250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA
USA bleiben wichtiger Wirtschaftspartner der Region
Foto: REDPIXEL - stock.adobe.com„Eine starke transatlantische Partnerschaft bedeutet heute mehr als der reine Handel“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. „Sie lebt vom Austausch von Wissen, Innovationen und Fachkräften. Darin liegen große Möglichkeiten für unsere Unternehmen und unseren Standort.“ Vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik sowie der Elektro- und Hightech-Branche setzen trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin auf den amerikanischen Markt. „Unsere Unternehmen profitieren vom Zugang zum US-Markt ebenso wie von der engen Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung“, sagt Martin Fahling, Bereichsleiter International und internationale Fachkräfte bei der IHK Reutlingen. Die wirtschaftlichen Beziehungen wirken in beide Richtungen. Rund 50 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten haben sich in der Region Neckar-Alb angesiedelt. Etwa die Hälfte sind im Landkreis Reutlingen ansässig, jeweils rund ein Viertel im Landkreis Tübingen und im Zollernalbkreis. Sie schaffen Arbeitsplätze, bringen Know-how in die Region und stärken den Innovationsstandort.
Insgesamt sind die USA sind mit einem Anteil von rund 16 Prozent an den Exporten der wichtigste außereuropäische Absatzmarkt der Region Neckar-Alb. Jährlich werden Waren im Wert von knapp 1,5 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Mehr als 500 Unternehmen aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb sind im Handel mit den USA aktiv, rund 75 unterhalten dort eigene Niederlassungen oder Produktionsstätten.
Forschung und Tourismus stärken die Beziehungen
Zudem pflegen die Hochschulen der Region enge Beziehungen zu amerikanischen Forschungseinrichtungen. Gemeinsame Forschungsprojekte, Austauschprogramme und internationale Netzwerke können den Wissenstransfer in Zukunft stärken und wichtige Impulse für Unternehmen schaffen. Gerade in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Biotechnologie und Medizintechnik sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp großes Potenzial für neue Kooperationen.
Die engen Beziehungen zeigen sich auch bei den Übernachtungsgästen aus dem Ausland. Die Region verzeichnete im März 2026 rund 1.700 Übernachtungen von Gästen aus den Vereinigten Staaten, darunter ein großer Teil an Geschäftsreisenden. Die Touristen interessieren sich beispielsweise für die Burg Hohenzollern, das Unesco-Welterbe der Schwäbischen Alb, die Universitätsstadt Tübingen sowie das kulturelle und landschaftliche Angebot der Region. Damit leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung – insbesondere in Hotellerie und Gastronomie.
Unternehmen reagieren auf veränderte Rahmenbedingungen
Die Vereinigten Staaten waren 2025 erneut der wichtigste Exportmarkt der Region Neckar-Alb. Allerdings hat sich das Geschäft schwieriger entwickelt als noch vor wenigen Jahren. Die Ausfuhren in die USA gingen bereits das dritte Jahr in Folge zurück, auch das erste Quartal 2026 verlief verhalten. Gründe sind unter anderem die gestiegenen handelspolitischen Unsicherheiten und ein anspruchsvolleres Marktumfeld. „Die USA bleiben für die meisten Unternehmen gesetzt. Aber wir beobachten, dass viele Betriebe zusätzliche Auslandsmärkte erschließen“, sagt Fahling.
Die IHK Reutlingen unterstützt Unternehmen dabei, Geschäftsbeziehungen in den USA aufzubauen und weiterzuentwickeln. Sie berät zu Zoll- und Außenwirtschaftsfragen, vermittelt Kontakte über das Netzwerk der Deutschen Auslandshandelskammern und informiert über aktuelle Entwicklungen im US-Markt. Gleichzeitig begleitet sie Unternehmen dabei, neue internationale Märkte zu erschließen und ihre Exportaktivitäten breiter aufzustellen.
