IHK-Berufe: Sprungbrett für eine "Karriere mit Lehre"

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Duale Ausbildung: Was ist das?

Rund 50 Prozent eines Altersjahrgangs in Deutschland beginnen nach ihrem Schulabschluss eine duale Berufsausbildung. Diese Form der Qualifizierung ist zweigeteilt: Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule. Die Gründe, sich für eine klassische Berufsausbildung zu entscheiden, liegen auf der Hand: Du wirst optimal auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet und erlebst den ständigen wirtschaftlichen und technischen Wandel im Betrieb hautnah mit. Der Übergang von der Aus bildung in das Berufsleben verläuft meist reibungslos. Durch die Ausbildungsvergütung wirst du gegenüber anderen unabhängig.

So geht’s: Wege zum Ausbildungsplatz

Mit einem Praktikum kannst du prüfen, ob dein Wunschberuf wirklich der Richtige für dich ist. Obwohl ein Praktikum nur wenige Wochen dauert, sollte man diesen Ausflug ins Berufsleben ernst nehmen: Denn wer die Chefs persönlich kennt und einen guten Eindruck macht, wird gerne in die Lehre übernommen. Die Einstiegsqualifizierung ist ein Langzeitpraktikum von mindestens sechs bis maximal zwölf Monaten. Der Praktikant erhält eine kleine Vergütung. Außerdem übernimmt die Agentur für Arbeit während dieser Zeit die Sozialversicherung. Die Einstiegsqualifizierung orientiert sich an den Ausbildungsinhalten des jeweiligen Berufes. Etwa 80 Prozent der Absolventen einer Einstiegsqualifizierung werden nach Ablauf des Praktikums übernommen

Super Chance: Lehre und Studium

Wer das Abitur oder die Fachhochschulreife hat, kann parallel zur Ausbildung sogar einen Studienabschluss erwerben. Die IHK Reutlingen hat Kooperationen mit den Hochschulen in Reutlingen
„Reutlinger Modell“ und Albstadt-Sigmaringen „Kombi-Studium“ sowie den Berufsschulen in
Reutlingen und Balingen. Qualifizierte Studenten können in nur 4,5 Jahren eine Ausbildung zum
Industriemechaniker oder Mechatroniker sowie einen Hochschulabschluss im Maschinenbau oder
in Mechatronik erwerben. Ähnliche Möglichkeiten bietet die DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg).
Durch die Doppelqualifikation bist du später nicht „nur“ Ingenieur, sondern als Facharbeiter mit Praxiserfahrung und IHK-Abschluss für Firmen besonders interessant. Der Einstieg in das Berufsleben
wird dadurch einfacher. Durch die Ausbildungsvergütung kannst du schon während des Studiums
auf eigenen Beinen stehen.

Tipp: Praktikum im Betrieb? Der KOMPASS Berufsorientierung zeigt, wo´s langgeht. In der Arbeitsmappe finden Schüler, Lehrer und betriebliche Ausbilder Tipps und Materialien rund um das Betriebspraktikum – von der Vorbereitung im Unterricht bis zur Betreuung im Betrieb.

Karriere mit Lehre

Du hast deine Lehre erfolgreich beendet? Dann starte durch! Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist eine solide Ausgangsbasis mit Perspektive. Die IHK-Weiterbildung orientiert sich an den Anforderungen im Beruf, denn Betriebe schätzen Praxisnähe. Die Weiterbildung wird neben der Berufstätigkeit gemacht. Vorteil: Du bleibst im Job, bekommst weiterhin dein Gehalt und musst nach der Weiterbildung nicht nach einer neuen Stelle suchen.

Mit drei Schritten in die Führungsposition

Schritt 1: Abgeschlossene Lehre
Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene Lehre. Außerdem sind mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung für die zweite Stufe der Karriereleiter erforderlich.

Schritt 2: Fachwirt, Fachkaufmann, Industriemeister, Industrietechniker IHK (m/w)
Fachwirte sind Allrounder. Sie kennen sich in ihrer Branche und den verschiedenen Aufgaben-gebieten ihres Betriebs bestens aus. Fachwirte gibt es in fast allen Wirtschaftszweigen wie Industrie, Handel, Versicherungen, Verkehr, Banken, Tourismus und Wohnungswirtschaft. Bei Fachkaufleuten handelt es sich um Spezialisten, die einen betrieblichen Funktionsbereich eigenverantwortlich und kompetent betreuen – sei es Marketing oder Personal, Einkauf oder Buchhaltung. Industriemeister führen Arbeitsgruppen und Abteilungen in Industriebetrieben. Industrietechniker IHK bewegen sich auf Meisterniveau und setzen ihre Fachkenntnisse und ihr Know-how in Montage, Fertigung und Produktion ein.

Schritt 3: Geprüfter Betriebswirt, Geprüfter Technischer Betriebswirt (m/w)
Geschafft! Die dritte Stufe der Karriereleiter ist erreicht. Betriebswirte übernehmen Führungspositionen. Sie sind moderne Manager mit einem breiten und fundierten Wissen. Sie führen Unternehmen, motivieren Mitarbeiter und entwickeln neue Konzepte. Mit dem Aufgaben- und Verantwortungsbereich steigt auch das Gehalt. Du siehst: Die Mühe lohnt sich!

Karriere auf einen Blick: Hier gibt es ein Schaubild zu den Karriere-Chancen mit der IHK-Weiterbildung.

Tipp: Wer den Fachwirt, Fachkaufmann, Industriemeister oder Industrietechniker IHK (m/w) gemacht hat, kann anschließend an Fachhochschulen oder Universitäten einen Bachelor- oder Master-Abschluss erwerben.

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