IHK Reutlingen wendet sich an Landespolitik

Meisterprämie für alle

Wer eine Meisterprüfung in einem Handwerksberuf erfolgreich ablegt, erhält die sogenannte Meisterprämie. In einem Schreiben an die Vorsitzenden der Landtagsparteien fordert die IHK Reutlingen eine Ausweitung auf Industrie, Handel und Dienstleistungen.

Meisterprämie für alleFoto: Monkey Business - stock.adobe.com

Mehrere Landespolitiker – unter anderem Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen bei der baden-württembergischen Landtagswahl 2026, und Manuel Hagel, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag von Baden-Württemberg sowie ebenfalls Spitzenkandidat seiner Partei – haben angekündigt, sich für eine Erhöhung der Meisterprämie und der Meistergründungsprämie einsetzen zu wollen. Die Landesregierung hat sie eingeführt, um dem Fachkräftemangel in Handwerksberufen entgegenzuwirken. „Es ist höchste Zeit, beide Programme auf IHK-Berufe auszuweiten“, fordert Johannes Schwörer, Präsident der IHK Reutlingen. Der Fachkräftemangel betrifft sowohl das Handwerk, als auch Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. „Bei den Prämien sollten alle Berufsgruppen gleichbehandelt werden“, so Schwörer. 

Anreize schaffen
„Die Meisterprämien können die Attraktivität der höheren Berufsbildung steigern“, begründet IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp die Forderung der IHK. Bayern ist vorangegangen und hat die Prämien für alle Absolventinnen und Absolventen von Aufstiegsfortbildungen auf bestimmten Niveaus geöffnet. Die berufliche Aus- und Weiterbildung wird dadurch der akademischen gleichgestellt. Außerdem werden für Arbeitnehmer Anreize geschaffen, sich in weniger bekannten, aber dringend benötigten Qualifikationen weiterzubilden, beispielsweise in der Logistik. Das sorgt dafür, dass es gerade in den Grenzregionen zu Abwanderungen von Industriemeisteranwärtern in Richtung Bayern kommt. „Wir sollten dringend nachziehen“, so Epp. „Andere Bundesländer haben das bereits getan. Wenn sich die Landesregierung nicht bewegt, laufen wir Gefahr, dass Baden-Württemberg zum Schlusslicht wird und Fachkräfte verliert, die wir hier brauchen.“

Hintergrund
Die Meisterprämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten Absolventinnen und Absolventen einer Meisterprüfung im Handwerk. Die Meistergründungsprämie beinhaltet einen Tilgungszuschuss für Jung-Meisterinnen und -Meister, die sich innerhalb von 24 Monaten nach ihrer Meisterprüfung selbstständig machen. Sie sollen dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegenwirken und beim Schritt in die Selbstständigkeit unterstützen. Die IHK Reutlingen vertritt in Weiterbildungsfragen die 12 baden-württembergischen IHKs und hat in ihrer Funktion als Federführerin die Vorsitzenden der Landtagsparteien angeschrieben.

Thorsten Leupold

Thorsten Leupold

Ausbildung,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter Ausbildung / Prüfungswesen
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss, Federführung Weiterbildung
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