die Wünsche und Erwartungen der Ausbildungsbetriebe lassen sich in drei große Blöcke unterteilen:

  • Fachliche Kompetenzen  
  • Soziale Kompetenzen
  • Persönliche Kompetenzen

Welche Anforderungen im Einzelnen gemeint sind, sagt dir die Checkliste. Gehe sie ehrlich durch und frage dich: Wo liegen meine Stärken? Welche Kenntnisse muss ich verbessern und an welchen persönlichen Schwächen muss ich noch arbeiten?

Tipp: Der Info-Flyer: "Was wünschen sich Unternehmen von Schulabgängern?" kann kostenlos bei Tatjana Buskies (buskies (at) reutlingen.ihk.de) bestellt werden.

Wunschberuf und Alternativen

Klar, dein Beruf soll zu dir passen. Aber es gibt sicher mehr als einen, der dir richtig Spaß macht. Für die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz ist es besser, mehrere Eisen im Feuer zu haben.

Beispiel 1:

Willst du abwechslungsreich und kreativ arbeiten? Zum Beispiel als Mediengestalter Bild und Ton. Hier kannst du dir alternativ folgende Ausbildungsberufe anschauen: Film-­ und Videoeditor, Medienkaufmann Digital und Print, Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder Veranstaltungskaufmann (m/w).

Beispiel 2:

Du möchtest im Fitnessbereich arbeiten? Da gibt es außer dem Sport- ­und Fitnesskaufmann und dem Sportfachmann noch keine weiteren Ausbildungsberufe. Alternativen: Kaufmann im Gesundheitswesen, Kaufmann für Tourismus und Freizeit, Hotelkaufmann (m/w).

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Schritt 2: Infos sammeln und sortieren

Nachdem du dir einige Berufe ausgesucht hast, solltest du dich genauer über die Ausbildungsinhalte
informieren. Am besten geht das im Internet. Eine Linkauswahl findest du hier:

Angebote der Bundesagentur für Arbeit:
Lexikon Ausbildungsberufe: "Beruf aktuell" 
Allgemeine Berufsinformationen: "Berufenet"
Filmportal: "Berufe TV"
Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung: "kursnet"

Angebot des Bundesinstitut für Berufsbildung:
Portal für duales Studium und Zusatzqualifikationen: "AusbildungPlus"

Weitere Angebote:
Forum für Azubis und Stellensucher: "Azubi.net"
Angebot des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg : "Gut-ausgebildet.de"
Angebot des Bundesbildungsministeriums: "Jobstarter"

IHK-Angebote:
Lehrstellen finden
Facebookseite für Azubis
Lehrstellenbörse
Ausbildungsatlas - Onlineportal

Außerdem solltest du Aus- und Weiterbildungsmessen sowie Tage der offenen Tür bei Firmen besuchen. Nutze auch private Netzwerke (Verwandte, Bekannte, Leute aus dem Sportverein etc.), um Kontakte zu Ausbildungsbetrieben zu knüpfen. Wenn in der Nachbarschaft Firmen sind, die du interessant findest, dann geh einfach hin: Fragen kostet nichts!

Hier triffst du interessante Unternehmen oder Azubis, die von ihren Berufen berichten:

IHK-Berufsinfotage
Azubi-Business-Lounge
Bildungsmesse Neckar-Alb binea
Bildungsmesse Visionen

Checkliste: Was du über deinen Ausbildungsberuf wissen solltest

  • Wie viele Ausbildungsstellen gibt es (in meiner Region)?
  • Welche Aussichten hat dieser Beruf langfristig?
  • Welche Weiterbildungs- /Karrieremöglichkeiten gibt es?
  • Werde ich nach der Ausbildung übernommen?
  • Ist das in der Ausbildung angeeignete Wissen auf andere Berufe übertragbar?
  • Habe ich meinen Traumberuf schon einmal durch ein Praktikum getestet?

Schritt 3: Bewerben – aber richtig!

In der Regel erwarten die Firmen eine schriftliche Bewerbung. Unser Tipp: Kläre ab, in welcher Form die Bewerbung gewünscht ist. Ob als E-­Mail, als Online-­Bewerbung oder konventionell auf dem Postweg. Viele Firmen weisen in ihren Stellenangeboten darauf hin, in welcher Form die Bewerbung erfolgen soll. Die Bewerbung sollte dann unbedingt in der gewünschten Form erfolgen.

Folgende Unterlagen sollten in die Bewerbung, aber achte bitte auf die Wünsche der Unternehmen.

  • Bewerbungsschreiben
  • Deckblatt (kein Muss!)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Anlagen (Zeugnisse, Zertifikate, etc.)

Darauf musst du bei der Bewerbungsmappe achten:

  • Keine Rechtschreibfehler
  • Gutes Papier, keine Eselsohren oder Kaffeeflecken
  • Zurückhaltende, seriöse Schriftart
  • Keine kitschigen WordArts oder Smileys im Lebenslauf oder im Rest der Bewerbung
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Die Bewerbung

1. Anschreiben

  • Maximal eine DIN-A4-Seite lang
  • Klare Betreffzeile (Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zur / zum …)
  • Der Adressat der Bewerbung wird namentlich angesprochen
  • Vollständige Kontaktdaten angeben
  • Datum und Unterschrift nicht vergessen

2. Foto

  • Ist heute nicht mehr zwingend, wird aber von vielen Personalverantwortlichen
    nach wie vor geschätzt
  • Gehört entweder auf das Deckblatt oder rechts oben auf den Lebenslauf
  • Unser Tipp: Bei Bewerbungsformularen brauchst du das Foto als separate JPG-Datei
  • Sollte unbedingt von einem Profi gemacht sein
  • Keine Schnappschüsse oder Urlaubsfotos
  • Seriöses Outfit und gepflegte Erscheinung

3. Lebenslauf

  • Tabellarische Form
  • Persönliche Daten
  • Schulische Ausbildung
  • Berufliche Erfahrungen, Praktika, etc.
  • Qualifikationen (Sprachkenntnisse, PC-Kenntnisse, Führerschein, etc.)
  • Hobbys
  • Datum und Unterschrift kannst du auch hier nochmals einfügen, eine feste Regel gibt es hier nicht. Unser Tipp: Manche Personaler halten einen Lebenslauf ohne Unterschrift für unvollständig, daher unterschreibe ihn am besten zusätzlich.

4. Anlagen

  • Kopie des letzten Schulzeugnisses
  • Bescheinigungen von Praktika oder Kursen (Kopien)
  • Wichtig: Nur solche Nachweise einlegen, die einen Bezug zum Beruf haben

Tipp: Zeige deine Bewerbung jemandem, bevor du sie abschickst: Man findet die eigenen Schreibfehler häufig nicht. Viele gute Tipps rund ums Thema Bewerbungen und Bewerbungsunterlagen findest du in den Bewerbungsratgebern im Fachhandel, in Bibliotheken oder online.

www.wirtschaft-macht-schule.de/service

Klick dich zu deinem Job

Inhalte und die Reihenfolge der Unterlagen sind bei der E-Mail-Bewerbung gleich wie bei der schriftlichen Bewerbungsmappe. Und auch hier gilt: Deine Bewerbung muss formal in Ordnung sein. Darauf solltest du bei E-Mail-Bewerbungen besonders achten:

  • Seriös klingende E-Mail-Adresse zulegen
  • Klarer Betreff: "Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als..."
  • Komplette postalische Adresse im Anschreiben sowie Telefon- bzw. Handy-Nummer nicht vergessen
  • Statt einzelner Anhänge unbedingt das Anschreiben, den Lebenslauf, alle weiteren Informationen, wie Schulzeugnisse und Praktikabescheinigungen, in ein PDF packen. Die Datei solltest du noch komprimieren. Beachte die Hinweise zur Dateigröße in der Stellenausschreibung.
  • Datei vor dem Abschicken ausdrucken und in Papierform auf Fehler durchschauen

Bei Online-­Formularen ist eins wichtig: Heb dich von der Masse ab! In größeren Unternehmen wird oft eine Software eingesetzt, die Bewerbungen nach Stichworten filtert und zum Beispiel unvollständige Bewerbungen sofort aus­sortiert. Achte also besonders auf die Vollständigkeit deiner Angaben, sonst erreicht deine Bewerbung nicht einmal den Personaler. Falls du weitere Angaben machen kannst – tu es! So zeigst du dem Arbeitgeber, dass du dich auf diesen Job vorbereitet hast, und unterstreichst die Individualität deiner Bewerbung. Wichtig: Eine Online­-Bewerbung muss genauso sorgfältig erstellt werden wie eine klassische Bewerbung. Rechtschreibfehler oder fehlende Angaben fallen auch in einer E-­Mail oder der Online-­Bewerbung negativ auf. Wer hier schludert, vergibt die Chance auf ein Vorstellungsgespräch!

Schritt 4: Vorbereitung auf Einstellungstest

Viele Unternehmen laden nicht sofort zu einem persönlichen Gespräch ein. Immer häufiger kommt es vor, dass du zuerst einmal einen Bewerbungstest bewältigen musst. Um dich darauf vorzubereiten, hilft nur eines: üben, üben, üben. So gehst du dabei vor:

  • Informiere dich über die unterschiedlichen Testarten
  • Besorge dir Testunterlagen zu Übungszwecken
  • Spiele Testsituationen durch und lege für die Aufgaben eine bestimmte Zeit fest
  • Frische dein Allgemeinwissen auf: Lies die Tageszeitung oder informiere dich im Internet über aktuelle Themen und Nachrichten
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Schritt 5: Überzeugen im Vorstellungsgespräch

Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen? Herzlichen Glückwunsch – dann hast du die erste Hürde genommen: Du bist in die engere Auswahl gekommen. Der Personalverantwortliche möchte dich nun näher kennenlernen. Auf das Vorstellungsgespräch solltest du dich sorgfältig vorbereiten.

Vor dem Vorstellungsgespräch:

  • Als Erstes: Termin sofort bestätigen und in deinem Kalender notieren
  • Möglichst viele Informationen über die Firma sammeln
  • Liste mit Fragen erstellen
  • Namen des Ansprechpartners notieren und einprägen
  • Passende Kleidung überlegen und vorher vor dem Spiegel ausprobieren
  • Telefonnummer des Ansprechpartners im Handy speichern (hilfreich bei Stau, Unfall, etc.)

Tipp: Zum Vorstellungsgespräch alle wichtigen Unterlagen mitnehmen (Einladungsschreiben, Kopie der Bewerbungsunterlagen, Liste deiner Fragen an die Firma, Notizblock und Kugelschreiber).

Tipp: Finde so viel über den Betrieb heraus wie möglich: Was macht die Firma? Wann wurde sie gegründet? Wie viele Mitarbeiter? Wie viele Standorte? Infos dazu findest du meist im Internet oder in Firmenbroschüren.

Beim Vorstellungsgespräch:

  • Pünktlichkeit ist ein absolutes Muss
  • Stell dich mit deinem vollen Namen vor
  • Präg dir den Namen deines Gesprächspartners ein
  • Entspannte Sitzhaltung – weder zu steif noch zu lässig
  • Nicht unruhig herumrutschen, nicht nervös herumfummeln
  • Während des Gesprächs Blickkontakt mit deinem Gesprächspartner halten
  • Lass erkennen, dass du gut zuhörst und verstehst, was gesagt wird
  • Wenn du etwas nicht verstehst, frage höflich nach
  • Vermeide Szenesprache, Kraftausdrücke und Fremdwörter, die du nicht genau kennst

Mit diesen Fragen kannst du punkten:

  • Wie viele Auszubildende hat die Firma?
  • Wo ist die zuständige Berufsschule?
  • Gibt es betrieblichen Unterricht?
  • Wie ist die Arbeitszeit geregelt?
  • Wie sieht mein Arbeitsplatz aus?
  • Wie sieht der Tagesverlauf in meiner Ausbildung aus?
  • Werde ich allein oder im Team arbeiten?
  • Welche Bereiche werde ich durchlaufen?
  • Wie sind die Chancen, übernommen zu werden?
  • Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich mir?
  • Welche Weiterbildung gibt es in diesem Beruf?
  • Kann ich ein freiwilliges Praktikum absolvieren?
  • Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?

Mit diesen Fragen musst du rechnen:

  • Warum bewerben Sie sich für diesen Beruf?
  • Aus welchem Grund haben Sie sich bei uns beworben?
  • Was erwarten Sie von der Ausbildung in diesem Beruf? Wie stellen Sie sich den Tagesablauf vor?
  • In welchen Schulfächern haben Sie gute und in welchen schlechte Noten und warum?
  • Was sind Ihre Stärken, was sind Ihre Schwächen?Was muss gegeben sein, damit Ihnen Lernen Spaß macht?
  • Schildern Sie Ihre bisherigen Erfahrungen mit Praktika bzw. dem Berufsleben.
  • Welche Tageszeitung lesen Sie?
  • Welchen Hobbys bzw. Freizeitinteressen gehen Sie nach?
  • Beschreiben Sie drei Ihrer wesentlichen Charakterzüge.
  • Begründen Sie, warum wir genau Sie einstellen sollen.
  • Wie würden Sie zur Arbeit kommen?
  • Was machen Sie, wenn es mit einem Ausbildungsplatz nicht klappt?

Wann soll ich was erledigen? Hier gibt es einen 2-Jahresplan im Überblick:

Zeitstrahl: Das 3-Schritte-Modell im Überblick.

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