Export geht leicht zurück, Aussichten verbessert

Schiebt der Außenhandel die Konjunktur an?

13 Milliarden Euro Außenhandelsumsatz erzielten heimische Industrie-Unternehmen 2025. Das sind 1,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Trotzdem bewertet die IHK die Exportbilanz positiv.

Schiebt der Außenhandel die Konjunktur an?Foto: Andrii Yalanskyi/shutterstock.com

„Angesichts der schwierigen Weltlage und der für viele Betriebe angespannten Situation ist das ein wirklich gutes Ergebnis“, sagt Martin Fahling, Bereichsleiter International und Internationale Fachkräfte bei der IHK. Die 13 Milliarden Euro sind regional das drittbeste Außenhandelsergebnis aller Zeiten. Lediglich 2023 (13,44 Milliarden) und 2024 (13,21 Milliarden) lagen die Werte im verarbeitenden Gewerbe höher. Die Exportquote, also der Anteil der Ausfuhren an der gesamten Industrieproduktion, erreicht mit 58,9 Prozent für das ganze Jahr sogar ein neues Allzeithoch. 

Erfreulich: Die jüngste Konjunkturumfrage der IHK zeigt verbesserte Exportaussichten. 26 Prozent der Betriebe im Außenhandel erwarten steigende Auslandsgeschäfte. Im Herbst lag der Wert bei 22 Prozent. Von rückläufigem Außenhandel gehen derzeit 16 Prozent aus, im vergangenen Herbst waren es 20 und im Sommer 2025 sogar noch 29 Prozent. „Der Export ist derzeit das vielleicht stärkste Signal, dass die Konjunktur in der Region wieder anziehen könnte“, erklärt Antonia Hettinger, Leiterin Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik bei der IHK. 

Exporterwartungen nach Weltregionen 
Bei den Exporterwartungen der heimischen Unternehmen liegt derzeit Nordamerika vorn. 46,8 Prozent erwarten zunehmenden Handel in diese Richtung. „Der wichtigste Markt dort sind traditionell die USA. Sie haben neben China nach wie vor die größte Bedeutung für unsere Exportwirtschaft. Viele Betriebe bei uns setzen darauf, dass sich der Handelskonflikt beruhigt und sich auch das derzeit für den Export ungünstige Dollar-Euro-Verhältnis wieder entspannt“, so Martin Fahling. 

Deutlich zugelegt haben auch Lateinamerika und Asien. Lateinamerika profitiert vom Mercosur-Abkommen und der Aussicht auf wegfallende Handelsbarrieren. 29,4 Prozent der regionalen Exporteure erwarten steigenden Export dorthin. Auch Asien wird wieder stärker werden, sagen 29,3 Prozent. Das jüngst abgeschlossene Freihandelsabkommen mit Indien rückt nach Einschätzung der IHK diese Weltregion verstärkt in den Fokus. 

Außenhandel nach Landkreisen 
Die Exportentwicklung der drei Landkreise der Region bewegt sich im Wesentlichem im Trend der Gesamtregion. Der Landkreis Reutlingen liegt wie gehabt klar auf Rang eins und erzielte 2025 ein Exportvolumen von 9,09 Milliarden Euro gegenüber 9,24 Milliarden in 2024. Im Zollernalbkreis liegt der Export bei nun 2,37 Milliarden. Ein Jahr zuvor waren es 2,42 Milliarden Euro. Im Landkreis Tübingen blieb der Wert der Ausfuhren bei 1,54 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr unverändert. „Der Außenhandel bleibt über die ganze Region hinweg ein wichtiger Stabilisator für die konjunkturelle Lage in der Gesamtwirtschaft“, sagt Antonia Hettinger. 

Martin Fahling

Martin Fahling

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