IHK-Ausbildertag stellt Zukunft der Ausbildung in den Mittelpunkt

Lernen, leiten, verändern

Wie müssen Ausbildung und Führung heute gestaltet werden, um junge Menschen auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten? Dieser Frage gingen über 80 Ausbilderinnen und Ausbilder, Personalverantwortliche sowie Unternehmerinnen und Unternehmer beim IHK-Ausbildertag nach.

Lernen, leiten, verändernFoto: Horst Haas

Unter dem Motto „Lernen. Leiten. Verändern. Welche Ausbilder braucht Ausbildung heute?“ diskutierten die Teilnehmenden über Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der beruflichen Bildung. IHK-Vizepräsidentin Verena Hertsch machte gleich zu Beginn deutlich, wie stark sich die Anforderungen an Ausbildung gewandelt haben. „Veränderung ist längst kein Ausnahmezustand mehr – sie ist unser Alltag“, betonte sie. Junge Menschen lernen und kommunizieren heute anders, sie formulieren andere Erwartungen an Ausbildung und Arbeitswelt als frühere Generationen. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Fachkräfte zu sichern und neue Zielgruppen anzusprechen. Hertsch stellte die zentralen Fragen: „Wie erreichen wir junge Menschen heute wirklich? Wie gestalten wir Ausbildungsmarketing so, dass es nicht nur sichtbar, sondern auch relevant ist?“

Vom klassischen Ausbilder zum Coach
Digitale Lernplattformen, hybride Formate und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz prägen den Ausbildungsalltag zunehmend. Klassische Wissensvermittlung tritt stärker in den Hintergrund, während Eigenverantwortung, Kommunikationsfähigkeit und Problemlösung wichtiger werden. Ausbilderinnen und Ausbilder übernehmen deshalb immer stärker die Rolle von Lernbegleitern und Coaches.

Auch Keynote-Speaker Christian Uhle richtete den Blick auf diese Veränderungen. Er beschrieb Künstliche Intelligenz als weit mehr als nur ein digitales Werkzeug. „Die entscheidende Frage ist nicht, was KI kann, sondern wie wir die Rolle des Menschen bestimmen wollen“, erklärte der Philosoph und Zukunftsforscher. Durch KI könnten standardisierte Aufgaben künftig automatisiert werden. Wichtiger werde es, Prozesse zu steuern, Ergebnisse einzuordnen und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI zu gestalten. „Nicht mehr das Ausführen, sondern das Orchestrieren wird entscheidend“, so Uhle. Gleichzeitig würden menschliche Fähigkeiten wie Empathie und Kommunikation an Bedeutung gewinnen.

Workshops für den Austausch
In Workshops am Nachmittag standen moderne Bewerbungsprozesse, Ausbildungsmarketing, unterschiedliche Lernvoraussetzungen sowie der Einsatz digitaler Technologien und KI in der Ausbildung im Mittelpunkt. Auch der Austausch unter den Teilnehmenden spielte eine wichtige Rolle. „Die Anforderungen an Ausbildung ändern sich rasant. Umso wichtiger ist es, dass Ausbilderinnen und Ausbilder voneinander lernen, neue Entwicklungen aufgreifen und junge Menschen zukunftsorientiert begleiten“, sagt Thorsten Leupold, Bereichsleiter Ausbildung und Prüfungswesen der IHK Reutlingen.

Eindrücke des Ausbildertags gibt es in der Bildergalerie.
 

Thorsten Leupold

Thorsten Leupold

Ausbildung & Prüfungswesen,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter Ausbildung / Prüfungswesen
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss, Federführung Weiterbildung
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