IHK verabschiedet langjährigen Präsidenten

Unternehmerische Verantwortung trifft Ehrenamt

Die IHK Reutlingen hat ihren langjährigen IHK-Präsidenten Christian O. Erbe verabschiedet. „Unternehmerische Verantwortung gehen bei ihm Hand in Hand mit ehrenamtlichem Engagement“, würdigte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Erbes Verdienste.

Unternehmerische Verantwortung trifft EhrenamtFoto: Trinkhaus

„Als erfahrener und kompetenter Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat Baden-Württemberg Christian O. Erbe viel zu verdanken. Der Blick auf die Gesamtwirtschaft, über den Tag hinaus, prägt sein Handeln. Und in diesem Sinne müssen wir weiter vorangehen, mit neuer Entschlossenheit beim Bürokratieabbau und bei der Reformierung unserer sozialen Sicherungssysteme“, sagte die Ministerin bei der Verabschiedung. Sie dankte ihm, dass er die Wirtschaft und die Politik des Landes in so vielfältiger Weise unterstützt und bereichert habe. 

Zukunftsweisende Projekte auf den Weg gebracht
„Christian O. Erbe begegnet den Menschen mit Respekt, ob Unternehmerinnen und Unternehmern, der Politik oder unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp über „seinen Präsidenten“. Erbe hat über die Jahre neue Themen angepackt, sich eingearbeitet, Entscheidungen mitgetragen und viel Zeit investiert. In seine Amtszeit fielen zukunftsweisende Entwicklungen der IHK: beispielsweise der Ausbau von Weiterbildungsangeboten, um Mitgliedsunternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen, die Internationalisierung von Betrieben durch das Erschließen neuer Märkte und der Neubau der IHK-Zentrale am Standort in Reutlingen. „Unsere Zusammenarbeit war grundsätzlich konsensorientiert und zugleich immer klar in der Sache, geprägt von hohem gegenseitigen Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel, die Region stark zu machen“, so Epp. 

Johannes Schwörer, seit Juli IHK-Präsident, schloss sich an: „Christian O. Erbe ist ein Glücksfall für die IHK und die Region. Er hat sie in den letzten 15 Jahren geprägt – als Stimme der Wirtschaft und Brückenbauer.“ Schwörer stellte vor allem Erbes Einsatz um die Verzahnung zwischen IHK und regionalen Hochschulen heraus. Er sei stets dafür eingetreten und habe damit den Wissenstransfer zwischen Forschung und Unternehmertum gefördert. Die Fußstapfen, die Erbe hinterlässt, sind groß. „Sie zeigen, dass hier einer war, der wirklich etwas bewirkt hat.“ 

Themen werden weiterverfolgt
Schwörer nimmt das als Ansporn für sich selbst: Er will als IHK-Präsident dafür eintreten, „dass nachhaltiges Handeln ohne Zettelwirtschaft möglich wird.“ Er spricht sich für praxistaugliche Wege zu mehr Energieeffizienz aus. Handhabbare Lieferketten-, Berichts- und Sorgfaltspflichten und die Entbürokratisierung vieler Prozesse sind längst überfällig. Einen großen Wurf gibt es derzeit noch nicht, aber erste positive Nachrichten: Die EU-Entwaldungsverordnung soll verschoben, das Lieferkettengesetz immerhin abgeschwächt werden. Die IHK wird sich in diese Themen weiter einbringen. „Weniger Papier, mehr Praxis, das ist eine entscheidende Voraussetzung für eine wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung und dafür setze ich mich als IHK-Präsident ein“, so Schwörer.

Einsatz für regionale Wirtschaft und IHK 
Christian O. Erbe blickte bei der Verabschiedung auf 15 Jahre als IHK-Präsident und die Herausforderungen für die regionale Wirtschaft in dieser Zeit zurück: Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, wirtschaftliche Stagnation und die jüngste Zoll-Politik der USA. „An Arbeit hat es nicht gemangelt“, sagte der Erbe. Dazu gehörte auch, die IHK strategisch und operativ auf die Zukunft auszurichten. Ein besonderes Projekt war für ihn dabei der IHK-Neubau. Unterstützung habe er über die Jahre von vielen Seiten bekommen, sei es durch das IHK-Präsidium, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK, allen voran Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp, aber auch durch seine Familie und die Belegschaft der Erbe-Gruppe. Besonders schätzt Erbe, dass er als IHK-Präsident mit vielen Menschen zu tun hatte. „Es sind Kontakte und Freundschaften entstanden, dafür bin ich zutiefst dankbar.“

VITA
Christian O. Erbe, geboren 1961, ist vielfältig ehrenamtlich engagiert. Bei der IHK Reutlingen war er von 2005 bis 2025 Mitglied der Vollversammlung. Von 2005 bis 2010 leitete er das IHK-Gremium Tübingen, wurde 2008 zum Vizepräsidenten und 2010 zum Präsidenten der IHK gewählt. 2015 und 2020 wurde er jeweils wiedergewählt. Im Juli 2025 ernannte die IHK Reutlingen Erbe zum Ehrenpräsidenten. Von Oktober 2022 bis November 2024 war Erbe zudem Präsident der IHKs auf Landesebene. Zudem ist er im Vorstand der Deutschen Industrie- und Handelskammer. 

Bildergalerie von der Verbschiedungsfeier

Dr. Wolfgang Epp

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