Wintersitzung der IHK-Vollversammlung

Nicht jedes Unternehmen kann gerettet werden

Über die Folgen der Corona-Pandemie und die künftige Zusammenarbeit mit den USA diskutierte die IHK-Vollversammlung bei ihrer virtuellen Wintersitzung.

Nicht jedes Unternehmen kann gerettet werdenZugeschaltet vom Big Apple. Dietmar Rieg von der AHK New York.

„Die angedrohten Auto-Zölle werden künftig keine Rolle mehr spielen“, sagte Dietmar Rieg, Geschäftsführer der Deutschen-Amerikanischen Handelskammer in New York, im Gespräch mit den Mitgliedern der IHK-Vollversammlung. Der USA-Experte war live von Big Apple zugeschaltet und berichtete, dass seit Montag dieser Woche in den Vereinigten Staaten geimpft wird. „Dieser Impfstoff ist ein starkes Zeichen für die Möglichkeiten der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit und ein ganz großer Erfolg.“

Die USA sind seit Jahren der wichtigste Auslandsmarkt für Unternehmen aus der Region Neckar-Alb außerhalb Europas. „Wir hoffen sehr, dass sich die Beziehungen auf politischer Ebene wieder verbessern. Das hilft auch den Betrieben“, sagte IHK-Präsident Christian O. Erbe. Rieg ist optimistisch, dass das so kommen wird. „Der neue Präsident wird sehr viel enger mit den angestammten Partnern zusammenarbeiten.“ In der Wirtschaftspolitik setzt Joe Biden auf eine Stärkung des Verarbeitenden Gewerbes und die Schaffung von Industrie-Arbeitsplätzen. „Wir werden massive Investitionen in erneuerbare Energien erleben. Bis 2050 will Biden die USA CO2-neutral machen“, so der AHK-Geschäftsführer. Für heimische Unternehmen sieht der USA-Exporte daher insgesamt sehr gute Aussichten: „Die Vereinigten Staaten bleiben ein großer, lukrativer und innovativer Markt.“

1.000 Milliarden Hilfen
„Wir wollen den Unternehmen helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß zur Ausrichtung der Corona-Hilfen des Bundes. Der Abgeordnete aus dem Zollernalbkreis und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung war aus Berlin zur Sitzung der Vollversammlung zugeschaltet. Das Ziel sei, über finanzielle Maßnahmen wie Überbrückungshilfen oder Kurzarbeitergeld Sicherheit für Betriebe und Beschäftigte zu schaffen. „Wir werden aber nicht jedes Unternehmen retten können“, stellte Bareiß klar. Sorgen macht sich der Politiker vor allem um Reisebranche, Gastgewerbe, Handel und Veranstaltungsbranche. „Sie sind ein Wirtschaftsfaktor und auch wichtig für die gesellschaftliche Identität.“

Laut Bareiß wurden innerhalb kurzer Zeit Hilfspakete in einem Umfang von 1.000 Milliarden Euro geschnürt. Die Verschuldung des Bundes liege gleichwohl immer noch zehn Prozent unter dem Wert von vor zehn Jahren. Die Kritik, dass die jüngsten Hilfen nicht schnell genug kommen, nahm er auf. „Das ist kritikfähig, aber es geht auch um sehr viel Geld. Da müssen der Rechnungshof und die EU-Kommission nach Beihilferecht eingebunden sein.“ Zur Unterstützung der Wirtschaft ist derzeit ein steuerlicher Verlustrücktrag in der Diskussion. „Ich bin optimistisch, dass der kommt“, so Bareiß.

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Dr. Wolfgang Epp

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