IHK Reutlingen fordert bessere Rahmenbedingungen
„Wir brauchen die Beruflichen Schulen dringender denn je“
Foto: contrastwerkstatt - adobestockphoto„Die mangelnde Ausstattung Beruflicher Schulen in unserer Region macht uns Sorgen“, heißt es in einem Schreiben, das die IHK Reutlingen an Kultusministerin Theresa Schopper gerichtet hat. Schulleitungen und Betriebe berichten immer wieder, dass es an Lehrkräften, aber auch einer guten räumlichen und technischen Ausstattung fehle. Die Folge sind Unterrichtsausfälle und schlechte Lernbedingungen. „Das muss sich ändern“, fordert Epp.
„Berufliche Schulen bilden die Fach- und Führungskräfte aus, die die Betriebe dringend brauchen“, sagt Epp. Sie müssen mit mehr Ressourcen ausgestattet werden als bisher. Um den Bedarf an Lehrkräften zu decken, sollte der Quereinstieg von beruflich qualifizierten Lehrkräften gefördert werden. Lehrerinnen und Lehrer mit Berufserfahrung in der Industrie oder einem anderen wirtschaftsnahen Beruf sind eine Bereicherung für den Unterricht. Die aktuelle Umstellung von G8 auf G9 sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit auf die allgemeinbildenden Gymnasien gerichtet ist. „Berufliche Schulen gehören genauso in den Fokus, wir brauchen sie dringender denn je“, so Epp. Insgesamt werde sich die IHK Reutlingen gegenüber der Politik künftig stärker für schulische Themen einsetzen und den ständigen Kontakt mit allen Fraktionen pflegen.
Wichtig für die Gesellschaft
„Was kaum wahrgenommen wird: Berufliche Schulen leisten einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft“, berichtet Thorsten Leupold, Bereichsleiter Ausbildung und Prüfungswesen bei der IHK Reutlingen. Viele Betriebe beklagen die mangelnde Ausbildungsreife von Jugendlichen zu Beginn ihrer Ausbildung. „Unternehmen und Berufsschule müssen dann fehlende Grundkenntnisse und soziale Schwächen ausgleichen.“ Eine weitere Herausforderung: An Beruflichen Schulen treffen junge Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Kulturen aufeinander, die Lehrkräfte zusammenbringen müssen.
Was Berufliche Schulen leisten
In der Region Neckar-Alb gibt es 17 Berufsschulen mit verschiedenen Schwerpunkten. In der dualen Ausbildung sind sie ein wichtiger Partner der Unternehmen. Sie vermitteln Auszubildenden die theoretischen Grundlagen für ihre betrieblichen Aufgaben. Schülerinnen und Schülern mit Mittlerer Reife können an einem beruflichen Gymnasium die allgemeine Hochschulreife erlangen. Rund 30 Prozent aller Abiturientinnen und Abiturienten in Baden-Württemberg kommen von Beruflichen Gymnasien. An Wirtschaftsschulen, Berufsfachschulen und Berufskollegs können Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss oder Mittlere Reife den jeweils nächsthöheren Schulabschluss erreichen.
