IHK vor Ort Albstadt

Wichtige Standortfaktoren im Fokus

Haushaltsplanung, Innenstadtentwicklung und Verkehrsanbindung: Vor rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmern nahm Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer zu aktuellen Themen des Wirtschaftsstandorts Stellung. Anlass war die diesjährige Veranstaltung „IHK vor Ort“.

Wichtige Standortfaktoren im FokusAlexander Korn, Oberbürgermeister Roland Tralmer und Matthias Miklautz. Foto: PR

Grundlage für die Diskussion waren die Ergebnisse der IHK-Umfrage „Wirtschaft will’s wissen“, an der sich Unternehmen im Vorfeld beteiligen konnten. Gefragt wurde nach ihrer Zufriedenheit mit dem Standort und den wichtigsten Handlungsfeldern. Im Mittelpunkt der Rückmeldungen standen die Finanz- und Haushaltslage der Stadt, die Entwicklung der Innenstadt und des Wirtschaftsstandorts, die Verkehrsanbindung sowie Bildung und Gesundheitsversorgung.

Haushalt unter Druck
„Die Lage ist wie in allen deutschen Städten und Gemeinden angespannt“, berichtete Tralmer. Für das laufende Jahr müsse die Stadt möglicherweise mit einem Defizit von rund 2 Millionen Euro bei der geplanten Gewerbesteuer rechnen.

Das wirkt sich auch auf die Haushaltsplanung für 2027 aus. Die Stadt will Ausgaben reduzieren, Projekte zurückstellen, eigene Liegenschaften überprüfen und gegebenenfalls veräußern sowie notwendige Sanierungen priorisieren. Der Verzicht auf einen Neubau für die Lammerberg-Realschule setzt rund 27,5 Millionen Euro frei, die für andere Projekte im Bereich Schule und Bildung eingesetzt werden sollen. Die Realschule zieht in die Räume des bisherigen Progymnasiums, das wiederum in das Gymnasium Ebingen integriert wird. An den Gebäuden der Gymnasien sind nur kleinere Baumaßnahmen notwendig, um den Raumbedarf für alle Schülerinnen und Schüler sicherzustellen.

Trotz der Einschränkungen sei es gelungen, für das kommende Jahr einen ausgeglichenen Haushalt zu planen, so Tralmer. „Wir drehen an den Ausgaben, nicht an den Einnahmen. Es sind insbesondere keine Steuererhöhungen geplant.“

Innenstadt soll attraktiver werden
Investieren will die Stadt unter anderem in die Belebung und Aufenthaltsqualität der Ebinger Innenstadt. Die City Management GmbH hat dazu ein Konzept erarbeitet. Bei der weiteren Entwicklung setzt die Stadt auch auf private Investoren. Zudem hat der Gemeinderat ein Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit beschlossen. Dazu gehören der Einsatz von Streetworkern und eine geplante Videoüberwachung. Letztere ist laut Tralmer allerdings mit hohen rechtlichen und bürokratischen Hürden verbunden.

Verkehrsanbindung bleibt wichtiges Thema
Breiten Raum nahm die Verkehrsanbindung ein. Sowohl beim Ausbau der B 27 Richtung Stuttgart als auch bei der Ortsumfahrung Lautlingen sorgen rechtliche und planerische Verfahren weiterhin für Verzögerungen. Die Handlungsmöglichkeiten der Stadt sind dabei begrenzt.

Bei der anstehenden Erneuerung der Eyachbrücke Richtung Balingen will sich Tralmer beim Regierungspräsidium weiterhin dafür einsetzen, eine längere Sperrung zu vermeiden. Parallel zur bestehenden Brücke soll dafür ein Neubau errichtet werden. Wichtig sei, dass kein neues Planfeststellungsverfahren erforderlich werde. „Ich halte das auf jeden Fall für möglich“, sagte Tralmer.

Unterstützung kam aus dem Publikum. Die Unternehmen machten deutlich, welche Bedeutung eine gute Erreichbarkeit für den Wirtschaftsstandort hat. Sie ist aus ihrer Sicht sowohl für Handel und Kundenfrequenz als auch für die Gewinnung und Bindung von Beschäftigten entscheidend.

Matthias Miklautz

Matthias Miklautz

Unternehmensförderung & Standortpolitik, Standortagentur & Netzwerkbüro
IHK-Zentrale
Position: Leiter IHK-Geschäftsstelle Zollernalbkreis
Schwerpunkte: Regionalmanagement Zollernalbkreis, IHK-Gremium Zollernalbkreis: Geschäftsführung, Branchenbetreuung Tourismus, Unterrichtung für Aufsteller von Spielgeräten mit Gewinnmöglichkeiten
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