IHK zur Visa-Praxis der Bundesregierung

„Wir sind eine Handelsnation“

Die IHK Reutlingen appelliert an die Bundesregierung, die Bearbeitung von Visaanträgen für ausländische Wirtschaftsvertreter zu beschleunigen. „Internationale Zusammenarbeit darf nicht an Einreisebeschränkungen scheitern“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

„Wir sind eine Handelsnation“Foto: tawanlubfah - stock.adobe.com

Anlass ist die kurzfristige Ablehnung von Visa für eine äthiopische Unternehmerdelegation, die im Rahmen einer der seit 2019 bestehenden Kammerpartnerschaft anlässlich eines Messebesuchs auf der CMT nach Reutlingen eingeladen waren. Die Ablehnung erfolgte nur zwei Tage vor dem geplanten Abflug.

Neue Märkte in Asien und Afrika
Die IHK Reutlingen engagiert sich seit vielen Jahren gezielt in Schwellenländern wie Myanmar, Ecuador oder auch Äthiopien. Mit dem Institut für Emerging Markets (IEM) möchte die IHK Unternehmen den Zugang zu neuen Märkten erleichtern und dabei helfen, langfristige Partnerschaften aufzubauen. „Das Wachstumspotenzial liegt nicht nur in den etablierten Märkten, sondern insbesondere in Asien – etwa in Indien oder Indonesien – und zunehmend auch in Afrika“, sagt Martin Fahling, IHK-Bereichsleiter International. „Die derzeitige Praxis bei der Visa-Erteilung bremst internationale Aktivitäten aus“, so Fahling, „Gerade in diesem Fall ist das schwer nachvollziehbar, da das Projekt mit Äthiopien sogar von der Bundesregierung gefördert wird.“

Der aktuelle Vorfall ist kein Einzelfall. Auch Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Türkei berichten seit Jahren von Problemen bei der Visa-Vergabe – zuletzt ebenfalls im Umfeld der Messe CMT oder einer Delegation aus Äthiopien, die die Grüne Woche besuchen wollte. „Solche Erfahrungen schaden dem Vertrauen in Deutschland als verlässlichen Partner im internationalen Geschäft“, so Fahling weiter. „Diese potenziellen Partner schauen sich dann eben in anderen Ländern um.“

Frühzeitig und transparent
„Wir waren und sind eine Handelsnation. Nur durch internationale Offenheit und funktionierende wirtschaftliche Zusammenarbeit können wir den Wohlstand in unserer Region und in Deutschland langfristig bewahren und fördern“, fasst Epp zusammen. „Die Visavergabe sollte zügiger erfolgen. Wenn Gründe für eine Ablehnung vorliegen, muss das frühzeitig kommuniziert und transparent dargestellt werden.“

Martin Fahling

Martin Fahling

International & internationale Fachkräfte,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen, Institute for Emerging Markets
Telefon: 07121 201-186
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite