Neues Ausbildungsjahr startet
Weniger Lehrstellen besetzt
Foto: Antonio Guillem/shutterstock.comDie Region Neckar-Alb verzeichnet ein Minus an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 2.117 Verträge). „Die schwache konjunkturelle Lage belastet den Ausbildungsmarkt. Außerdem fehlen oftmals auch die passenden Bewerberinnen und Bewerber“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Bei den kaufmännischen Berufen verzeichnet die IHK 1.145 neue Verträge und damit ein Minus von 7,8 Prozent (2024: 1.242 Verträge). Bei den gewerblich-technischen Berufen sind es 752 neue Verträge – das ist ein Minus von 14,1 Prozent (2024: 875 Verträge).
Wenn die Ausbildungsreife fehlt
Die Rückmeldungen vieler Betriebe zeigen, dass die Suche nach geeigneten Azubis schwierig bleibt. Die Anzahl und die Qualität der Bewerbungen geht weiter zurück. „Den jungen Menschen fehlt es teilweise an der nötigen Ausbildungsreife und dann besetzen Firmen eine offene Lehrstelle lieber nicht“, erklärt Thorsten Leupold, Bereichsleiter Ausbildung bei der IHK Reutlingen.
Trotzdem ist der Bildungsexperte zuversichtlich, dass die Zahlen im kommenden Jahr wieder steigen werden: 59 Unternehmen in der Region haben sich allein in diesem Jahr als Ausbildungsbetrieb registrieren lassen „und wollen damit ihren eigenen Nachwuchs ausbilden“, sagt Leupold. Gleichzeitig verstärkt die IHK ihre Bemühungen, die duale Ausbildung zu vermarkten. Mit knapp 1.600 individuellen Beratungen pro Jahr hilft sie Betrieben, weiter gut auszubilden oder damit zu starten. Zudem wurde das Social-Media-Angebot rund ums Thema Ausbildung deutlich ausgeweitet, um jungen Leuten zu zeigen, dass, so Leupold, „eine Ausbildung Spaß macht und eine sehr gute Zukunftsentscheidung ist“.
Lage in den Landkreisen
Im Landkreis Reutlingen wurden mit 857 neuen Verträgen 12,4 Prozent weniger Verträge geschlossen als im Vorjahr (2024: 978 Verträge). Die kaufmännischen Berufe verzeichnen ein Minus von 12,2 Prozent (523 neue Verträge gegenüber 596 Verträgen im Jahr 2024), die gewerblich-technischen Berufe ein Minus von 12,6 Prozent (334 neue Verträge gegenüber 382 Verträgen im Jahr 2024). Rückgänge gibt es vor allem in den Berufsfeldern „Bau, Steine, Erden“ (-40,0 Prozent) und „Versicherung“ (-65,4 Prozent). Zulegen konnten die Bereiche „Leder, Textil, Bekleidung“ (+40,0 Prozent) sowie „Chemie, Physik, Biologie“ (+20,0 Prozent).
Der Landkreis Tübingen verzeichnet bei den neu geschlossenen Verträgen ein Minus von 3,3 Prozent (492 neue Verträge gegenüber 509 Verträgen im Jahr 2024). Im kaufmännischen Bereich ist die Zahl der Verträge konstant geblieben (2025: 316 neue Verträge, 2024: 315 neue Verträge). Im gewerblich-technischen Bereich ist die Zahl der Verträge um 9,3 Prozent gesunken (2025: 176 neue Verträge, 2024: 194 neue Verträge). In der Branche „Papier, Druck“ wurde in diesem Jahr nur ein Neuvertrag abgeschlossen, in der Hotellerie und Gastronomie waren es deutlich weniger Verträge als zuletzt (-17,1 Prozent). Einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr gab es in den Bereichen „Banken“ (+26,1 Prozent), „Chemie, Physik, Biologie“ (+18,2 Prozent) und „Handel“ (+10,7 Prozent).
Im Zollernalbkreis haben sich die neu eingetragenen Ausbildungsverträge zum Vorjahr insgesamt um 13,0 Prozent verringert (548 neue Verträge gegenüber 630 Verträgen im Jahr 2024). Hier ist vor allem bei den gewerblich-technischen Berufen ein Rückgang der Auszubildendenzahlen zu erkennen, am stärksten in den Bereichen „Bau, Steine, Erden“ (-50 Prozent). Im kaufmännischen Bereich verzeichnet der Bereich „Verkehrs- und Transportwesen“ das stärkste Minus (-41,7 Prozent).
Die beliebtesten Berufe
Die beliebtesten Ausbildungsberufe sind im technischen Bereich die Berufe der Metalltechnik, bei denen die IHK allein 409 neue Lehrverträge registrierte. Dazu gehören unter anderem die Industriemechaniker/-innen und Mechatroniker/-innen. Gefragt sind auch die Berufe in der Elektrotechnik (213 neue Verträge), zu denen Fachinformatiker/-innen und Elektroniker/-innen zählen. Bei den kaufmännischen Berufen liegt der Handel (426 neue Verträge) vorn. Dazu gehören unter anderem die Kaufleute im Einzelhandel sowie Verkäufer.
Überblick über freie Ausbildungsplätze: https://meine-ausbildung-in-deutschland.de/
