Iran-Krieg und fehlende Reformen bremsen Wachstum

Unternehmen verschwinden still und unauffällig

„Die regionale Wirtschaft kommt derzeit nicht in Schwung“, sagt IHK-Präsident Johannes Schwörer. Gründe sind der Iran-Krieg sowie die fehlende Umsetzung von nötigen Reformen.

Unternehmen verschwinden still und unauffälligFoto: Gajus-stock.adobe.com

Zahlreiche aktuelle Rückmeldungen bei der IHK zeigen, dass die Kriegshandlungen rund um den Iran, die Golfregion und den Nahen Osten in vielen Branchen für einen neuerlichen Dämpfer sorgen. Die Kunden sind wegen der Attacken verunsichert und unschlüssig, ob sie investieren sollen. „Dazu kommt, dass mit den steigenden Energiepreisen die Inflation wieder zunimmt. Auch das hemmt das Wachstum“, so Schwörer. Von den verabschiedeten Maßnahmen wie Tankrabatten oder der Entlastungsprämie hält die IHK nichts. Sie sind nicht mehr als politische Symbole. „Wir setzen weiter auf eine spürbare Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen, so wie es die Bundesregierung angekündigt hatte. Das würde Betriebe entlasten und Luft geben.“

„Wir müssen vorankommen“ 
Eine Wachstumsbremse stellen aus Sicht der IHK die weiter nur sehr schleppend umgesetzten Reformen in Deutschland dar. „Wir müssen endlich vorankommen“, sagt Johannes Schwörer. Der Standort Deutschland ist im internationalen Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig, wenn es um Steuerlast, Arbeitskosten und bürokratische Anforderungen geht. Zudem sorgen immer neue politische Diskussionen für Verunsicherung. „Wenn jetzt eine Mehrwertsteuererhöhung vorbereitet wird, ist das ein fatales Signal. Sie würde die Inflation weiter anheizen und jede Chance auf Wachstum abwürgen“, so der IHK-Präsident.

Stattdessen muss die Aufwärtsspirale bei den Lohnzusatzkosten dringend gestoppt werden. Bei der letzten IHK-Konjunkturumfrage hatten 63 Prozent der regionalen Unternehmen steigende Arbeitskosten – nach der Inlandsnachfrage mit 65 Prozent – als das größte Geschäftsrisiko für ihr Unternehmen bezeichnet. Vor allem die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung belasten die Betriebe, da sie diese ja hälftig übernehmen. „Ohne Reformen werden die Gesundheitsausgaben weiter zunehmen. Die Firmen zahlen das mit. Das darf nicht passieren“, erklärt Schwörer.

Warum gerade Kleinere schließen 
Sorgen macht der IHK auch die generelle Entwicklung der Unternehmen in der Region. Gerade kleinere etablierte Firmen sind immer weniger in der Lage, ihren Betrieb fortzuführen. „Die wirtschaftliche Situation, die ungewissen Aussichten mit den vielen Krisen und eine Politik, die Unternehmertum nicht befördert, machen die Selbständigkeit immer weniger attraktiv. Das zeigt sich nicht über Insolvenzzahlen. Diese Unternehmen verschwinden still und unauffällig vom Markt“, sagt Johannes Schwörer.

Dr. Wolfgang Epp

Dr. Wolfgang Epp

Hauptgeschäftsführung,
IHK-Zentrale
Position: Hauptgeschäftsführer
Schwerpunkte: Gesamtleitung
Telefon: 07121 201-260
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite