IHK im ZAK: Verkehr braucht stärkere Priorität
„Zu lange auf Verschleiß gefahren“
Foto: tomazl/iStockphoto.comDer Kreis wartet seit Jahrzehnten auf eine vierspurig ausgebaute B 27 bis vor die Tore Stuttgarts, die Ortsumfahrung von Albstadt-Lautlingen sowie die Umfahrungen von Schömberg und Neukirchen – doch die Bagger werden für all diese Projekte absehbar nicht rollen. „Das frustriert die allermeisten Unternehmerinnen und Unternehmer im Zollernalbkreis sehr. Wir haben seit langer Zeit das Gefühl, dass sich nicht mit dem nötigen Nachdruck für den Zollernalbkreis eingesetzt wird“, so Link.
Ist doch ein paralleler Neubau möglich?
Neben fehlenden Neubauten kritisiert die Wirtschaft im Kreis, dass die bestehende Verkehrsinfrastruktur zu selten rechtzeitig modernisiert wird. „Wir sind nur auf Verschleiß gefahren. Das rächt sich jetzt“, so Link. Die Folgen sind aktuell etwa an der Eyachtalbrücke der B 463 zu besichtigen. Die Brücke müsste eigentlich bald erneuert werden. Sie wird öffentlich als „marode“ bezeichnet. Tatsächlich sind Abriss und Neubau jedoch erst für 2029 geplant. „Der Verkehr muss immer fließen. Für die Wirtschaft ist nichts schlimmer, als dass wir mit Sperrungen und Umfahrungsverkehren leben müssen.“ Aus Sicht der IHK ist daher ergebnisoffen zu prüfen, ob ein paralleler Neubau zur bisherigen Brücke nicht doch schneller und ggf. ohne Planfeststellung möglich ist. „Wir zahlen jetzt den Preis dafür, dass wir das vorhandene Geld über Jahrzehnte nicht in die Infrastruktur gesteckt haben“, sagt der Gremiumsvorsitzende. Die Folgen für Betriebe und Pendler mit Staus, Verspätungen und einer hohen Belastung der Ausweichstrecken wären enorm.
Das IHK-Gremium für den Zollernalbkreis fordert dringend ein Umsteuern. Die Planungen für den Bau von Straßen, Brücken und Schienen müssen mit Blick auf die Vorgaben verschlankt und beschleunigt werden – und letztlich müssen die Mittel der öffentlichen Hand sicher fließen. Link: „Wenn wir in Deutschland regelmäßig 30 oder 40 Jahre für ein Stück Straße benötigen, dann ist das einfach eine Bankrotterklärung für den heimischen Standort.“
