15 Jahre Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea

Stabiler Partner für die Exportregion Neckar-Alb

Seit 15 Jahren erleichtert das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea den Handel und schafft verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen. Es hat sich als wichtiger Stabilitätsfaktor für die exportorientierte Wirtschaft der Region Neckar-Alb etabliert.

Stabiler Partner für die Exportregion Neckar-AlbFoto: painter72/iStockphoto.com

„Südkorea ist für viele Unternehmen aus der Region kein neuer Markt mehr, sondern ein langjähriger und verlässlicher Geschäftspartner. Das zeigt, wie tragfähig die wirtschaftlichen Beziehungen inzwischen sind“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Insbesondere für Industrieprodukte wie Maschinen, Fahrzeuge, Chemieerzeugnisse und Elektronik hat das Abkommen den Marktzugang deutlich erleichtert. Zölle auf nahezu alle Waren wurden abgeschafft, technische Vorschriften und Zollverfahren vereinfacht sowie zahlreiche nichttarifäre Handelshemmnisse abgebaut. Zudem wurden der Dienstleistungs- und Investitionsverkehr geöffnet, der Schutz geistigen Eigentums verbessert und der Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtert.

Langfristige Geschäftsbeziehungen
Südkorea ist nach China und Japan der drittwichtigste Absatzmarkt der Region Neckar-Alb in Asien. Im Jahr 2025 gingen Waren im Wert von rund 250 Millionen Euro aus der Region nach Südkorea. Etwa 80 Unternehmen exportieren derzeit in das Land. Darüber hinaus unterhalten 34 Unternehmen Auslandsvertretungen, zehn eigene Niederlassungen und drei Produktionsstandorte in Südkorea. „Als technologisch hochentwickelte Volkswirtschaft bietet Südkorea stabile Geschäftschancen. In einem wirtschaftlich reifen Markt stehen weniger hohe Wachstumsraten als vielmehr langfristige und verlässliche Geschäftsbeziehungen im Vordergrund“, berichtet Martin Fahling, Bereichsleiter International und internationale Fachkräfte der IHK Reutlingen.

Kurzfristige Belastungen, neue Chancen
Aktuell spüren viele Unternehmen Gegenwind. Wechselkursschwankungen sowie gestiegene Rohstoff- und Vorleistungskosten belasten das Geschäft. Die Exporte der Region nach Südkorea gingen 2025 gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent zurück. Die IHK sieht dennoch gute Perspektiven: Südkorea investiert verstärkt in Zukunftsfelder wie Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Batterietechnologien und Digitalisierung. Das eröffnet deutschen Unternehmen zusätzliche Chancen als Technologiepartner und Zulieferer.

Die IHK Reutlingen begrüßt, dass die Generaldirektion Handel (DG Trade) der Europäischen Kommission die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Südkorea kontinuierlich weiterentwickelt: Das im Juni von der EU und Südkorea unterzeichnete Digitalabkommen ergänzt das Freihandelsabkommen von 2011 und schafft moderne Regeln für den digitalen Handel. „Damit passen die Europäische Union und Südkorea ihre Partnerschaft an die Anforderungen einer zunehmend digitalen Wirtschaft an“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Digitale Geschäftsprozesse werden erleichtert, die Rechtssicherheit verbessert und die Rahmenbedingungen für Unternehmen gestärkt, die grenzüberschreitend zusammenarbeiten. „Das ist ein wichtiger Schritt für unsere exportorientierte Wirtschaft.“ Zusätzliche Impulse erwartet die IHK von der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft, die im Oktober 2026 in Seoul stattfindet und den Austausch zwischen deutschen und asiatischen Unternehmen weiter stärken soll.

Martin Fahling

Martin Fahling

International & internationale Fachkräfte,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen, Institute for Emerging Markets
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