IHK-Fachkräftemonitor: Wertschöpfungsverlust beträgt 10 Milliarden Euro

So wird der Arbeitsmarkt der Zukunft

Nach neuen Berechnungen der IHK bleibt der Arbeits- und Fachkräftemangel auch in den kommenden Jahren eine der großen Herausforderungen für die regionale Wirtschaft.

So wird der Arbeitsmarkt der ZukunftFoto: industrieblick - stock.adobe.com

2035 werden in der Region Neckar-Alb 21.450 Arbeits- und Fachkräfte fehlen, zeigt der von den IHKs im Land in Auftrag gegebene Fachkräftemonitor. Er stellt zukünftige Entwicklungen am Arbeitsmarkt detailliert nach Branchen, Berufen und Regionen dar. Für 2026 werden 14.190 fehlende Arbeits- und Fachkräfte prognostiziert. „Die schwache Konjunktur dämpft derzeit insgesamt die Nachfrage der Betriebe und trotzdem bleibt in einigen Berufsfeldern eine strukturelle Lücke, weil offene Stellen nicht besetzt werden können“, sagt IHK-Präsident Johannes Schwörer. Auf Grundlage der Prognose sowie Berechnungen der IHK Reutlingen geht diese im Zeitraum von heute bis 2035 von einem regionalen Wertschöpfungsverlust von 10 Milliarden Euro für die Region Neckar-Alb aus.

Lücke wird kleiner
Gegenüber früheren Berechnungen ist die Arbeits- und Fachkräftelücke tatsächlich kleiner geworden. Das liegt an unterschiedlichen Faktoren: Die andauernde schwache wirtschaftliche Lage ist stärker als bisher einberechnet. Das gilt auch für die zunehmende Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland. Ein erhöhtes Renteneintrittsalter, die erhöhte Erwerbstätigkeit von Frauen und die starke Zuwanderung tragen zudem zu einem schwächer ausgeprägten Arbeits- und Fachkräftemangel bei.

„An der grundsätzlichen Situation ändert sich jedoch nichts: Trotz Wirtschaftsschwäche und technologischer Produktivitätssteigerungen werden auch in Zukunft Fachkräfte benötigt“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. KI wird allerdings den Arbeitsmarkt weiter verändern. Viele Berufsbilder, unabhängig von der Qualifikation, werden sich grundlegend wandeln. „Als IHK begleiten wir diese Entwicklung intensiv, vor allem in der Aus- und Weiterbildung“, so Epp.

Zugleich muss die Region konsequent an ihrer Attraktivität für Fachkräfte von außerhalb arbeiten. „Wir müssen die Infrastruktur leistungsfähiger machen, das Wohnraum-Angebot ausbauen und die Kinderbetreuung weiter verbessern. Diese Hausaufgaben bestehen unverändert“, sagt Wolfgang Epp.  

Krisensichere Berufslaufbahn
Der regionale Arbeitsmarkt umfasst laut Agentur für Arbeit derzeit rund 323.700 sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte. Für das Jahr 2035 weist der Fachkräftemonitor rund 320.000 Beschäftigte aus. Der prognostizierte Arbeits- und Fachkräftemangel teilt sich auf 11.570 Fachkräfte, 4.810 Helfer/innen, 2.720 Spezialisten/innen sowie 2.350 Expertinnen und Experten auf. „Mit Blick auf den Bedarf der Unternehmen bleibt eine duale Ausbildung der zentrale Einstieg in eine vergleichsweise krisensichere Berufslaufbahn“, erklärt Schwörer.

Hintergrund
Der von den zwölf IHKs im Land in Auftrag gegebene Fachkräftemonitor basiert auf dem gesamtwirtschaftlichen Modell der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung. Dort fließen unter anderem Daten der Bundesagentur für Arbeit, der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Mikrozensus sowie der IHK-Konjunkturumfrage ein. 
 

Antonia Hettinger

Antonia Hettinger

Unternehmensförderung & Standortpolitik, Standortagentur & Netzwerkbüro
IHK-Zentrale
Position: Leiterin Volkswirtschaft & regionale Wirtschaftspolitik
Schwerpunkte: Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik, Konjunkturumfragen, IHK-Netzwerk Bau- und Immobilienwirtschaft, IHK-Netzwerk Projektmanagement
Telefon: 07121 201-256
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite