IHK zum Gesetz für das schnellere Bauen
„Wohnraum ist Standortfaktor“
Foto: Lichtwolke99 - stock.adobe.comIn den letzten fünf Jahren ist die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in der Region Neckar-Alb um fünf Prozent gestiegen. „Diesen Arbeits- und Fachkräften müssen wir Wohnraum anbieten können. Das ist ein entscheidender Standortfaktor“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Berechnungen der IHK zufolge müssten in der Region Neckar-Alb alleine in diesem Jahr 3.000 bis 3.500 Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf decken zu können. „Die neue Landesbauordnung kann dazu beitragen, den Bau dieser Wohnungen zu beschleunigen.“
Ein wesentlicher Fortschritt, den das neue Gesetz mit sich bringt, ist die sogenannte Genehmigungsfiktion: Ein vollständiger Bauantrag gilt als erteilt, wenn eine bestimmte Frist abgelaufen ist. Vor allem kleinere Projekte können dadurch schneller realisiert werden. Für den Bauherrn bleibt allerdings ein Restrisiko, falls der eingereichte Antrag fehlerhaft ist. Weitere Vorteile der Landesbauordnung sind der Wegfall des Widerspruchsverfahren, der Abbau baulicher Standards sowie die Typengenehmigung für serielles Bauen. Zudem ist die Digitalisierung ein zentrales Element, um Bauverfahren zu beschleunigen.
Wohnraum dringend benötigt
Im Jahr 2024 sind in der Region Neckar-Alb gerade einmal 753 Wohngebäude und 1.886 Wohnungen fertiggestellt worden, jeweils 23 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Landesbauordnung ist ein erster Schritt, um dieser Entwicklung gegenzusteuern“, sagt Antonia Hettinger, die bei der IHK Reutlingen das Netzwerk Bau- und Immobilienwirtschaft betreut. „Bauvorhaben müssen noch viel schneller möglich gemacht werden.“
Netzwerk Bau- und Immobilienwirtschaft
Die neue Landesbauordnung ist für die Baubranche in der Region ein gutes Signal. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des IHK-Netzwerks Bau- und Immobilienwirtschaft begrüßen, dass Standards abgebaut werden und dadurch auch einfacher Wohnungsbau entstehen kann. Das Netzwerk bringt bei fünf Treffen im Jahr Bauunternehmen, Immobilienmakler, Wohneigentumsverwaltung und Projektentwickler zusammen, um sich auf Augenhöhe auszutauschen.

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