Rede zur Lage der Europäischen Union

„Kanada ist mehr als ein Absatzmarkt“

Die Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen liefert wichtige Impulse für die europäische Wirtschaft. „Jetzt müssen konkrete Verbesserungen für die Unternehmen folgen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

„Kanada ist mehr als ein Absatzmarkt“Foto: hxdbzxy/shutterstock.com

„Europäische Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich nicht in Strategiepapieren, sondern daran, ob ein Mittelständler aus Neckar-Alb investieren, produzieren und exportieren kann“, sagt Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen. Europa müsse für Unternehmen einfacher, schneller und kalkulierbarer werden. „Es reicht nicht, eine Berichtspflicht zu streichen, wenn an anderer Stelle zwei neue entstehen.“ Epp begrüßt deshalb den von Ursula von der Leyen angekündigten Pakt gegen Goldplating. Er soll verhindern, dass EU-Regeln bei der Umsetzung in den Mitgliedstaaten durch zusätzliche nationale Vorgaben verschärft werden. Epp: „Vereinfachungen sollen tatsächlich bei den Unternehmen ankommen.“ Von der Leyen setzt zudem in zentralen Bereichen wie Binnenmarkt, Energie, Technologie und Verteidigung auf eine stärkere europäische Zusammenarbeit. „Europa braucht in zentralen Wirtschaftsfragen gemeinsame Lösungen statt eines Flickenteppichs nationaler Regelungen“, sagt Epp.“

Neue Märkte und Partnerschaften erschließen
Von der Leyen kündigte zudem an, stärker gegen Wettbewerbsverzerrungen im Handel mit China vorzugehen und die internationalen Partnerschaften der EU auszubauen. Für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Kanada schlug sie einen neuen Status als assoziiertes Mitglied der EU vor. Für die Wirtschaft in Neckar-Alb bietet Kanada Potenzial: 99 regionale Unternehmen exportieren Waren im Wert von rund 130 Millionen Euro jährlich dorthin. „Kanada kann für unsere Unternehmen mehr als ein Absatzmarkt sein. Interessant sind auch Kooperationen, Innovationen und Partnerschaften“, sagt Epp. Chancen sieht die IHK unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungs- und Medizintechnik sowie bei digitalen Lösungen.

KI muss in die Unternehmen kommen
Künstliche Intelligenz ist ein weiterer Schwerpunkt der europäischen Wettbewerbsagenda. Industrielle KI und Smart Factory zählen zugleich zu den Zukunftsfeldern Neckar-Albs. „Der Mittelstand braucht Zugang zu Daten, Rechenleistung, Know-how und Finanzierung, um KI produktiv einsetzen zu können“, so Epp. 

Dr. Wolfgang Epp

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