Betriebe, IHK und Dehoga gegen neue Abgabe
Hotels müssten die Steuer zahlen
Foto: DragonImages/istockphoto.comDas von der Stadtverwaltung geplante Datum wurde bei einem Gespräch zwischen Stadtverwaltung sowie Hoteliers, IHK und Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bekannt. Die Vertreter der Wirtschaft zeigten sich im Anschluss irritiert. „Es gibt offensichtlich nach wie vor die Vorstellung, dass die Bettensteuer ja von den Gästen gezahlt werden würde. Das stimmt in weiten Teilen nicht“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Die Reutlinger Hotels sind nicht selten mit bis zu 90 Prozent ihrer Bettenkapazität von Geschäftskunden abhängig. Dort gibt es Verträge, oft über mehrere Jahre, und diese sehen keine Preisanpassungen vor – und wären von den Hoteliers in einem umkämpften Markt auch kaum durchsetzbar. „Eine Bettensteuer von drei Euro bleibt in den meisten Fällen an den Beherbergungsbetrieben hängen. Das ist in der aktuellen wirtschaftlichen Lage fatal“, so Epp.
Argumente gegen die Steuer
Hoteliers, IHK und Dehoga wollen kurzfristig das Gespräch mit den Fraktionen des Reutlinger Gemeinderats suchen und noch einmal die Argumente rund um die Bettensteuer und ihre Auswirkungen für die örtlichen Beherbergungsbetriebe aufzeigen. Schon im März hatte die Branche in einem gemeinsamen Schreiben die Fraktionen über wesentliche Aspekte, die gegen einen Bettensteuer in Reutlingen sprechen, informiert und auf die zusätzlichen bürokratischen Lasten, die schwierige konjunkturelle Lage und die künftige Ausrichtung des Reutlinger Tourismus hingewiesen. „Die Einführung soll nun sehr plötzlich erfolgen, auch darüber müssen wir unbedingt sprechen“, so Epp.
Die IHK bleibt auch bei ihrer grundsätzlichen Kritik an der Bettensteuer. Sie geht davon aus, dass der Erhebungsaufwand einen wesentlichen Teil der Einnahmen beanspruchen würde. Zudem müsste ein großer Teil der praktischen Arbeit von den Beherbergungsbetrieben geleistet werden.
