IHK startet Projekt „Ausbildungsscouts“

Lehrstellenmarkt im Plus

Den sechsten Monat in Folge verzeichnet die IHK ein Plus an neuen Ausbildungsverträgen in Berufen der Industrie, des Handel und des Dienstleistungsgewerbes. Zum 30. November waren es 2.221. Das bedeutet einen Zuwachs von 2,1 Prozent oder 46 Verträgen im Vergleich zum Vorjahr.

Lehrstellenmarkt im PlusFoto: Foto: Jacob Lund / Shutterstock.com

„Die Zahlen machen Mut, auch wenn die Pandemie über das ganze Jahr betrachtet weiter ihre Spuren auf dem Lehrstellenmarkt hinterlässt“, sagt Petra Brenner, Bereichsleiterin Ausbildung bei der IHK Reutlingen. Den aktuellen Anstieg führt die Wirtschaftseinrichtung vor allem darauf zurück, dass Unternehmen verstärkt unterjährig mit einer Ausbildung starten, um freie Lehrstellen noch besetzen zu können. „Die Betriebe wissen, dass Ausbildung die beste personelle Vorsorge für die Zukunft ist – und wenn es geht, machen sie es auch“, so Brenner. Daneben verzeichnet die IHK eine Reihe von Auflösungen von Ausbildungsverhältnissen. Zumeist geht es für diese jungen Leute aber direkt weiter, weil sie einen neuen Vertrag bei einem anderen Unternehmen oder in einem anderen Berufsfeld abschließen. „Das zeigt, dass die Chancen auf einen Ausbildungsplatz derzeit so gut wie lange nicht stehen“, erklärt die Bildungsexpertin.

Alle Landkreise im Plus
In den gewerblichen Berufen stiegen die neu eingetragenen Ausbildungsverträge um 0,5 Prozent auf 864 (Vorjahr: 860). Bei den kaufmännischen Berufen war der Zuwachs deutlicher. Hier lag das Plus bei 3,2 Prozent, die Zahl der Verträge erreicht nun 1.357 (Vorjahr: 1.315). Alle drei Landkreise der Region entwickeln sich positiv: Reutlingen mit 0,3 Prozent (1.011 neue Verträge), Tübingen mit 6,6 Prozent (515 Verträge) und Zollernalb mit 1,6 Prozent (695 Verträge). Zuwächse verzeichnen die Berufe im Bereich Elektrotechnik, in den Naturwissenschaften und Textil/Bekleidung. Die kaufmännischen Berufsgruppen Industrie, Versicherungen, Hotel/Gastronomie und das Verkehrs- und Transportwesen entwickeln sich ebenso positiv.

Ab 2022: Ausbildungsscouts im Einsatz
Ab dem kommenden Jahr werden bei der IHK sogenannte „Ausbildungsscouts“ zum Einsatz kommen. Sie sollen Betriebe, die durch die Pandemie besonders betroffen sind und nicht, nicht mehr oder weniger ausbilden, die Bedeutung der dualen Ausbildung für die Nachwuchssicherung verdeutlichen. Im Rahmen des Förderprogramms „Ausbildungsscout – mehr Ausbildungsplätze gewinnen“ werden die Personalkosten dafür teilweise vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg übernommen.

Petra Brenner

Petra Brenner

Ausbildung / Prüfungswesen
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiterin Ausbildung / Prüfungswesen
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss
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