„IHK vor Ort“ in Münsingen
Neue Gewerbeflächen schon „überbucht“
Robert Mellinghoff (Bürgermeister Mehrstetten), Viktoriya Hagel (Wirtschaftsförderung Stadt Münsingen), Mike Münzing (Bürgermeister Münsingen) und Jennifer Muffler (IHK Reutlingen) bei IHK vor Ort in Münsingen.
Foto: BlochingDie meisten Unternehmerinnen und Unternehmer zeigten sich bezüglich der Zusammenarbeit mit der Stadt Münsingen zufrieden. Konkret nannten sie das schnelle Vorgehen der Stadt bei Antragsgenehmigungen. Für Bürgermeister Mike Münzing ist ein schnelles Verfahren die Voraussetzung, um die „unternehmerische Vielfalt“ zu erhalten. „Wir haben in Münsingen über 500 gewerbesteuerpflichtige Betriebe und ein Gewerbesteueraufkommen von rund 10 Millionen Euro pro Jahr, alles andere können wir uns nicht leisten“, berichtete er. Dass Unternehmen sich in Münsingen niederlassen, sei auch dem Bemühen der Kommune hinsichtlich einer guten Infrastruktur zu verdanken. In allen 14 Stadtteilen komme in den nächsten Jahren der Glasfaserausbau voran, allein im Industriegebiet Münsingen wurde in den letzten Jahren Breitband für rund 14 Millionen Euro ausgebaut. Zudem könne die Stadt ab Juni 2025 ihren Energiebedarf dank erneuerbarer Energien vollständig abdecken.
Erweiterung Industriegebiet West schreitet voran
Auf rund 22,5 Hektar sollen im geplanten Industriegebiet West auf rund 16 Hektar Gewerbeflächen mit insgesamt 44 Bauplätzen unterschiedlicher Größen entstehen, der Quadratmeterpreis soll 165 Euro betragen. Rund 50 Interessensbekundungen liegen laut Bürgermeister Münzing bereits vor. „Münsingen ist eine der letzten Kommunen in der Region Neckar-Alb, die solche Flächen umlegen und ein Industriegebiet entwickeln kann. Die Stadt ist zum Schwerpunkt für Industrie und Entwicklung, aber auch für Erholung und Touristik geworden.“
Bürokratie und Konjunktur
Viele Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk, aber auch die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen kämpfen gleichermaßen mit Bürokratie und Regulatorik. „Der IHK ist es wichtig, die Stimmen aus der Wirtschaft aufzunehmen“, sagte Jennifer Muffler, Leiterin Standortmarketing bei der IHK. „Wir nutzen konkrete Beispiele dafür, die Politik auf die Probleme in der Praxis aufmerksam zu machen.“ Gleichzeitig setzt sich die IHK für die Fachkräftesicherung, Zuwanderung und Integration ein. Aktuelle Umfragen bei den IHK-Mitgliedsunternehmen haben gezeigt, dass sich bei ihnen die aktuelle Lage, die Stimmung und ihre Zukunftsaussichten im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert haben. Als wirtschaftliche Risiken führen sie häufig eine schwache Inlandsnachfrage, hohe Löhne und Energiekosten sowie schlechte politische Rahmenbedingungen auf.
