Kammerpartnerschaft mit Äthiopien läuft aus

Nachhaltige Strukturen und starke Netzwerke aufgebaut

Nach sechs Jahren endet die Kammerverbandspartnerschaft zwischen der IHK Reutlingen und zwei Handelskammern in Äthiopien. Die Bilanz fällt positiv aus.

Nachhaltige Strukturen und starke Netzwerke aufgebautArbeiteten sechs Jahre eng zusammen: Cornelia Ott von der IHK Reutlingen und die beiden äthiopischen Projektmitarbeiterinnen Yordanos Tamiru und Tirufat Amera.

Die IHK Reutlingen arbeitete eng mit der Amhara Regional Chamber of Commerce and Sectoral Associations sowie der Gondar City Chamber of Commerce and Sectoral Associations zusammen. Ziel der Kooperationen war es, die Strukturen und Dienstleistungen der Partnerkammern für die lokale Wirtschaft zu stärken und sie unabhängiger von externer Unterstützung zu machen. „Wir haben vor Ort wichtige Impulse für moderne Organisations- und Arbeitsstrukturen gesetzt“, berichtet Cornelia Ott, Projektleiterin bei der IHK Reutlingen.

Tourismus wichtige Branche
Im Rahmen von Erfahrungsaustauschen, Delegationsreisen sowie Trainings- und Dialogformaten entwickelten die Partnerkammern neue Ansätze, um ihre Sichtbarkeit und ihre Mitgliederzahlen zu steigern und zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Tourismussektor, der sich in der Amhara-Region als wichtiger Motor für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung herauskristallisiert hat. Neue Dialogformate stärken künftig die Zusammenarbeit in diesem Bereich zwischen Wirtschaft und öffentlichem Sektor.

Für Unternehmen ergaben sich durch die langjährige Partnerschaft ebenfalls neue Perspektiven: Äthiopische Betriebe bauten durch Messereisen in Deutschland ihre internationalen Netzwerke aus und lernten den hiesigen Markt kennen. Ihr Interesse an deutschen Produkten, Technologien und Know-how eröffnet den Unternehmen in der Region Neckar-Alb Kooperationschancen in einem wachsenden Markt. „In unseren Trainings vor Ort haben wir außerdem äthiopischen Unternehmern Ansätze aufgezeigt, wie sie mit kleinen Maßnahmen eine nachhaltige Wirkung erzielen können“, berichtet Ott. Ein Textilproduzent stellt neuerdings beispielsweise aus Restmaterialien Knöpfe her, reduziert dadurch seine Abfälle, spart Kosten und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit.

Über das Projekt hinaus
„Die kontinuierliche Kooperation war nur durch belastbare Partnerschaften und flexible, zielgerichtete Arbeitsweisen möglich“, fasst die äthiopische Projektmitarbeiterin Yordanos Tamiru zusammen. Das bestätigt Cornelia Ott: „Vertrauen, klare Kommunikation und Teamarbeit waren entscheidend, um auch unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.“ Die geschaffenen Strukturen, Netzwerke und Kompetenzen sollen auch über das Projektende hinauswirken und zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort beitragen.

Hintergrund
Kammerverbandspartnerschaften sind ein bewährtes Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie stärken ausländische Kammern als Dienstleister für kleine und mittlere Unternehmen sowie als Interessenvertreter gegenüber staatlichen Institutionen. Gleichzeitig entstehen Synergien für die deutsche Wirtschaft, etwa durch Delegationsreisen und internationale Netzwerke. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die sequa gGmbH.

Cornelia Ott

Cornelia Ott

International & internationale Fachkräfte
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Position: Projektmanagerin
Schwerpunkte: Myanmar-Projekt
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