Handelsforum 2026

Neue Ideen für starke Geschäfte

Beim IHK-Handelsforum 2026 zeigten Unternehmer und Innenstadtakteure, wie der stationäre Handel mit neuen Konzepten, Kooperationen und Mut zum Ausprobieren für lebendige Innenstädte sorgen kann.

Neue Ideen für starke Geschäfte

Unter dem Motto „Mut zum Machen“ präsentierte das Handelsforum der IHK Reutlingen Praxisbeispiele aus der Region Neckar-Alb. In persönlichen Gesprächen mit Podcaster Soufiane Behar erfuhren die rund 80 Gäste aus Handel, Wirtschaft und Gastronomie, mit welchen Ideen Händler und Innenstadtakteure den Wandel gestalten.

Neue Konzepte
Ingo Hänel, Geschäftsführer von Schuh-Beck, zeigte, wie neue Konzepte in der Praxis funktionieren können. Das Unternehmen betreibt zehn Filialen und hat zuletzt einen neuen Standort in Albstadt eröffnet. Neben Schuhen finden Kundinnen und Kunden inzwischen auch Accessoires, Wein und wechselnde Trendprodukte in den Geschäften. Ein Herzensprojekt Hänels ist seine eigene Schuhmarke Cole Coban, die er von der Produktentwicklung bis zum Marketing selbst gestaltet.

Pre-Loved-Produkte
Auch Felix und Moritz Lehr setzen auf neue Wege. Seit 2023 führen die Brüder das Metzinger Traditionsunternehmen Princess. Nach der Übernahme begannen sie, den etablierten Fachhandel zu digitalisieren und zum Omnichannel-Anbieter weiterzuentwickeln. Eine Stärke ihres stationären Geschäfts bleibt die persönliche Beratung – etwa bei beratungsintensiven Produkten wie Schulranzen. Einen weiteren Schwerpunkt setzt Princess auf Nachhaltigkeit: Gebrauchte Kinderwagen werden angekauft, in der eigenen Werkstatt aufbereitet und als Pre-Loved-Produkte wieder verkauft. 

Innenstadt ist Gemeinschaftsaufgabe
Den Blick über die eigene Ladentür hinaus richteten Christian Wittel, Geschäftsführer von Wittel Optik und Vorsitzender der Innenstadtinitiative RTaktiv, sowie Claudia Spohn vom Handels- und Gewerbeverein Tübingen. Beide machten deutlich, dass es für attraktive Stadtzentren das Engagement vieler Akteure braucht. Veranstaltungen und Aktionen schaffen zusätzliche Anlässe für einen Besuch. Kleineren Betrieben fehlen dafür jedoch häufig Zeit, Personal oder finanzielle Mittel. Umso wichtiger sind gemeinschaftliche Projekte. Claudia Spohn berichtete von einer Gasse in Tübingen, die dortige Händler mit Lampions gestalteten. Mit überschaubarem Aufwand sorgte die Aktion für große Aufmerksamkeit.

Zusammenspiel der Geschäfte und Angebote
Silvio Flemmig, Inhaber von Optik Wagner und Vorsitzender der City Initiative Metzingen, schilderte die besondere Situation in seiner Stadt. Die Outletcity zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an, davon profitiert die klassische Innenstadt abseits der Outlet-Geschäfte nur begrenzt. Deshalb setzt die City Initiative auf Vernetzung, gemeinsame Aktionen und ein eigenständiges Profil. Für Flemmig hängt die Attraktivität einer Innenstadt nicht von einzelnen Geschäften ab, sondern vom Zusammenspiel der Geschäfte und Angebote vor Ort. 

Vincent Schoch

Vincent Schoch

Unternehmensförderung & Standortpolitik, Standortagentur & Netzwerkbüro
IHK-Zentrale
Position: Leiter Handel und Einpersonen- und Kleinunternehmen
Schwerpunkte: Handel, Initiative Einpersonen- und Kleinunternehmen, Fördermittel und Finanzierung
Telefon: 07121 201-167
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