Trochtelfingen braucht mehr Platz
Kommune und Wirtschaft diskutieren
"Die Landesregierung beklagt die Landflucht und trägt selbst aktiv dazu bei, dass keine neuen Arbeitsplätze bei uns geschaffen werden können", sagte Bürgermeister Friedrich Bisinger: Schutzgebiete sorgten dafür, dass Trochtelfingen seit Jahren nicht mehr wachsen kann. Einheimische Beitriebe können deswegen nicht expandieren. Vor kurzem musste sogar ein bedeutender Investor von außerhalb abgewiesen werden, berichtete der Bürgermeister. Bauplätze für junge Familien sind zunehmend Mangelware.
Attraktiv zum Arbeiten und Wohnen
Dabei hat Trochtelfingen mit seinen fünf Teilorten für Arbeitnehmer wie -geber einiges zu bieten: Einen gesunden Branchenmix, gute Beschäftigungsmöglichkeiten und moderate Gewerbesteuersätze, viel Natur und Landschaft, ein reges Vereinsleben, vielfältige Angebote zur Kinderbetreuung und last not least eine liebenswerte Innenstadt mit einem breit aufgestellten Handel. Dem stellte IHK-Handelsexpertin Karin Goldstein gute Noten aus, weil die Zentralität, also die Kennzahl, die die Attraktivität einer Kommune als Einzelhandelsstandort widerspiegelt, bei knapp 50 liegt. "Gut die Hälfte der vorhandenen Kaufkraft verbleibt also am Ort. Das ist für eine Kommune in der Größe Trochtelfingens ein guter Wert", so Goldstein.
"Nur gemeinsam sind wir stark"
Wie kann man die Attraktivität von Trochtelfingen steigern? Nur wenn alle am selben Strang ziehen, war man sich in der anschließenden Diskussionsrunde einig. Eine bessere Vernetzung und mehr gemeinsame Aktionen wünschte sich Bürgermeister Bisinger. Christine Vöhringer vom Trochtelfinger Werbekreis regte an: "Wir selbst müssen unsere Stärken mehr herausstellen. Wir brauchen eine Art Ruck für unsere Stadt." Das IHK-Wirtschaftsgespräch sei ein guter Anstoß dazu gewesen, der jetzt fortgeführt werden sollte. Handelsexpertin Karin Goldstein bot daraufhin die Moderation eines Gesprächs für den Handel an, um Aspekte wie einheitliche Kernöffnungszeiten oder Grundlagen des Online-Handels zu erläutern.
Fortsetzung folgt
"Das Treffen heute ist keine Einmal-Aktion. Wir begleiten Ihren Prozess gern und schlagen von uns aus ein nächstes Wirtschaftsgespräch in anderthalb bis zwei Jahres vor", versprach Ulrike Fleischle, bei der IHK Reutlingen für IHK-Kommunal in Trochtelfingen zuständig. Mit diesem Format will die IHK, die für rund 40.000 Firmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe in drei Landkreisen und 66 Gemeinden zuständig ist, das Ohr näher an der Wirtschaft vor Ort haben und die Firmen untereinander besser vernetzen.
