Regionale Exportbilanz
Leichtes Plus im ersten Halbjahr
painter72/iStockphoto.comDie USA landen in der aktuellen Statistik immer noch auf Platz 1 der Abnehmerländer für die Region Neckar-Alb. Allerdings ist das Exportvolumen um über 8 Prozent auf rund 750 Millionen Euro gesunken. „Vor allem die unkalkulierbare Zollpolitik der USA stellt für die Unternehmen eine erhebliche Belastung dar“, so Epp. Eine Prognose, wie sich die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA entwickeln werden, ist schwierig. Die Zollerhöhungen könnten deutliche Exporteinbußen von bis zu 20 Prozent bedeuten. Auf Rang 2 der Zielländer ist erstmals die Schweiz, es folgen Frankreich und die Niederlande. China, im letzten Jahr noch auf Rang 2, findet sich nur noch auf Rang 5 der Zielländer.
In den Landkreisen haben sich die Exportzahlen im ersten Halbjahr 2025 unterschiedlich entwickelt. Der Landkreis Reutlingen legte um 2 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Im Zollernalbkreis stagnierten die Exporte bei 1,2 Milliarden. Der Landkreis Tübingen verzeichnet ein Minus von einem Prozent bei Exporten von knapp 750 Millionen Euro.
Erneut höhere Exportquote
Die Exportquote in der Region stieg erneut und liegt zur Jahresmitte 2025 bei 60 Prozent (Jahresmitte 2024: 58 Prozent). „Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die regionalen Unternehmen die Folgen der weltweiten Konflikte und des zunehmenden Protektionismus, den vor allem die USA an den Tag legen, deutlich zu spüren bekommen“, so IHK-Außenhandelsexperte Martin Fahling. Das Exportgeschäft stagniert, die Nachfrage aus dem Ausland ist gedämpft, neue Zoll- und Handelshemmnisse sorgen für weitere Unsicherheit. Dazu kommen bürokratische Hürden wie das Lieferkettengesetz und hohe Energie- und Rohstoffkosten.
Die IHK Reutlingen unterstützt ihre Unternehmen durch gezielte Beratungsangebote zu Zollfragen und Exportkontrolle. Das „Institute for Emerging Markets“ der IHK hilft bei der Erschließung schwieriger, aber wachsender Märkte. „Exportorientierte Unternehmen sollten sich auf jeden Fall breit aufstellen“, empfiehlt Fahling.
