IHK: Außenhandel wird sich abschwächen

Wieder Rekord beim Export

Mit 10,5 Milliarden Euro erreichte der regionale Export von Januar bis Oktober ein neues Allzeithoch. Die IHK rät Unternehmen, verstärkt in neue Ländermärkte zu investieren.

Wieder Rekord beim ExportFoto: Ralf Gosch - stock.adobe.com

Der Export aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb liegt in den ersten zehn Monaten von 2022 um 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Die regionale Exportquote liegt nunmehr bei 57 Prozent. Wichtigster Zielmarkt bleiben die USA, es folgen die Schweiz, die sich auf Rang zwei vorschiebt, gefolgt von China. Bis Jahresende könnte der regionale Export 12,5 Milliarden Euro erzielen, so die Prognose der IHK. Trotz neuer Rekordmarke rechnet die IHK mit weniger Außenhandel, so Michael Rampf, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses. „Die Abschwächung der Weltkonjunktur wird auch uns erreichen. Die Lieferketten bleiben wackelig, der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die Coronalage in China und die Inflation tun ihr übriges.“ Viele Betriebe mit hohem Exportanteil melden derzeit rückläufige Auftragseingänge. Sie sind ein Zeichen, dass die Importnachfrage aus anderen Ländern sinkt.

Neue Märkte entwickeln
Bei der IHK rechnet man damit, dass die globalen Wettbewerbsbedingungen schärfer werden. „Umso wichtiger ist es, jetzt in jenen Märkten den Handel zu intensivieren, die Wachstumschancen bieten“, sagt Martin Fahling, Bereichsleiter International bei der IHK Reutlingen. Dazu gehören Länder der ASEAN-Region oder aufstrebende Märkte Afrikas. Von einem erweiterten Länderfokus profitieren aus Sicht des IHK-Experten nicht nur die exportierenden Betriebe selbst, sondern auch die Lieferketten der gesamten regionalen Wirtschaft. „Neue Märkte helfen uns, über alle Branchen weiter zu diversifizieren“, so Fahling.

Dabei hat die Region Neckar-Alb bei der Internationalisierung noch Luft nach oben, da die Region beim Auslandsumsatz pro Kopf im landesweiten Vergleich noch unter dem Durchschnitt liegt. Für Fahling lässt dieser Befund nur eine Schlussfolgerung zu: „Wir brauchen mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit und nicht weniger. Der Erfolg und der Wohlstand der Region sind untrennbar mit der arbeitsteiligen Wirtschaft verbunden und die funktioniert global.“

Daten aus den Landkreisen
In den Landkreisen haben sich die Exportzahlen bis Oktober 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterschiedlich entwickelt. Der Landkreis Tübingen konnte um 6,5 Prozent auf fast 1,24 Milliarden Euro zulegen. Im Zollernalbkreis wuchsen die Exporte um 7 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden. Im Landkreis Reutlingen verzeichnen die Statistiker ein starkes Plus von 24,4 Prozent, die Exporte erreichten 7,2 Milliarden Euro.

Martin Fahling

Martin Fahling

International
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Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen
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