US-Regierung erwägt Diesel-Exportstopp
IHK warnt vor Folgen für die Wirtschaft
Foto: mauro_grigollo/istockphoto.comUS-Präsident Donald Trump will Diesel-Exporte deutlich reduzieren, um die Kraftstoffpreise in den USA abzusenken. Seine Regierung prüft derzeit, ob und in welcher Form Ausfuhren eingeschränkt werden könnten. „Ein Exportstopp würde die Probleme auf dem Weltmarkt verschärfen. Es gibt wegen der Blockade der Straße von Hormus ohnehin zu wenig Diesel“, erklärt Frank Wiest. In der Folge sind die Preise derzeit auf Rekordhoch. „Transport- und Logistikunternehmen, der öffentliche Nahverkehr und viele weitere Betriebe sind auf Diesel angewiesen. Kurzfristig gibt es für viele Einsatzzwecke keine Alternative.“
Weltmarkt bereits angespannt
Die USA gehören zu den wichtigsten Exporteuren von Diesel und anderen Destillaten. Bereits heute ist der internationale Markt angespannt. Ausfälle und geringere Lieferungen unter anderem aus dem Nahen Osten und Russland haben das Angebot verknappt. Europa ist deshalb zunehmend auf Lieferungen aus den USA angewiesen. Fallen diese Mengen weg, müssten europäische Abnehmer verstärkt auf andere Lieferländer ausweichen. Die Konkurrenz um die verfügbaren Mengen auf dem Weltmarkt würde sich verschärfen.
„Die Folgen würden weit über die Verkehrswirtschaft hinausreichen“, sagt Frank Wiest. Steigende Transportkosten ziehen sich durch nahezu alle Wertschöpfungsketten. Sie treffen Industrie und Handel ebenso wie Handwerk und Bauwirtschaft. „Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und offene Märkte, keine zusätzlichen Eingriffe, die bestehende Engpässe verschärfen.“ Allein der Verkehrssektor umfasst regional annähernd 900 Betriebe, die direkt betroffen wären. Die IHK wird die Bedenken der regionalen Wirtschaft in einem Schreiben dem US-amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main mitteilen.
