Reutlinger IHK-Gremium informiert sich über Flüchtlingssituation
Schwörer bleibt Vorsitzender

Bei der ersten Sitzung in der Periode 2015 bis 2020 wurde der Geschäftsführer von Schwörer Haus von den Mitgliedern des IHK-Landkreisgremiums im Amt bestätigt. Als Stellvertreter wurden Sabine Dörr, Geschäftsführerin von Tisoware aus Reutlingen, und Michael Rampf, Geschäftsführer der Rampf-Gruppe aus Grafenberg, wiedergewählt. Dem Gremium gehören über 70 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis Reutlingen an. Das IHK Gremium ist Sprachrohr der gewerblichen Wirtschaft im Landkreis Reutlingen. In der neuen Legislaturperiode will sich das IHK-Gremium mit der geplanten Auskreisung, der Entwicklung der Hochschule Reutlingen sowie der Krankenhausreform beschäftigen. Daneben sollen Infrastrukturthemen wie Verkehr, Breitband und Gewerbeflächen im Mittelpunkt stehen.
Landkreis: Voll belegt
Zentrales Thema der Sitzung war die Flüchtlingslage. Landrat Thomas Reumann gab einen Überblick über die aktuellen Zahlen: Im Landkreis sind die 1.600 Plätze für die vorläufige Unterbringung derzeit voll belegt. Knapp die Hälfte der betreuten Personen stammt aus Syrien. Bis Ende des Jahres rechnet Reumann mit 2.600 bis 2.800 Plätzen, die benötigt werden. In den Landkreis kommen derzeit 3,2 Prozent aller Flüchtlinge, die Baden-Württemberg zugewiesen werden. Der Landrat setzt sich dafür ein, vor allem jene Flüchtlinge, die tatsächlich eine Bleibeperspektive haben, in den Städten und Gemeinden unterzubringen. „Unser Ziel ist die Sprachförderung zu intensivieren, denn Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration“, so Reumann. Michael Donth, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Reutlingen, unterstrich diese Position. „Wir müssen Landkreise und Kommunen schnell entlasten“, so der Abgeordnete. Daher versuche die Bundesregierung derzeit, Montenegro, Albanien und den Kosovo zu sicheren Drittstaaten erklären zu lassen. Ziel sei es, die Zahl der Antragsteller von dort deutlich zu senken. „40 Prozent aller ankommenden Personen kommen aus diesen Ländern und haben in der Regel keine Chance, dauerhaft bei uns zu bleiben.“ Mit Blick auf die Verteilung von Flüchtlingen in Europa forderte der Politiker mehr europäische Solidarität. „Andere Länder nehmen nicht auf. Dabei wird es nicht bleiben können."
