EU und Indonesien schließen Handelsabkommen
Neue Chancen für regionale Betriebe
Foto: istock.com/master2Handelsbeziehungen nach Indonesien waren bisher mit großen Hemmnissen verbunden. Das wird sich nun ändern: Geplant sind der schrittweise Abbau von Zöllen, schlankere Zollverfahren, die Vereinheitlichung von technischen Standards und der Abbau von Registrierungspflichten. „Vor allem Branchen wie die Automobilindustrie und der Dienstleistungssektor werden davon profitieren“, prognostiziert Fahling.
Abhängigkeiten vermeiden
„Angesichts des weltweit steigenden Protektionismus und zunehmenden Zöllen ist das Abkommen ein wichtiges Signal“, sagt Fahling. Unternehmen können sich breiter aufstellen, ihre Lieferketten diversifizieren und Abhängigkeiten von einzelnen Ländern verringern. Das Handelsabkommen wird voraussichtlich Ende 2027 in Kraft treten. „Man kann bereits jetzt damit anfangen, geschäftliche Beziehungen aufzubauen. Das gelingt schließlich nicht von heute auf morgen“, so der Rat des Experten. Die IHK Reutlingen unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen dabei mit ihrem Institute for Emerging Markets – beispielsweise mit Beratungen zur Erschließung von Märkten in Indonesien oder zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, mit Länderinformationen oder Weiterbildungsangeboten.
Markteintritt lohnt sich
Derzeit unterhalten 89 Unternehmen aus der Region Neckar-Alb geschäftliche Beziehungen nach Indonesien. Ein Unternehmen hat dort eine eigene Produktionsstätte, fünf eine eigene Niederlassung und 29 sind mit Auslandsvertretern vor Ort. Indonesien hat 283 Millionen Einwohner und bietet ein erhebliches Potenzial für den Absatz von Produkten und Dienstleistungen. Das Land ist der weltgrößte Exporteur von Flüssigerdgas. Weitere Exportgüter sind beispielsweise Gold, Kohle, Holz- und Agrarprodukte, Textilien und Mineralien. Es gilt als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte Südostasiens, besonders in den Bereichen Maschinenbau, Medizintechnik, Energieeffizienz, Wasser und Abwasserbehandlung sowie Recyclingtechnologien. „Für Betriebe in diesen Bereichen lohnt es sich, sich mit dem Land zu beschäftigen“, so Fahling. „Wer den Markteintritt geschafft hat, profitiert im Moment noch von wenig Wettbewerb.“
