Vorschläge der Rentenkommission
Stopp der Frühverrentung ist richtig
Foto: ALPA PROD/shutterstock.com„Der Stopp der Frühverrentung ist ein wichtiges Signal zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und zur finanziellen Stabilisierung der Alterssicherung“, sagt Johannes Schwörer, Präsident der IHK Reutlingen. Nach Berechnungen der DIHK geht es um 250.000 Menschen, die dadurch dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben. Das entlastet alle Beitrags- und Einzahler um zehn Milliarden Euro jährlich. Ausnahmen sollte es aus seiner Sicht nur für Beschäftigte geben, die gesundheitlich den Anforderungen des Berufes nicht mehr gerecht werden können. „Die erfreuliche Tatsache, dass wir alle im Schnitt immer älter werden, muss sich letztlich auch beim Renteneintrittsalter niederschlagen“, so Schwörer. Die Wirtschaft leistet schon heute über die anteilige Finanzierung der Sozialabgaben einen beträchtlichen Anteil. Insofern muss der Arbeitgeberanteil im Zuge der Reform unbedingt sinken und darf nicht weiter steigen.
Minijobs sind wichtig
Kritik äußert die IHK an den Planungen, die sogenannten Minijobs in der aktuellen Form abzuschaffen. Gerade im Gastgewerbe, im Handel sowie vielen Gesundheitsbranchen sind diese Beschäftigungsverhältnisse wichtig, um Spitzen abzufedern oder bei kurzfristigen Personalengpässen reagieren zu können. Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, dass für diese Beschäftigungsformen ebenfalls regulär Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden sollen. „Wer das fordert, muss sinnvolle Alternativen für flexible Zusatz- und Mehrarbeit schaffen. Viele Betriebe, gerade auch kleine und mittlere, sind auf diese Beschäftigungsformen dringend angewiesen“, sagt Schwörer.
