Gäubahn
Wirtschaft fordert Planungssicherheit
Foto: Deutsche Bahn AG / Volker EmerslebenAb März 2027 müssen Bahnreisende aus dem Süden mit Umleitungen und zusätzlichen Umsteigevorgängen rechnen. Die IHKs sehen darin eine klare Verschlechterung der Mobilität für Pendler und der Erreichbarkeit für Unternehmen. Gleichzeitig verweisen die IHKs auf die ursprüngliche Zielsetzung der Gäubahn: den grenzüberschreitenden Ausbau der Schienenachse Stuttgart-Zürich als bundespolitisches Infrastrukturprojekt auf Basis des deutsch-schweizer Vertrages von Lugano. Besonders die fehlende Kompensation für die betroffenen Regionen ist problematisch. Die IHKs fordern deshalb gezielte Investitionen in die Zulaufstrecken zur Gäubahn, insbesondere in den Ausbau des Ringzugsystems und in den kombinierten Verkehr. Zudem sprechen sie sich für die Reaktivierung von Gleisanschlüssen in Deißlingen, Villingen-Schwenningen und Immendingen sowie für die Unterstützung des Verkehrsterminals in Horb aus. Der Schienengüterverkehr ab Schaffhausen müsse verstärkt in die Infrastrukturplanung von Bahn, Bund und Land eingebunden werden – sonst plant die Schweiz an Baden-Württemberg vorbei.
Finanzierung muss gesichert werden
Darüber hinaus drängen die IHKs auf eine verbindliche Finanzierungsperspektive für den Ausbau der Gäubahn. Neben dem längst überfälligen Baubeschluss für den Pfaffensteigtunnel sind nun konkrete Planungs- und Baufortschritte für den gesamten Südabschnitt erforderlich. Angesichts des generellen Sanierungsstaus in der Infrastruktur braucht es nun klare Entscheidungen statt vager Ankündigungen. Hintergrund der Forderungen ist das gemeinsame deutsch-schweizerische Wirtschaftsbündnis zum Ausbau der Gäubahn, das von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg koordiniert wird. Es repräsentiert rund 250.000 Unternehmen in beiden Ländern und setzt sich für eine leistungsfähige Schienenverbindung zwischen Stuttgart und Zürich ein – auch als Beitrag zum Klimaschutz.

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