IHK-Gründungsspiegel 2026

So viele neue Unternehmen wie seit 15 Jahren nicht mehr

In der Region Neckar-Alb wird wieder deutlich mehr gegründet: 4.575 Gewerbe wurden im vergangenen Jahr angemeldet – rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt der neue Gründungsspiegel der IHK Reutlingen.

So viele neue Unternehmen wie seit 15 Jahren nicht mehr

Damit erreicht die Zahl der Existenzgründungen den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Aufwärtstrend zeigt sich in allen drei Landkreisen der Region. Die meisten Gründungen verzeichnet der Landkreis Reutlingen mit 2.062 Gewerbeanmeldungen. Im Zollernalbkreis wurden 1.257 Unternehmen angemeldet, im Landkreis Tübingen 1.256. Die Verteilung auf die einzelnen Branchen zeigt, dass Gründungen im Dienstleistungsbereich (40 Prozent aller Gewerbeanmeldungen) und im Handel (23 Prozent) nach wie vor sehr beliebt sind.

Im Fünf-Jahres-Vergleich zeigt sich allerdings eine Verschiebung: Der Handel hat in diesem Zeitraum 8 Prozentpunkte eingebüßt, dagegen steigen die Anteile der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (um 4 Prozent auf jetzt 9 Prozent) sowie die Informations- und Kommunikationsbranche (um 3 Prozent auf jetzt 8 Prozent). „Gründungen entstehen aus ganz unterschiedlichen Motiven. Viele Menschen verwirklichen eine Geschäftsidee oder möchten unabhängiger arbeiten“, sagt Jeannette Klein, Leiterin Gründung und Start-ups bei der IHK Reutlingen. „Gleichzeitig beobachten wir, dass wirtschaftlich herausfordernde Zeiten den Schritt in die Selbstständigkeit begünstigen.“

Start häufig im Nebenerwerb
Der Trend zum Nebenerwerb setzt sich ebenfalls fort: Mittlerweile erfolgen 62 Prozent aller Gewerbeanmeldungen neben einer bestehenden Beschäftigung – zwei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 54 Prozent. Die meisten Gründerinnen und Gründer starten dabei bewusst klein: Knapp 83 Prozent entscheiden sich für ein Kleingewerbe. Unter den Handelsregisterunternehmen bleibt die GmbH die beliebteste Rechtsform.

Frauen und Junge holen auf
Nach wie vor gründen Männer häufiger als Frauen, doch der Frauenanteil steigt weiter: 35 Prozent aller Gründungen entfallen inzwischen auf Gründerinnen, bei Nebenerwerbsgründungen sind es sogar 41 Prozent. Außerdem werden die Gründerinnen und Gründer insgesamt jünger: Rund 70 Prozent sind zwischen 18 und 44 Jahre alt. Das sind über 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Interessant ist, dass der überwiegende Teil, nämlich 93 Prozent der Gründungen, ohne Beschäftigte erfolgt. 

Unterstützung bei der Vorbereitung
Die IHK Reutlingen unterstützt beim Start in die Selbstständigkeit: Sie bietet neben ihrer individuellen Beratung beispielsweise ein IHK-Netzwerk an, bei dem sich Gründerinnen und Gründer austauschen können. Außerdem wirbt sie aktuell mit dem Projekt „Unternehmertum an Schulen“ verstärkt bei jungen Menschen für das Thema Selbstständigkeit. Im ersten Halbjahr hat sie damit bereits über 300 Schülerinnen und Schüler erreicht. Ein weiteres Element ist der Girls‘ Day, an dem sich die IHK jedes Jahr beteiligt und Schülerinnen über die Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen, informiert.

Hintergrund
Der Gründungsspiegel der IHK Reutlingen analysiert jährlich das Gründungsgeschehen in der Region Neckar-Alb. Grundlage sind die Gewerbeanmeldungen in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb. Berücksichtigt werden Neugründungen, Betriebsübernahmen sowie Zuzüge bestehender Unternehmen. Den IHK-Gründungsspiegel gibt es zum Download auf www.ihkrt.de/gruendungsspiegel

Jeannette Klein

Jeannette Klein

Unternehmensförderung & Standortpolitik, Standortagentur & Netzwerkbüro
IHK-Zentrale
Position: Leiterin Gründung und Start-ups, Moderatorin Unternehmensnachfolge
Schwerpunkte: Gründung, Unternehmensnachfolge, Jungunternehmen, Fördermittel und Finanzierung, Start-ups, IHK-Netzwerk Frauen in der Wirtschaft, IHK-Senior-Experte
Telefon: 07121 201-297
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